Ausgabe auch an Bahnhöfen

Friedenslicht aus Bethlehem erreicht Fulda - Licht bei Auto-Gottesdienst ausgesendet

Besondere Aktion in besonderen Zeiten: Um die Tradition der Weitergabe des Friedenslichtes aus Bethlehem aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr nicht ausfallen lassen zu müssen, fand ein Auto-Gottesdienst statt.

Fulda-Galerie - Marie Chowamietz geht mit ihrer Laterne mit dem Friedenslicht aus Bethlehem von Auto zu Auto. Die Fahrer oder Beifahrer lassen jeweils die Fensterscheibe herunter und entzünden sich eine mitgebrachte Kerze. Der diesjährige Gottesdienst zur sogenannten Aussendung des Friedenslichtes fand in diesem Jahr wegen der Corona-Krise und den strengen Abstands- und Hygieneregeln als Auto-Gottesdienst auf dem Messegelände auf der Fulda-Galerie statt.

Insgesamt rund 100 Fahrzeuge wiesen Ordner auf dem Veranstaltungsgelände vor einer Bühne ein. Weil mitunter drei oder vier Passagiere im Auto saßen, nahmen mehrere Hundert Gläubige teil. Teils waren sie von weither angereist: Die Kennzeichen deuteten auf Marburg, Frankfurt, Melsungen und Gelnhausen in Hessen, das Eichsfeld und Meiningen in Thüringen sowie Werdau bei Zwickau in Sachsen und Nürtingen in der Mitte Baden-Württembergs. Die meisten Autos hatten jedoch Fuldaer Kennzeichen. „Viele Teilnehmer nehmen das Licht mit in ihre Kirchengemeinden“, erklärte Verena Elgner, Mitorganisatorin und Bildungsreferentin der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Der DPSG und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Kurhessen-Waldeck organisieren den ökumenischen Gottesdienst alljährlich im Wechsel im Dom und in der Christuskirche in Fulda.

Friedenslicht aus Bethlehem erreicht Fulda - Licht bei Auto-Gottesdienst ausgesendet

Den rund einstündigen Aussendungs-Autogottesdienst im Corona-Jahr gestalteten Pfarrerin Jana Koch-Zeißig von der Christuskirche und Franziskaner-Bruder Pascal Sommerstorfer, zugleich DPSG-Diözesankurat, wie einen klassischen Gottesdienst mit Predigt, Lesung, Gebeten, Friedensgruß, Segen und Kollekte. Eine Band spielte und sang Lieder. „Weil das Format mit Autos schon außergewöhnlich ist, haben wir den Ablauf klassisch gestaltet“, erklärte Bruder Pascal und verwies auf die Symbolik des Friedenslichtes gerade „in der dunklen Zeit der Corona-Krise“. Es solle Hoffnung geben.

Die Gläubigen konnten den Gottesdienst bei spätherbstlichen Temperaturen in ihren Autos sitzend verfolgen. Hupen unterstützte Fürbitten und signalisierte Applaus, Zustimmung und das Amen-Sagen. Damit auch Teilnehmer in hinteren Fahrzeugreihen zusehen konnten, war eine Großbildleinwand aufgebaut. Über das Autoradio und Lautsprecher wurde der Ton übertragen. Zudem wurde der Gottesdienst aufgezeichnet und in die Christuskirche übertragen – dort schauten rund 40 Gläubige zu – sowie gestreamt. Am Ende brachten Pfadfinder das Friedenslicht an die Autotüren. Es war am Morgen aus Hanau geholt worden, wie Mitorganisator Franz Seidl vom VCP erklärte.

Pfadfinderin Marie Chowanietz reicht eine Laternen mit dem Friedenslicht einem Gläubigen des Autogottesdienstes, der sich eine Kerze entzündet.

Er und Elgner zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung, wenngleich sich die Bildungsreferentin mehr Teilnehmer erhofft hatte. Schließlich sei der corona-konforme Gottesdienst zwei Monate lang vorbereitet worden. Es sei ein „tolles Format“ für jede Generation. (nz)

Fahrer und Passagiere in rund 100 Autos nahmen an dem Autogottesdienst zur Aussendung des Friedenslicht im Bistum auf dem Messegelände teil.

Rubriklistenbild: © Marvin Raußen

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