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Galeria will jede dritte Filiale schließen - was ist mit Fulda?

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Der letzte große deutsche Warenhauskonzern kämpft seit Jahren ums Überleben. Nun muss er zum zweiten Mal Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen. Damit droht das Aus für zahlreiche weitere Warenhäuser.

Essen/Fulda - Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will über 40 seiner verbliebenen 131 Kaufhäuser schließen. Das kündigte Unternehmenschef Miguel Müllenbach in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an. Wenige Stunden zuvor hatte das Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen, wie ein Firmensprecher am Montag (31. Oktober) sagte.

Fulda: Galeria schließt mehr als 40 Filialen - Kündigungen unvermeidbar

Mit den neuen Hiobsbotschaften wachsen auch wieder die Sorgen um die Galeria-Filiale in Fulda. Gerade erst war das Kaufhaus am Universitätsplatz mit Millionenaufwand modernisiert worden. Galeria-Geschäftsführer Miguel Müllenbach persönlich kam Mitte September zur Wiedereröffnung. Welche Filialen betroffen sind, ist noch nicht bekannt.

Der Manager sagte in dem „FAZ“-Interview, um das Unternehmen zu retten, müsse das Filialnetz „um mindestens ein Drittel reduziert werden“. Betriebsbedingte Kündigungen seien unvermeidbar. In einem Mitarbeiterbrief schrieb Müllenbach, das Unternehmen müsse sich von jenen Filialen trennen, die angesichts der Konsumflaute, der Inflation und der Energiekosten „auf absehbare Zeit nicht mehr profitabel zu betreiben sind“. Nur so lasse sich ein endgültiges Scheitern des Unternehmens verhindern. Der Handelsriese mit seinen 17.000 Mitarbeitern ist noch in 97 deutschen Städten vertreten.

Galeria hatte vor dem Gang zum Insolvenzgericht noch mit der Bundesregierung über weitere Finanzhilfen – über die bereits erhaltenen 680 Millionen Euro hinaus – verhandelt. Doch sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass dies kein gangbarer Weg sei, sagte Müllenbach. „Dauerhafte staatliche Darlehen können hier nicht die Lösung sein, sondern es bedarf eines klaren Schnitts hin zu wirtschaftlich tragfähigen Strukturen.“ Während des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 hatte das Unternehmen schon einmal Rettung in einem Schutzschirmverfahren gesucht. Das Insolvenzverfahren dauerte damals bis Ende September.

Galeria beantragt zum zweiten Mal Schutzschirmverfahren

Bei der auf Sanierung ausgerichteten Insolvenzvariante übernimmt ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht über die Rettung, während die Unternehmensführung die Kontrolle behält, aber von einem externen Sanierungsexperten beraten wird. Im Fall von Galeria soll nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ der Düsseldorfer Jurist Frank Kebekus die vorläufige Sachwaltung übernehmen. Der Restrukturierer Arndt Geiwitz soll demnach die operative Sanierung leiten. Schon im Frühjahr 2020 waren die beiden Experten in gleicher Position beim ersten Schutzschirmverfahren im Einsatz. Damals wurden rund 40 Filialen geschlossen, etwa 4000 Stellen abgebaut und mehr als zwei Milliarden Euro an Schulden gestrichen. (Lesen Sie auch: Sorge um Galeria in Fulda: Konzern kündigt Tarifvertrag und bittet Staat um Hilfen)

Fulda: Galeria Karstadt Kaufhof am Uniplatz
Die Fuldaer Galeria-Filiale wurde gerade erst mit Millionenaufwand modernisiert. © Volker Nies

Dennoch urteilte der Handelsexperte Jörg Funder von der Hochschule Worms im Rückblick: „Bei der Galeria-Insolvenz im Jahr 2020 gingen die Einschnitte nicht tief genug.“ Der politische Wille und die Sorge um die Lebensfähigkeit vieler Innenstädte bei einer Schließung der Warenhäuser, aber auch die Interessen von Eigentümer Signa hätten das damals verhindert. „Das Warenhaus hat eine Daseinsberechtigung, aber es benötigt ein großes Einzugsgebiet. Darum ist nur Platz für 50 bis 60 Filialen in Deutschland, nicht für alle 131 Galeria-Kaufhäuser.“ (dpa, sob)

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