Bundesumweltministerin Schulze plant einen Gesetzes-Entwurf zum Plastiktüten-Verbot.
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Die Grünen will sämtliche Plastiktüten vom Wochenmarkt in Fulda verbannen. Ihr Antrag wurde jedoch abgelehnt.

Regelung gehe zu weit

„Hemdchenbeutel“ bleiben erlaubt - Antrag zu Plastiktüten-Verbot am Wochenmarkt in Fulda abgeschmettert

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung will sämtliche Plastiktüten vom Wochenmarkt verbannen. Ihr Antrag wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses jedoch abgelehnt. Den anderen Fraktionen ging eine solche Regelung zu weit.

Fulda - Um unnötigen Kunststoffmüll zu vermeiden, sollen die Händler des Wochenmarkts in Fulda keine Plastiktüten mehr verwenden dürfen: Diesen Antrag hatte die Fraktion der Grünen bereits im Oktober vergangenen Jahres gestellt – nun wurde das Anliegen im zuständigen Ausschuss debattiert. Fraktionsvorsitzende Silvia Brünnel wies darauf hin, dass auch in anderen Städten, beispielsweise in Hanau, Marktbeschicker nur noch plastikfreie Tüten verwenden dürfen. „Auch Fulda als Klimakommune würde das gut zu Gesicht stehen. Wir sind als Stadt in der Verantwortung, dem Klimawandel aktiv zu begegnen“, erklärte sie.

Bürgermeister Dag Wehner (CDU) plädierte allerdings dafür, sich an dem zu orientieren, was der Bundestag im November vergangenen Jahres beschlossen hatte. Demnach dürfen ab dem Jahr 2022 keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden, die eine Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometern haben. Darunter fallen die Standard-Tüten, die man üblicherweise an der Ladenkasse bekommt. Ausgenommen vom Verbot sind allerdings neben besonders starken Mehrweg-Tüten dünne Plastikbeutel, wie man sie in den Obst- und Gemüseabteilungen und mitunter auch auf dem Wochenmarkt findet.

Fulda: Grüne wollen keine Plastiktüten auf dem Wochenmarkt - Das sagt der Bürgermeister

Die Verwendung dieser wegen ihrer Form sogenannten Hemdchenbeutel soll erlaubt bleiben, fand Dag Wehner. Dem schloss sich CDU-Fraktionschefin Patricia Fehrmann an, die ein generelles Verbot von Plastiktüten ebenfalls als nicht zielführend betrachtete. Auf dem Wochenmarkt in Fulda würden bereits viele Papiertüten verwendet, und Händler würden ihre Kunden bitten, eigene Behältnisse mitzubringen. „Allerdings gibt es Lebensmittel, bei denen Papiertüten durchweichen.“ Für diese sollen leichte Plastiktüten auch künftig möglich bleiben.

Und auch Hans-Dieter Alt, der Vorsitzende des Ausschusses, wusste aus eigener Erfahrung zu berichten: „Die Marktbeschicker sind bei diesem Thema ausgesprochen sensibel. Sie fragen häufig nach eigenen Behältnissen.“ Er sei der Meinung, dass die Stadt Fulda auf die „Selbstregulierungskräfte“ setzen solle, anstatt eine neue Verordnung zu erlassen.

Oberbürgermeister zu Plastiktüten-Verbot: Nachhaltige Ausrichtung des Wochenmarkts sei Ziel der Stadt Fulda

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) wies darauf hin, dass es auch ohne ein explizites Verbot das Ziel der Stadt sei, eine möglichst nachhaltige Ausrichtung des Wochenmarkts zu bekommen. Darauf werde die Verwaltung in Gesprächen mit den Händlern hinwirken.

Gar nichts mit dem zur Diskussion stehenden Antrag anfangen konnte der Vorsitzende der CWE-Fraktion, Martin Jahn. Er warf den Grünen „Geschwätzpädagogik“ vor: „Das ist kein Thema für die Kommunalpolitik. Ob Plastik oder Papier – das interessiert die Bürger doch gar nicht.“ Es gebe derzeit wichtigere Dinge zu bereden.

Grüne wollen Plastiktüten-Verbot auf Wochenmarkt - Antrag wird abgelehnt

Dies sah Jonathan Wulff, der Chef der SPD-Fraktion, allerdings etwas anders: „Natürlich ist es wichtig, auch solche Dinge zu behandeln. Auch eine Kommune kann bei einem solchen Thema durchaus Akzente setzen.“ Zum Abschluss meldete sich Michael Grosch, der Chef der FDP-Fraktion, zu Wort: Er stellte die Frage, ob Papiertüten denn tatsächlich besser als Plastiktüten seien. Er sei der Meinung: „Das einzige, was hier hilft: weniger Tüten verwenden.“

Der Antrag der Grünen wurde mit neun Stimmen von CDU, CWE, FDP und Bürger für Osthessen abgelehnt. Die zwei Mandatsträger von Grünen und Links für soziale Gerechtigkeit stimmten zu. Die zwei Abgeordneten der SPD enthielten sich ihrer Stimme.

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