Die Frauen kamen mit den Bischöfen ins Gespräch.
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Die Frauen kamen mit den Bischöfen ins Gespräch.

Bischofskonferenz

Kundgebung vor dem Fuldaer Dom: Frauen fordern mehr Mitsprache in der katholischen Kirche

Mehr als 20 Frauen haben sich am Dienstag vor dem Fuldaer Dom versammelt, um sich für die Rolle der Frau in der katholischen Kirche stark zu machen. In Fulda findet aktuell die Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe statt.

Fulda - Wichtigstes Thema der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda ist der Reformprozess. Die Meinungen unter den Bischöfen gehen hier weit auseinander. Zudem stehen sie unter starkem Druck von außen: Der Vatikan will, dass möglichst gar nichts verändert wird, die große Mehrheit der Gläubigen erwartet aber Veränderungen, insbesondere ein Ende der strukturellen Diskriminierung der Frauen.

So forderte die Vizepräsidentin des Zentralrats der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, am Dienstag im SWR vollen Zugang von Frauen zu allen Ämtern. „Es geht um eine gleichberechtigte Zugangsmöglichkeit aller Getauften und Gefirmten zu allen Ämtern, die die katholische Kirche zu bieten hat“, sagte die CDU-Politikerin. „Es geht nicht darum, den Frauen netterweise noch etwas entgegenzukommen und ihnen so ein paar Brosamen vom Tisch des Herrn zukommen zu lassen, sondern es geht darum, endlich anzuerkennen, dass Frauen gleichberechtigte und gleichwertige Mitglieder unserer Kirche sind, mit allen Rechten und Pflichten wie andere auch.“

Frauen haben sich am Dienstag vor dem Fuldaer Dom versammelt, um sich für Gleichstellung in der katholischen Kirche stark zu machen.

Bischofskonferenz in Fulda: Frauen versammeln sich vor dem Dom

Ähnlich äußerte sich Angelika Fromm von der Aktion Lila Stola“, einer Arbeitsgruppe der Reformbewegung „Wir sind Kirche“: „Wir fordern den Zugang zu allen Ämtern. Das ist eine Vision, bei der bleiben wir auch“, sagte Fromm. Mit dem Synodalen Weg habe die katholische Kirche in Deutschland eine weltweite Vorreiterrolle eingenommen, der sie gerecht werden müsse.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte, er schätze die Frauen, die in Fulda protestieren, und suche das Gespräch mit ihnen. Mit Blick auf die Frauenfrage verspüre er Druck - „auf der anderen Seite sage ich mir: Wir können nur tun, was wir tun können“, so der Bischof von Limburg. Von konservativen Bischöfen war die Gleichstellungsbewegung Maria 2.0 scharf kritisiert worden.

Etwa 20 Teilnehmerinnen hatten sich mit vorwiegend rosafarbenen Transparenten, Schildern und Kreuzen vor dem Dom eingefunden.

Die Bewegung „Wir sind Kirche“ hält weiteren Fortgang des Reformprozesses für entscheidend für die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. „Wir können nur appellieren an die Bischöfe, diesen Weg weiterzugehen, alles andere würde in die Bedeutungslosigkeit führen“, sagte der Sprecher der Reformbewegung, Christian Weisner, in Fulda. (lio, dpa)

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