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Neues Gewerbegebiet für Fulda: Stadt kauft Flächen an der A7-Auffahrt Nord

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Von: Sabrina Mehler

Die Fläche liegt in der Gemarkung Dietershan, zwischen A7 und B27. Die Bundesstraße ist bereits Petersberger Gemeindegebiet.
Die Fläche liegt in der Gemarkung Dietershan, zwischen A7 und B27. Die Bundesstraße ist bereits Petersberger Gemeindegebiet. © Sabrina Mehler

Die Stadt Fulda stellt die Weichen für ein neues Gewerbegebiet, das in den nächsten Jahren an der Autobahnauffahrt Fulda-Nord entstehen und mit den Gemeinden der Stadtregion entwickelt werden soll. Das Areal ist rund 17 Hektar groß. Interessenten gibt es längst.

Fulda - Das Gebiet zwischen Autobahn, B27 und der Ortslage Dietershan ist momentan landwirtschaftlich genutzte Fläche. Etwa die Hälfte des rund 17 Hektar großen Areals hat sich die Stadt Fulda in den vergangenen drei Jahren sichern können. Das sei erfreulich und übertreffe die Erwartungen, berichten Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) im Gespräch mit unserer Zeitung.

In den nächsten Jahren sollen auch die restlichen Flächen erworben werden. Doch das erfordert einen langen Atem, betonen beide und sprechen von einem „Marathonlauf“. Eine der Herausforderungen: Einige der Landwirte benötigen für ihren Betrieb Ersatzflächen; doch diese sind – zumal in der Nähe – dünn gesät und müssen erst einmal gefunden werden.

Fulda: Neues Gewerbegebiet - Stadt kauft Flächen an der Autobahnauffahrt Nord

Dass das Gewerbegebiet zügig entwickelt werden kann, ist für die Stadt unerlässlich. Wie in vielen anderen Kommunen auch gibt es in Fulda zu wenige freie Flächen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. „Der Standort Fulda entwickelt sich sehr gut, aber wir waren in der Vergangenheit oft nicht in der Lage, Unternehmen Flächen zur Verfügung stellen zu können“, bestätigt Wingenfeld.

Weil nur noch in Lehnerz Restflächen vorhanden seien, habe man immer wieder Firmen absagen müssen: „Das ist ernüchternd.“ Der Oberbürgermeister weist darauf hin, dass Fulda im Wettbewerb mit anderen Regionen, sogar anderen Bundesländern stehe, den man nicht verlieren wolle. „Wir müssen unseren Unternehmen eine Perspektive geben.“

Daher hatte die Stadt vor einigen Jahren das Büro Albert Speer + Partner in Frankfurt beauftragt, um auszuloten, welche Flächen für Gewerbeansiedlungen entwickelt werden können. Die Planer bestätigten das Potenzial der Fläche an der Autobahn in der Gemarkung Dietershan.

In erster Linie sollen sich hier Betriebe ansiedeln, die schon in Fulda ansässig sind und erweitern wollen, was an ihrem bisherigen Standort nicht ohne weiteres möglich ist. Außerdem verfolgt die Stadt das Ziel, Unternehmen aus dem Technologiepark West zu verlagern. In dem Ende der 70er Jahre fern ab der großen Verkehrswege erschlossenen Gewerbegebiet befinden sich heute mehrere Logistikbetriebe, die ihre Lkw quer durch Fulda schicken müssen, um die Autobahn im Osten der Stadt zu erreichen.

Mit einem Umzug an die A7 könnte die Belastung der Verkehrsadern wie Niesiger und Leipziger Straße durch den Lastverkehr verringert werden, hoffen Wingenfeld und Schreiner. Ähnliches sei bereits vor wenigen Jahren mit der DHL-Verlagerung von Haimbach nach Lehnerz gelungen.

Oberbürgermeister: „Wir müssen unseren Unternehmen eine Perspektive geben“

Die Logistikbetriebe seien für eine solche Lösung bereit, berichtet Wingenfeld. Jedoch gehe es bei den Plänen nicht um einen reinen Logistikpark, sondern um ein Gewerbegebiet mit verschiedenen Branchen, die qualifizierte Arbeitsplätze böten, betonen Oberbürgermeister und Stadtbaurat.

Für das Vorhaben muss die landwirtschaftlich genutzte Fläche im Flächennutzungsplan umgewidmet werden. Zudem wird die Stadt auch in Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium und der Regionalplanung treten müssen, die ein strenges Auge auf jeglichen Landverbrauch hat. Oberbürgermeister und Stadtbaurat weisen aber darauf hin, dass Fulda im Landesentwicklungsplan als „Teil einer Verdichtungsachse“ gesehen wird. „Daher sind wir zuversichtlich, dass unsere Stadtentwicklung entsprechend unterstützt wird.“

Weil in Hessen bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete interkommunalen Kooperationen Vorrang eingeräumt wird und weil die Zufahrt zu dem Areal ohnehin nur über Petersberger Gemeindegebiet erfolgen kann, will Fulda die Nachbarn ins Boot holen. Mit dem Petersberger Bürgermeister Carsten Froß (CDU) stehe man bereits in regelmäßigem Austausch.

Video: Grundsteinlegung für Tegut-Logistikzentrum an der A7

Dieser sieht die Pläne positiv, denn auch Petersberg erreichen viele Anfragen von Unternehmen, erklärt Froß auf Nachfrage. „Leider können wir derzeit so gut wie keine Flächen anbieten.“ Ein Standort an der Autobahn sei für die Entwicklung eines Gewerbegebiets prädestiniert. „Wir wollen aber behutsam vorgehen, um auch Themen wie Flächenversiegelung und Naturschutz Raum zu geben“, so der Bürgermeister. Er sei zuversichtlich, dass dies mit der Stadt Fulda gelingen könne.

Ganz so schnell wird es allerdings wohl nicht gehen. „Wir brauchen sicher noch einige Jahre, bis wir so viele Flächen besitzen, dass wir die Pläne umsetzen können“, erklärt Daniel Schreiner. Bis zum ersten Spatenstich wird also noch reichlich Verhandlungsgeschick gefragt sein.

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