Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig feierte am Ostersonntag zwei Gottesdienste unter strengen Corona-Auflagen.
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Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig feierte am Ostersonntag zwei Gottesdienste unter strengen Corona-Auflagen.

Unter Corona-Bedingungen

Gottesdienst an Ostersonntag in der Versöhnungskirche in Fulda - Pfarrerin Oehm-Ludwig: „Wir leben, was wir glauben“

Bei einem Gottesdienst am Ostersonntag lud Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig die Besucherinnen und Besucher ein, im Glauben an die Auferstehung mit weniger Furcht zu leben.

Fulda - Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig von der evangelischen Gemeinde Versöhnungskirche-Matthäuskirche Fulda empfing die Gläubigen am Ostersonntag an der Kirchentür und wies ihnen einen Platz in der Versöhnungskirche an. Etwa 40 Besucherinnen und Besucher waren auf den Aschenberg gekommen, um mit Maske und Abstand in der Corona-Pandemie das Osterfest zu feiern. Mit dem traditionellen „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden“ begrüßte Kirchenvorsteher Albrecht Herzog die Gottesdienstbesucher.

„Wer an die Auferstehung glaubt, lebt mit weniger Furcht“, predigte die Pfarrerin. Nicht umsonst sei das Erste, was der Engel zu den Frauen am Ostermorgen gesagt habe, „Fürchtet euch nicht!“ gewesen. Menschen hätten zwar Furcht, es könne sogar ein „Geist der Furcht“ herrschen – in der Familie, am Arbeitsplatz oder weltweit, aber Christinnen und Christen hätten etwas, das sie der Furcht entgegensetzen könnten: den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (Lesen Sie hier: Osternacht mit Bischof Gerber: Hunderte Gläubige feiern Gottesdienst im Livestream)

Fulda: Pfarrerin feiert in Versöhnungskirche Gottestdienst an Ostersonntag unter Corona-Bedingungen

Pfarrerin Oehm-Ludwig erzählte auch von Martin Luther, der, wenn er Angst hatte, mit großen Buchstaben: „Ich bin getauft“ auf die Tischplatte geschrieben habe. „In der Taufe sagt Gott einem Menschen ganz persönlich seinen Beistand zu. Darum gelte: Fürchte dich nicht“, so die Pfarrerin. Das habe Luther geholfen, seine Furcht zu überwinden.

Im Kampf gegen die Furcht sei auch die Besonnenheit von Bedeutung. Besonnenheit sei etwas, das man in Corona-Pandemie dringend brauche – sowohl im öffentlichen und politischen Bereich als auch im privaten und persönlichen. „Wir brauchen es, dass wir vor allem Reden und Handeln ruhig werden und nachdenken. Am besten noch: beten“, sagte die Pfarrerin.

Wegen Corona: In der Versöhnungskirche wurden an Ostern zwei Gottesdienste angeboten

Weil kein Gemeindegesang möglich ist, sorgte Sängerin Johanna Kümmel für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Begleitet wurde sie von Edith Müssig an der Orgel und auf der Flöte. Pfarrerin Oehm-Ludwig präsentierte der Gemeinde die neue Osterkerze, die von Schwester Brita Lieb gestaltet wurde. Zum Abschied konnten die Gottesdienstbesucher Segensbändchen mit der Aufschrift „Hoffnungsträger*in“ mit nach Hause nehmen. Nach dem Tragen könne man das Band in die Erde legen, denn es seien Blumensamen enthalten, erklärte die Pfarrerin. Sie ermutigte die Menschen, an Ostern selbst zu Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträgern zu werden.

Am Abend feierte die Gemeinde einen weiteren Ostergottesdienst. Der erste Corona-Lockdown hatte auch die Gemeinde der Versöhnungskirche-Matthäuskirche im vergangenen Jahr zum Verzicht auf Ostergottesdienste gezwungen. Pfarrerin Oehm-Ludwig erlebte, wie schmerzlich das von vielen Gemeindemitgliedern empfunden wurde. Daher entschied sich der Kirchenvorstand, in der Corona-Zeit zwei Gottesdienste pro Sonntag anzubieten. „Auf diese Weise ermöglichen wir mehr Menschen die Teilnahme“, sagte die Pfarrerin.

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