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Eigene Schwester mit Messer bedroht und am Domportal gekokelt? Gericht vertagt Verfahren

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Von: Alina Komorek

Eine Justitia-Statue in Frankfurt
Eine zur Tatzeit 49-Jährige soll ihre Schwester an deren Tankstelle mit einem Messer bedroht haben. Auch für die brennende Domtür im vergangenen Jahr soll sie verantwortlich sein. © dpa/Arne Dedert

Weil sie ihre Schwester an deren Tankstelle mit einem Messer bedroht haben soll, ist eine zur Tatzeit 49-Jährige angeklagt. Die Frau soll zudem für die versuchte Brandstiftung am Domportal verantwortlich sein.

Fulda - Wie die Staatsanwaltschaft erklärt, soll sich Folgendes zugetragen haben: „Der zur Tatzeit 49-jährigen Angeklagten liegt zur Last, am 10. Oktober 2020 in Fulda in der von ihrer Schwester und deren Ehemann betriebenen Tankstelle (...) einen versuchten schweren Raub begangen zu haben.“

Weiter heißt es, dass sie die Tankstelle mit einem Messer in der Hand betreten und ihre Schwester aufgefordert habe, Geld herauszugeben. Nachdem der Ehemann der Geschädigten mit einem Schraubenschlüssel in der Hand in den Verkaufsraum gekommen sei, soll die Angeklagte die Tankstelle verlassen haben.

Fulda: Eigene Schwester bedroht und am Dom gekokelt? Frau vor Gericht

Doch zum Prozesstermin am Mittwoch kommt es noch nicht einmal zur Verlesung der Anklageschrift: „Wir haben Probleme mit der Anwesenheit der Angeklagten“, erklärt Richter Christoph Mangelsdorf. Will heißen: Sie ist nicht da. Der Richter und die Schöffen ziehen sich kurz zurück. Sie beraten, wie im Fall der Angeklagten weiter verfahren wird.

Die Zeugen, die Richter Mangelsdorf daraufhin aufruft, darunter das Ehepaar, das von der Angeklagten mit einem Messer bedroht und zum Herausgeben von Geld aufgefordert wurde, werden ohne Aussage entlassen. Richter Mangelsdorf fragt aber zwei Polizeibeamte, die als Zeugen zur Verhandlung erschienen sind, ob sie etwas über den aktuellen Aufenthaltsort der Angeklagten wüssten.

Angeklagte drohte, Haus der Schwester anzuzünden

Einer der Polizisten erklärt, dass er zuletzt vor etwa zwei Wochen während eines Einsatzes mit der Angeklagten zu tun hatte. „Sie wurde festgenommen, weil sie gedroht hatte, das Haus des geschädigten Ehepaares anzuzünden“, sagt der Polizist. Und weil die Angeklagte nach Angabe des Polizisten schon vor einigen Monaten am Eingang des Doms gekokelt haben soll, „also von der Ernsthaftigkeit der Absicht auszugehen war“, nahm die Polizei sie fest.

Die Angeklagte wurde daraufhin im Krankenhaus von einer Ärztin aufgenommen – und dort zuletzt gesehen. Richter Mangelsdorf geht davon aus, dass sich die Angeklagte nicht mehr an ihrem Wohnsitz aufhält und inzwischen wohl obdachlos ist. Daher sei auch nicht sichergestellt, ob sie die gerichtliche Ladung zur Verhandlung überhaupt erhalten hat. „Der Aufenthalt der Angeklagten soll ermittelt werden“, ordnet Richter Mangelsdorf an. Die Staatsanwaltschaft stimmt zu, das Verfahren wird vertagt.

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