Der Ausbau des Glasfasernetzes ist geplant.
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Ein Glasfaser-Masterplan des Landkreises Fulda und der Gemeinden ist schon in Arbeit.

Masterplan für alle Kommunen

Glasfasern bis in jedes Haus - Jetzt werden die Ausbaupläne im Kreis Fulda konkret

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Die Pläne von Landrat Bernd Woide (CDU), dass jeder Haushalt im Kreis in den nächsten Jahren einen Glasfaseranschluss erhält, werden konkret. Kreis, Städte und Gemeinden bitten Spezialisten, ein Ausbaukonzept zu entwickeln.

Kreis Fulda - Die Städte und Gemeinden im Kreis Fulda unterstützen den Vorstoß des Landrats, Glasfaser bis in jedes Haus zu verlegen. Damit könnte jeder Nutzer das Internet dann mit Gigabit-Volumen nutzen. „Wir warten schon darauf, dass der Ausbau losgeht“, sagt Bürgermeister Heiko Stolz (CDU).

Stolz, Rathauschef in Neuhof und Vorsitzender der Bürgermeister-Versammlung im Kreis, berichtet, dass gerade die Unternehmen auf den Glasfaser-Ausbau drängen. „Einzelnen Firmen reichen die vorhandenen Bandbreiten bei weitem nicht aus. Sie lassen dann im eigenen Auftrag Glasfaser bis in ihr Betriebsgelände legen – und müssen dafür dann einiges zahlen“, berichtet Stolz. „Eichenzell, wo Glasfaer schon flächendeckend liegt, hat da als Firmenstandort deutliche Vorteile.“ Vor allem im ländlichen Raum würden auch Ärzte und die Landwirtschaft vom schnellen Internet profitieren.

Fulda: Glasfasern bis in jedes Haus - Jetzt werden die Ausbaupläne im Kreis konkret

Um zu sehen, welche Schritte als nächstes getan werden müssen, haben die Gemeinden und der Landkreis gemeinsam ein Konzept, einen sogenannten Masterplan, in Auftrag gegeben. Dieser Plan für das Kreisgebiet soll im Oktober 2021 vorliegen.

„Die Umsetzung der Glasfaser-Planungen und damit die Erreichung der Gigabit-Ziele des Bundes und des Landes Hessen stellt eines der komplexesten und damit herausforderndsten Infrastrukturvorhaben der kommenden Jahre dar“, erklärt Lisa Laibach von der Pressestelle des Kreises. Die Kommunen hätten eine gemeinsame Planung in Auftrag gegeben, um öffentliche Mittel sparsam einzusetzen, sagt Laibach. Der Plan für ein Netz, das den Anforderungen einer Gigabit-Gesellschaft genügt, kostet 220.000 Euro. Die Kosten werden über die Förderung de Bundes finanziert.

Bau von 5G-Masten

Das Mobilfunkanbieter Vodofone macht Dampf beim Ausbau der Masten für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Das Unternehmen hat in Hilders eine neue 5G-Station in Betrieb genommen.

An neun weiteren Standorten im Kreis wird die 5G-Technologie bis Mitte 2022 eingebaut: in Fulda (zwei Masten), Eichenzell, Hünfeld, Großenlüder. Flieden, Burghaun (zwei Masten) und erneut Hilders. Mittelfristig will Vodafone alle Bürger im Kreis an das 5G-Netz anbinden.

Vodoafone baut auch das derzeitige LTE-Netz aus:Der Netzbetreiber nimmt in Neuhof und Künzell je eine neue LTE-Stationen in Betrieb, um LTE-Funklöcher zu beseitigen. An den vorhandenen LTE-Masten in Hünfeld, Fulda und Großenlüder bringt der Konzern für mehr Kapazitäten zusätzliche LTE-Antennen an. In Fulda, Neuhof und Flieden ist der Neubau von je einem LTE-Mast geplant. (vn)

Das Plangebiet umfasst alle Kommunen im Kreis – außer Eichenzell; hier ist bereits eine Glasfaserinfrastruktur bis in die Gebäude vorhanden. Der Masterplan soll ein Konzept für ein flächendeckendes Glasfasernetz entwickeln, das im Prinzip jedes Haus erreicht. „Dabei werden auch vorhandene Infrastruktur und Mitverlegungs- und Mitnutzungsmöglichkeiten, Bebauungspläne und geplante Baumaßnahmen an Verkehrswegen berücksichtigt“, erklärt Laibach. Das Konzept soll auch zentrale Übergabepunkte für das Netz vorschlagen.

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Nicht zuletzt soll dieser Masterplan auch skizzieren, wie viel es kostet, die heutige Netzinfrastruktur zu einem flächendeckenden Glasfasernetz auszubauen. In dem Konzept soll geprüft werden, ob man wichtige Plätze zum Aufbau von freiem WLAN anbindet und ob mit dem Glasfaser Mobilfunkstandorte angebunden werden können.

Der Masterplan umfasst zudem eine Auflistung der zu verlegenden Strecken der Rohre und Kabel in Kilometerangabe sowie die Art und Kapazität der Rohre auf Gemeindeebene.

Glasfaserausbau im Kreis Fulda: Ausbaukonzept ist schon in Arbeit

Die Fraktionen im Kreistag haben sich in unserer Zeitung bis auf die AfD bereits positiv zu den Plänen des Landrats geäußert. Zwei Kernfragen muss der Kreis beantworten: Welche Bereiche werden von Kommunikationsfirmen mit Glasfaser versorgt, ohne dass sie dafür Zuschüsse erhalten?In der Fuldaer Innenstadt verlegt die Deutsche Telekom ja derzeit auf eigene Rechnung Glasfaser. Die zweite Frage wird sein: Welche Zuschüsse sind zu erwarten? Der Bund will ab 2023 wieder Fördermittel bereitstellen. Wie hoch diese sind, ist noch offen.

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