Vorbild für die Graffitifläche am Bahnhof Flieden soll die Gestaltung des Fuldaer Bahnhofs sein.
+
Vorbild für die Graffitifläche soll die Gestaltung des Fuldaer Bahnhofs sein.

„50 Jahre Großgemeinde“

Graffiti soll Bahnhof Flieden zum Jubiläum zieren - CDU lehnt Verschönerung ab

  • Marcus Lotz
    VonMarcus Lotz
    schließen

Auf Antrag der Grünen prüft die Gemeinde, ob der Bahnhof zum anstehenden 50-jährigen Jubiläum mit einer Graffitifläche verschönert werden soll. Die CDU hatte die Idee mit Blick auf die Finanzen kategorisch abgelehnt.

Flieden - Wie Sonja Pappert (Grüne) ausführte, solle die Fläche in der Bahnhofsunterführung entstehen. Hierzu solle die Erlaubnis der Bahn eingeholt werden. Pappert begründete den Antrag damit, dass die Gemeinde im kommenden Jahr ihr Jubiläum „50 Jahre Großgemeinde“ feiere. Das Graffiti eines Künstlers könne etwa einen Bezug zum Jubiläum, zur Vereinsarbeit oder dem Königreich selbst herstellen. Der „eher triste“ Bahnhof, der „aktuell nicht sehr attraktiv“ sei, könne dadurch aufgewertet werden. Pappert nannte etwa die Gestaltung am Bahnhof in Fulda als Vorbild. Mithilfe von Zuschüssen aus dem Corona-Konjunkturpaket wurde das Gebäude im letzten Jahr aufgehübscht.

Klaus Neidert, Fraktionsvorsitzender der CDU, meldete mehrere Bedenken an: So hinke der Vergleich mit Fuldaer Bahnhof, denn dieser sei ein stark frequentierter ICE-Bahnhof. In Flieden hingegen fahre jede Stunde ein Zug, dazwischen sei die Unterführung komplett leer. Dies öffne Tür und Tor für „jeden Schabernack“, so Neidert: „Da braucht nur irgendein Hohlkopf einen Strich durchziehen. Es gibt genug Chaoten.“

Fulda: Graffiti soll Bahnhof Flieden zum Jubiläum zieren - CDU lehnt Idee ab

Die Motivsuche könne sich in die Länge ziehen, die Fliesen seien als Untergrund nicht ideal, vor allem aber koste es Geld. Neidert: „Wenn wir uns das leisten können, scheinen wir in Geld zu schwimmen. Wir lehnen das kategorisch ab.“ Pappert erwiderte: „Die Kosten schätze ich als nicht so hoch ein. Fliesen sind kein Problem und wenn man immer Angst davor hat, dass etwas kaputt gemacht wird, kann man nie etwas verändern.“

Dirk Leitschuh, Fraktionsvorsitzender der SPD, sprang Pappert hingegen bei: Es handele sich lediglich um einen Prüfantrag, der keine großen Kosten nach sich ziehe. Leitschuh regte an, dass Jugendbetreuer eine Aktion zusammen mit Jugendlichen und einem Künstler starten könnte. Zudem könne man sich um Fördermittel bemühen.

FDK: „Man sollte dem Projekt eine Chance geben“

Auch Hendrik Seifert, Fraktionsvorsitzender der FDK, sagte: „Ich finde, man sollte dem Projekt eine Chance geben.“ Anspielend darauf, dass eine entsprechende Anfrage an die Bahn kein großer Aufwand sei, fügte er an: „Ich bin dafür, diesen Anruf zu tätigen.“ Bürgermeister Christian Henkel (CDU) erwiderte: „Mich hat niemand gefragt, ob ich mal Kontakt mit der Bahn aufnehme.“

Die Gemeindevertretung beschloss mit den Stimmen von FDK, SPD, Grünen und FDP gegen die Stimmen der CDU bei einer Enthaltung, das Projekt prüfen zu lassen.

Das könnte Sie auch interessieren