Sanierung geplant

Übler Gestank am Aueweiher: Wie die Stadt Fulda das Problem in den Griff bekommen will

  • Alina Komorek
    VonAlina Komorek
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Der Aueweiher verströmt derzeit an sonnigen Tagen einen üblen Geruch. Das deutet darauf hin, dass der Weiher „umgekippt“ ist. Die Stadt erklärt, wie sie gegen den Gestank kämpft.

Fulda - Der Aueweiher steht mal wieder kurz vor dem Kippen. Alle, die in den Auen spazieren gehen, merken das daran, dass ihnen mitunter ein beißender Geruch in die Nase steigt, der sich vom Ufer des Weihers über die angrenzenden Wiesen und Spazierwege um das Gewässer herum in den Fuldaauen ausbreitet.

Der Stadt Fulda ist das Problem bekannt: „Das Phänomen ist nicht neu und kommt leider vor allem in den Sommermonaten immer wieder vor“, sagte Monika Kowoll-Ferger von der Magistratspressestelle. Sie sagte auch, warum es immer wieder dazu kommt, dass der Aueweiher kippt: „In den vergangenen zwei Wochen ist es zu einem massiven Algenwachstum und damit einhergehend zu einem Absinken des Sauerstoffgehalts im Aueweiher gekommen.“

Fulda: Übler Gestank am Aueweiher - Stadt nennt Ursachen

Kowoll-Ferger erklärte die biologischen Prozesse im umgekippten Aueweiher. Durch den Zufluss des Wassers der Fulda und das Grundwasser des Weihers sammeln sich nach Angabe der Stadt vermehrt Nährstoffe, die das Wachstum von Algen fördern. Dadurch färbt sich der Weiher zunächst grün. (Lesen Sie hier: Wegen Aueweiher-Sanierung in Fulda: Naturschützer sorgen sich um Brutvögel)

Wenn diese sauerstoffproduzierenden Algen dann absterben, werden sie von Bakterien abgebaut, wobei viel im Wasser gelöster Sauerstoff verbraucht wird, der dem Wasser dann fehlt. „In den Bereichen, die nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, treten Fäulnisprozesse ein, und es entsteht ein unangenehmer Geruch“, hieß es von der Stadt.

Um das weitere Umkippen des Gewässers zu vermeiden, muss dem Wasser des Weihers also Sauerstoff zugeführt werden. „Die Belüftungsanlagen im Aueweiher laufen aktuell mit voller Kapazität“, hieß es von der Pressestelle. Falls das nicht reichen sollte, werde die Feuerwehr sauberes Wasser in den Weiher pumpen.

Weil es sich hierbei aber jeweils bloß um kurzfristige Maßnahmen handele, plane die Stadt derzeit eine umfassende Gewässersanierung, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden und die Wasserqualität des Aueweihers steigern soll. „Zukünftig erfolgt über technische Einrichtungen eine ständige Entnahme nährstoffreichen Wassers“, erklärte Kowoll-Ferger.

Die Zersetzung der grünen Algen verbraucht Sauerstoff, der dem Wasser des Weihers fehlt. Dadurch entstehen Fäulnisprozesse, die den Gestank verursachen.

Dieses Wasser werde in einer Anlage am Ufer, dem sogenannten Neptunfilter, aufbereitet. Im Bereich zwischen Aueweiher und Karl-Storch-Straße befindet sich eine Kiesfläche. Dort werde dann der Bodenfilter gebaut, der künftig das Wasser des Weihers reinigen soll.

Das gereinigte Wasser soll anschließend wieder zurück in den Weiher geleitet werden. „Kombiniert wird die Nährstoffentnahme mit einer Belüftung des Gewässergrunds, sodass eine ausreichende Belüftung des Wassers gewährleistet ist“, erklärte die Stadtsprecherin.

Rubriklistenbild: © Alina Komorek

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