An Fuldaer Schulen könnte es bald Gratis-Menstruationsartikel geben. (Symbolfoto)
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An Fuldaer Schulen könnte es bald Gratis-Menstruationsartikel geben. (Symbolfoto)

Antrag der Grünen

An Fuldaer Schulen könnte es bald Gratis-Tampons und -Binden geben - Pilotprojekte starten

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Kostenlose Hygieneartikel sind in deutschen Schulen anders als etwa in Schottland noch die Ausnahme. In Fulda könnten sie vielleicht bald Standard werden – zumindest sollen an zwei Schulen nun entsprechende Pilotprojekte starten.

Fulda - Bewegung in das Thema hat ein Antrag der Grünen gebracht, der nun im Schulausschuss behandelt wurde und mehrheitlich Zustimmung fand (lesen Sie hier: Schülerrat im Kreis Fulda fordert Gratis-Menstruationsartikel auf Schultoiletten). Die Stadtfraktion forderte kostenlose Menstruationsartikel für Schülerinnen an allen weiterführenden Schulen der Stadt Fulda.

Binden und Tampons seien wie Toilettenpapier keine Luxusartikel, heißt es in der Begründung des Antrags. Die Maßnahme würde zum einen junge Frauen aus einkommensschwächeren Familien unterstützen, da für Hygieneprodukte und Schmerzmittel bis zu 500 Euro jährlich ausgegeben werden müssten. Zum anderen werde „das berechtigte Anliegen untermauert, die Periode nicht länger als Tabuthema zu behandeln“, erklären die Grünen.

Fulda: Bald Gratis-Tampons und -Binden an allen Schulen?

Der Ausschussvorsitzende Dr. Albert Post sowie Bürgermeister Dag Wehner (beide CDU) erklärten, dass im Magistrat bereits diskutiert worden sei, mindestens zwei Fuldaer Schulen zu Pilotschulen zu machen – eine davon ist die Rabanus-Maurus-Schule, an der seit einem halben Jahr kostenlose Menstruationsartikel ausgegeben werden.

Die Debatte während der Sitzung drehte sich unter anderem darum, das Angebot möglichst niedrigschwellig zu unterbreiten, sowie darum, wie und wo dies geschehen könnte. Die Grünen-Vertreterinnen Jutta Hamberger sowie Muriel Heiland, aber auch Luca Pfeifer von der CDU wiesen darauf hin, dass sich insbesondere junge Mädchen schämen könnten, wenn sie die Produkte im Sekretariat abholen müssten.

Die weitgehend einhellige Meinung war deshalb, dass die Ausgabe etwa auch in Sanitätsräumen oder der Mediathek möglich sein könnte. Aus Sorge vor einem „unsachgemäßen Umgang“ mit den Produkten sei eine Beaufsichtigung sinnvoll, so Wehner, der sich daher dagegen aussprach, die Artikel in den WC-Räumen auszulegen.

Gratis-Menstruationsartikel: Stadt Fulda testet Angebot an zwei Schulen

Die Dauer des Pilotprojekts schätzte Wehner auf ein halbes bis ganzes Jahr, um Erfahrungen gewinnen zu können. Die Schulen sollen auch eigene Ideen entwickeln können, wie die Artikel zugänglich gemacht werden können. Bei einer Enthaltung des AfD-Vertreters wurde der Antrag beschlossen.

Schülervertreter, die sich im Vorfeld bereits für kostenlose Hygieneartikel eingesetzt hatten und während der Sitzung anwesend waren, zeigten sich zufrieden: „Wir freuen uns“, erklärte Kreisschulsprecher Moritz Bindewald. Allerdings plädierte er für „noch niedrigschwelligere Angebote“, für die die Schülerinnen nicht aktiv nachfragen müssten, zum Beispiel die Auslage direkt in den Toilettenräumen.

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