Freuen sich über jede gut gemeisterte Geburt in 25 Jahren (von links): Tatjana Masché, Johanna Kulmbach und Dorothea Silbersack-Jäger.
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Freuen sich über jede gut gemeisterte Geburt in 25 Jahren (von links): Tatjana Masché, Johanna Kulmbach und Dorothea Silbersack-Jäger.

Jubiläum gefeiert

Geburtshaus Fulda: Rund 800 Babys in 25 Jahren 

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Mehrere Umzüge, rund 800 gemeisterte Geburten, ein Corona-Online-Angebot und seit 2014 keine außerklinischen Geburten mehr: Im Geburtshaus und Familienzentrum Fulda hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. In diesem Jahr feierte es 25-jähriges Bestehen. 

Fulda - An die Anfänge erinnert sich Dorothea Silbersack-Jäger, die seit 17 Jahren im Vorstand des Geburtshauses ist, genau: „Vor 25 Jahren haben sich mehrere Hebammen zusammengetan und ein Geburtshaus gegründet“, erklärt sie und fügt hinzu: „Wir sind ganz blauäugig da rangegangen. Wir haben einfach ein Haus gesucht.“ Ziel sei es gewesen, eine Alternative zur Klinikgeburt zu schaffen. Diese sei damals nämlich „technisierter und nicht so familienfreundlich“ gewesen, erklärt Hebamme Tatjana Masché. Mittlerweile hätten sich allerdings auch die Kliniken an der Geburtshausbewegung orientiert.

Die (werdenden) Mamas haben im Geburtshaus oberste Priorität. Für sie habe man sich schon immer besonders viel Zeit genommen. „Es ist eine Eins-zu-eins-Betreuung“, sagt Masché. Außerdem sei das Verhältnis zu den Müttern sehr vertraut. „Es gibt keine Sie-Ebene.“ In einer Klinik, da ist sich die Hebamme sicher, kriege man das auf diese Weise nicht hin. Man könne „das Wunder der Geburt nicht so sehr als Wunder wahrnehmen“, wie das im Geburtshaus der Fall sei.

Seit 2014 im Geburtshaus Fulda keine außerklinischen Geburten mehr

Wollte eine Frau außerklinisch gebären, musste zuvor „gefiltert“ werden. So habe man etwa eine Schwangere mit entsprechenden Vorerkrankungen ihr Kind nicht im Geburtshaus, sondern in einem Krankenhaus gebären lassen, denn: „Jede Geburt trägt ein Risiko in sich und manches überschreitet die Kompetenzen der Hebammen.“ Häufig sei das in all der Zeit jedoch nicht vorgekommen. Besonders stolz sind die Mitarbeiterinnen des Geburtshauses auf die zahlreich durchgeführten Wassergeburten. „Das ist schon etwas Besonderes“, erklären sie.

Außerklinische Geburten bietet das Geburtshaus und Familienzentrum seit 2014 nicht mehr an. Der Grund dafür liegt in den enorm gestiegenen Versicherungsprämien für die Hebammen. Seitdem haben Frauen allerdings weiterhin die Möglichkeit, diverse Kurse zu besuchen und zur Vor- sowie zur Nachsorge zu gehen.

Jubiläum im Geburtshaus Fulda: „Jede einzelne gemeisterte Geburt war ein Highlight“

Was das Geburtshaus in all den 25 Jahren begleitet hat, waren die vielen Umzüge. Denn die Häuser sollten entsprechende Kriterien erfüllen. „Wir haben immer darauf geachtet, dass der Geburtsraum ruhig gelegen ist.“ Auch die Farben spielten eine Rolle. Oftmals seien die Räume „uterusfarben“ gewesen, berichtet Silbersack-Jäger mit einem Augenzwinkern. Aktuell befinden sich die Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße in Fulda.

Auch die Coronakrise hat die Arbeit im Geburtshaus verändert. „Wir haben viel auf online umgestellt“, sagt die 35-jährige Johanna Kalmbach, die ebenso wie Masché als Hebamme für das Geburtshaus arbeitet. Ein Online-Kurs könne zwar auf die Geburt vorbereiten, jedoch fehle dabei der persönliche Kontakt. Der Austausch unter Schwangeren und Müttern sei schließlich von enormer Bedeutung.

Die Frage nach einem besonderen Highlight in den 25 Jahren beantwortet Masché so:„Jede einzelne gemeisterte Geburt war ein Highlight.“

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