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Fuldaer Künstler Franz Erhard Walther erhält Bundesverdienstkreuz

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Von: Volker Feuerstein

Freuten sich bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Wiesbaden (von links): Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld, Franz Erhard Walther und Kunstministerin Angela Dorn-Rancke.
Freuten sich bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Wiesbaden (von links): Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld, Franz Erhard Walther und Kunstministerin Angela Dorn-Rancke. © Susanne Walther

Als Visionär, der sich gegen den damals gängigen Kunstbegriff konträr durchgesetzt hat, bezeichnete die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn-Rancke den Fuldaer Künstler Franz Erhard Walther bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.

Wiesbaden - Bei der Feier in Wiesbaden war auch der Oberbürgermeister von Fulda, Dr. Heiko Wingenfeld, zugegen, der Walther seinen Dank abstattete, dass er trotz Angeboten aus der ganzen Welt, nach Fulda zurückgekehrt sei. Seine Bedeutung für die Kunst in der Barockstadt sei immens, zumal Walther auch viele Kunstwerke in der Stadt öffentlich zugänglich gemacht habe.

Er freue sich jetzt darauf, im September die Dauerausstellung der Sammlung der frühen Werke Walthers in einem musealen Rahmen in der Schmittschen Villa beim Paulustor zu eröffnen.

Fulda: Franz Erhard Walther erhält Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Wie die Ministerin betonte, sei das Bundesverdienstkreuz die höchste Anerkennung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl. Nach der steilen Karriere als Künstler, die zunächst gegen erhebliche Widerstände in der Öffentlichkeit, aber auch bei Kunstkennern, begonnen habe, gehöre Walther heute zu den bedeutendsten Künstlern Hessens und der Bundesrepublik. Presse und Zeitgeiste hätten zu Beginn des Aufstiegs von Walther falsch gelegen. Der Künstler sei schon damals seiner Zeit voraus gewesen.

Für sie als hessische Kunstministerin sei es eine Ehre, dass ein führender Vertreter der Gegenwartskunst einen großen Teil seines Kunststudiums in Hessen absolviert habe. Walther sei ein hervorragendes Beispiel für die herausragende Qualität der hessischen Kunsthochschulen. Die Ministerin und Franz Erhard Walther vergaßen allerdings nicht, auch auf Beispiele des in die Vergangenheit gerichteten Unverständnisses für Walthers Werke hinzuweisen.

Franz Erhard Walther: Kunstwerke stießen einst auf Unverständnis

Als sich die Galerie Junge Kunst in Fulda schon Anfang der 60er Jahre mit Walthers „Sieben Werkgesänge“ auf das Feld der umstrittenen Kunst gewagt habe, sei es bei Teilen des Publikums zum Eklat gekommen. Dabei handelte es sich um ein raum- und körperbezogenes Wand-Boden-Objekt, mit dem der Künstler die Trennung zwischen Bild, Relief, Skulptur und Aktionsmaterial aufgehoben habe. Beispielhaft für eine neue Dimension der Kunst.

In Fulda habe Walther heute wie damals mit bemerkenswerten Beiträgen zum kulturellen Leben der Stadt beigetragen. Dazu gehörten unter anderem die „5 Raumformen für Fulda“ im Barockviertel, das Denkmal für König Konrad I. und das „Wortwerk Alphabet“ an der Hochschule Fulda, das auf eine Schrift zurückgeht, die Walther an der damaligen Werkkunstschule Offenbach 1958 entwickelt habe. Hier schließe sich der Kreis, der zwei hessische Hochschulen miteinander verbinde.

Man sei stolz, so kreative Köpfe wie Walther in Hessen zu haben. Franz Erhard Walther gab seiner Freude über die Auszeichnung Ausdruck und schilderte humorvoll einige skurrile Erlebnisse aus seiner Karriere als Künstler.

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