50 Zeugen im Prozess geladen

Getötete Ärztin: Landgericht Fulda eröffnet Verfahren gegen Ex-Partner - Tatvorwurf lautet Mord

  • Jessica Vey
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Der Fall hat die Region Fulda Ende des vergangenen Jahres erschüttert: Eine 35-jährige Ärztin wurde in einem Hinterhof getötet. Nachdem die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Ex-Partner der Frau erhoben hatte, eröffnet das Landgericht am 15. April das Verfahren gegen den 31-Jährigen.

Update vom 22. März, 11.52 Uhr: Das Landgericht Fulda hat das Hauptverfahren gegen den 31 Jahre alten Ex-Partner wegen des Tatvorwurfs des Mordes eröffnet - und damit die entsprechende Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Fulda zugelassen. Konkret wird dem Angeklagten zur Last gelegt, am 7. Dezember in Fulda seine 35-jährige Ex-Partnerin mit einem scharfkantigen Gegenstand, vermutlich einem Messer, heimtückisch getötet zu haben. „Zudem hat die Kammer die Fortdauer der Untersuchungshaft angeordnet“, heißt es in der Pressemitteilung des Landgerichts.

Die Verhandlung beginnt am Donnerstag, 15. April um 9.30 Uhr, am Landgericht Fulda. Derzeit sind 16 Verhandlungstage angesetzt. Laut Patrick Krug, Pressesprecher am Landgericht Fulda, sind in dem Verfahren rund 50 Zeugen geladen. „Es geht um die Frage zum Tathergang, aber auch um das Verhältnis zwischen dem Angeklagten und der Getöteten“, erläutert er. Außerdem werden rechtsmedizinische sowie psychiatrische Sachverständige gehört.

Auch werden zwei Nebenkläger an dem Prozess beteiligt sein, bestätigt Krug auf Nachfrage unserer Zeitung: Dies ist zum einen der Sohn der getöteten Ärztin. „Weil der aber erst zwei oder drei Jahre alt ist, wird er gesetzlich durch seinen Vater, den Ex-Ehemann der Getöteten, vertreten“, erklärt der Pressesprecher. Die zweite Person, die als Nebenklägerin auftreten wird, ist die Mutter der Verstorbenen.

Getötete Ärztin in Fulda: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-Partner wegen Mordes

Update vom 24. Februar, 14.39 Uhr: Im Fall der 35-jährigen Ärztin, die am 7. Dezember 2020 in Fulda getötet wurde, hat die Staatsanwaltschaft Fulda Anklage am Landgericht Fulda wegen des Verdachts des Mordes erhoben. Das erklärt die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung.

Die Staatsanwaltschaft schreibt: „Nach Abschluss der umfangreichen Ermittlungen ist der 30-jährige Angeschuldigte hinreichend verdächtig, seine Ex-Partnerin am 7. Dezember 2020 heimtückisch getötet zu haben, indem er dieser mittels eines scharfkantigen Gegenstandes, vermutlich eines Messers, eine einzige gezielte Stich-/Schnittverletzung gegen den Hals beigebracht haben soll, die dazu führte, dass das Opfer nur etwa zwei Minuten nach der Tat an einer Kombination aus Verbluten und Ersticken noch am Tatort verstarb“. Der Angeschuldigte soll dabei die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers zur Begehung der Tat bewusst und in feindseliger Willensrichtung handelnd ausgenutzt haben.

Fall der getöteten Ärztin: Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt weiter

Erstmeldung vom 14. Januar: Fulda - Fünf Wochen sind vergangen, seit in einem Hinterhof in der Fuldaer Nikolausstraße eine tote Frau gefunden wurde. Noch am Tattag war ihr Ex-Freund festgenommen worden. Seitdem sitzt dieser als dringend Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft arbeitet an der Anklage gegen den 30-jährigen Fuldaer. Doch noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen.

Dr. Christine Seban, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, sagt unserer Zeitung: „Es stehen noch einige Untersuchungsergebnisse und Spurenauswertungen aus. Auch das schriftliche Obduktionsgutachten liegt noch nicht vor.“ Erst, wenn alle Unterlagen zur Verfügung stünden und die Ermittlungen abgeschlossen seien, könne Anklage erhoben werden; Seban geht davon aus, dass diese auf Mord lauten wird.

Getötete Ärztin in Fulda: Ex-Mann der 35-Jährigen will als Nebenkläger auftreten

Vier Wochen, so schätzt sie, braucht es noch bis zur Anklage-Erhebung. Das Landgericht Fulda wird dann entscheiden, ob die Anklage zugelassen und ein Strafverfahren gegen den 30-Jährigen eröffnet wird. Wann mit einem Prozessbeginn zu rechnen sei, sei schwer zu sagen, so Seban. Aber weil sich der Tatverdächtige in U-Haft befindet, gilt das Beschleunigungsgebot. Das heißt, dass im Zeitraum von bis zu sechs Monaten nach der Tat ein Verfahren eröffnet werden soll – sechs Monate wären Anfang Juni vorbei.

Bildergalerie: Tote Frau in Hinterhof gefunden

Die Ermittlungen haben begonnen: In der Nikolausstraße in Fulda wurde eine Frauenleiche gefunden.
Die Ermittlungen haben begonnen: In der Nikolausstraße in Fulda wurde eine Frauenleiche gefunden. © Hanna Wiehe
Die Polizei hat den Bereich um den Fundort der Leiche gesperrt.
Die Polizei hat den Bereich um den Fundort der Leiche gesperrt. © Hanna Wiehe
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof gefunden. Die Ermittlungen laufen.
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof gefunden. Die Ermittlungen laufen. © Fuldamedia
Die Polizei hat mit der Spurensicherung begonnen.
Die Polizei hat mit der Spurensicherung begonnen. © Fuldamedia
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof in der Nikolausstraße gefunden.
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof in der Nikolausstraße gefunden. © Hanna Wiehe

Das Gericht wird nicht nur über die Zulassung der Anklage entscheiden, sondern auch über die Zulassung der Nebenklage. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft erläutert, dass der Ex-Ehemann der Getöteten sich einen Anwalt genommen hat und im Prozess als Nebenkläger auftreten möchte. Er lebt in Baden-Württemberg, hält sich aber laut Seban in Fulda auf. Er ist der Vater des zweijährigen Sohnes, den die 35-jährige Ärztin hinterlässt.

Getötete Ärztin in Fulda: Tatverdächtiger schweigt weiter

Mit dem Ex-Freund, der jetzt in U-Haft sitzt, war die 35-Jährige erst seit Ende 2019 zusammen. Im September oder Oktober 2020 folgte die Trennung, es war laut Seban eine „problembehaftete Beziehung“. Die Staatsanwältin hatte berichtet, dass die 35-Jährige nur wenige Wochen und Monate vor ihrem Tod mehrere Anzeigen gegen den Verdächtigen gestellt hatte – wegen Körperverletzung, Beleidigung und Nachstellung.

Am Tatort - im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in der Nikolausstraße - wurden Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt.

Der 30-Jährige ist unter anderem wegen Körperverletzung vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft geht aktuell von dem Tatmotiv aus, dass er die Trennung nicht akzeptiert habe. Er schweigt bislang zu der Tat.

Die 35-Jährige war durch eine Stich-, beziehungsweise Schnittverletzung am Hals verblutet oder erstickt. Der Tatverdächtige hatte am Morgen des 7. Dezember, als sie von der Nachtschicht aus dem Herz-Jesu-Krankenhaus kam, wohl im Hinterhof ihrer Wohnung auf sie gewartet und sie tödlich verletzt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich der zweijährige Sohn und die Mutter der Getöteten in ihrer Wohnung. Der 30-Jährige wurde wenige Stunden später in einer Wohnung in Fulda festgenommen. Von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur.

Rubriklistenbild: © Marius Scherf

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