Frau bei der Arbeit
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Insgesamt beschäftigt der Landkreis Fulda 184 Beamte. Der Frauenanteil unter den Beamten liegt jetzt bei 53,9 Prozent. (Symbolfoto)

Noch keine Parität bei Führungskräften

Immer mehr Frauen in Ämtern: Landkreis Fulda legt Bericht zur Förderung vor

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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In der Kreisverwaltung rücken mehr Frauen in Führungspositionen auf. „Das ist eine Folge der konsequenten Frauenförderung durch den Landkreis“, sagte Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU) in der jüngsten Sitzung des Kreistags.

Kreis Fulda - Der Landkreis Fulda hat sich einen Frauenförder- und Gleichstellungsplan für die Jahre 2018 bis 2023 gegeben. Jetzt gab Schmitt einen Zwischenbericht. „Drei Aspekte waren uns besonders wichtig: Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Führungskontext, eine geschlechtergerechte Personalgewinnung und -entwicklung sowie das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte Schmitt.

Für die Gewinnung von internen Führungskräften hat der Kreis 2019 und 2020 jeweils ein Assessment-Center durchgeführt. Ausgewählt für das Führungskräfte-Entwicklungsprogramm wurden 2019 elf Frauen und fünf Männer und 2020 sechs Frauen und drei Männer. „Der hohe Anteil an Frauen unter den Nachwuchsführungskräften wird sich zukünftig positiv auf den Anteil der Frauen in Führungskräften auswirken“, ist sich der Vize-Landrat sicher. An dem Führungskräfte-Programm nehmen auch insgesamt neun Kräfte teil, die eine Teilzeitbeschäftigung haben.

In mehreren Pilotprojekten testet der Kreis, ob man auch Führungsfunktionen in Teilzeit ausüben kann. In diesem Fall teilen sich mehrere Kräfte eine Führungsposition. Für Frauen in Führungspositionen hat der Kreis auch ein eigenes Netzwerk gegründet.

Fulda: Immer mehr Frauen in Ämtern - Landkreis legt Bericht zur Förderung vor

Weil schriftliche Mitarbeiter-Beurteilungen ein wichtiger Baustein bei der Personalauswahl sind, hat der Kreis ein neues Beurteilungswesen eingeführt, in dem „strukturelle Beurteilungsfehler“ zu Lasten von Frauen vermieden werden sollen. (Lesen Sie hier: Medizin-Nachwuchs für den Landkreis - Alle 13 Bewerber erhalten Fulda-Stipendium)

Der Kreis hat sich das Ziel gesetzt, bei der Berufsausbildung und Langzeitqualifikationen zu 51 Prozent Frauen zu berücksichtigen. Das ist ihm mehr als gelungen: Im klassischen Verwaltungsstudium liegt der Frauenanteil bei 68 Prozent, in der Ausbildung bei 73 Prozent. Bei der Qualifizierung zum Verwaltungsfachwirt liegt der Frauenanteil ebenfalls bei 73 Prozent. „Diese Zahlen werden in Zukunft zu einer weiteren Erhöhung des Frauenanteils in den derzeit noch unterrepräsentierten Bereichen führen“, sagte Schmitt.

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, bietet der Landkreis seinen Beschäftigten neben der Ferienbetreuung für Kinder eine U3-Kinderbetreuung an. „Das soll vor allem nach der Elternzeit den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern“, erläutert der Beigeordnete.

Insgesamt beschäftigt der Landkreis 184 Beamte. Der Frauenanteil unter den Beamten liegt jetzt bei 53,9 Prozent. Im Oktober 2017 lag die Quote bei 42,9 Prozent. 2013 hatte der Anteil sogar bei erst 33,3 Prozent gelegen. Bei den tariflichen Beschäftigten ist der Anteil mit 67,2 Prozent 2017 und jetzt 66,7 Prozent stabil.

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Bei den Führungskräften ist die Entwicklung nicht so eindeutig: Bei den Fachbereichsleitungen – vier gab es 2017, fünf gibt es jetzt – sank der Anteil von 50 auf 40 Prozent. Unter den 24 Fachdienstleitern wuchs der Frauenanteil von 21,4 auf 25 Prozent, bei den 50 Sachgebiets- und Teamleitungen nahm der Frauenanteil von 33,3 auf 36 Prozent zu.

Auch um Mitarbeitern den Wiedereinstieg nach einer Familienphase zu erleichtern, hat der Landkreis Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören Planungsgespräche vor der Elternzeit, regelmäßige Kontaktmaßnahmen während der Elternzeit und alle zwei Jahre ein Familientag für die Mitarbeiter in Elternzeit und ihre Familienangehörigen.

Wichtig sei dem Landkreis auch, Frauen bei der Besetzung von Gremien mindestens zur Hälfte zu berücksichtigen. Hier sieht die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte noch erheblichen Handlungsbedarf.

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