Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda.
+
Im Jahr 2011 hatte die kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik einen Neubau am Herz-Jesu-Krankenhaus bezogen.

Herz-Jesu-Krankenhaus

Zehn Jahre Kinder- und Jugendpsychiatrie in Fulda: Mehr als 2000 Patienten behandelt

Seit zehn Jahren behandelt die kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik am Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda Kinder und Jugendliche, die mit seelischen Krisen und psychischen Problemen kämpfen. 

Fulda - Seitdem die teilstationäre Tagesklinik 2011 den Neubau am Herz-Jesu-Krankenhaus bezogen hat, gehört die Einrichtung zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen zum festen Angebot der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik innerhalb des Krankenhauses. Schon zuvor hatte es am Aschenberg seit 2007 eine Tagesklinik gegeben, die bis 2017 parallel in Betrieb war.

Das Angebot richtet sich an Kinder ab dem 5. und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, die durch ihre Erkrankung nicht so stark eingeschränkt sind, dass ein vollstationärer Aufenthalt notwendig ist. So können die Nächte und das Wochenende zu Hause verbracht werden. Zahlreiche Störungsbilder werden behandelt, darunter Ängste und Depressionen, ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, Autismus und Einnässen. „Seit der Eröffnung konnten viele Patienten von dem Angebot profitieren“, sagt Chefarzt Privatdozent Dr. Frank Theisen, der die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Fulda leitet.

Fulda: Mehr als 2000 Patienten in Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt

Seit Beginn seien in den Tageskliniken am Herz-Jesu-Krankenhaus, am Aschenberg sowie in Bad Hersfeld mehr als 2000 Kinder und Jugendliche behandelt worden. „Das breite und individuelle Behandlungsangebot wird gut angenommen.“ Über die Jahre hinweg habe sich die Klinik stetig entwickelt und auf Herausforderungen wie die Corona-Pandemie flexibel reagiert.

Zu Beginn ist es wichtig, Vertrauen aufzubauen. Deshalb bekommt jeder Patient einen Bezugsbetreuer oder eine -betreuerin. In den ersten Wochen erfolgt eine ausführliche Diagnostik, in der Stärken und Schwächen erhoben werden. Auf dieser Basis werden ein individuelles Konzept der Behandlung sowie ein Therapieplan erstellt, um die Patienten entsprechend der persönlichen Entwicklung und Belastbarkeit zu fördern.

Dafür steht ein großes Behandlungsteam bereit, das sich aus Ärzten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychologen, Pädagogen, dem Pflege- und Erziehungsdienst sowie den Fachtherapeuten für Bewegungs- sowie Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie, Ernährungsberatung sowie dem Sozialdienst zusammensetzt. „Das enge Teamwork liegt mir sehr am Herzen und ist essenziell in der Arbeit mit den jungen Patienten und ihren Familien“, sagt Theisen. (Lesen Sie hier: Diese Hunde arbeiten im Krankenhaus - Klinikum begrüßt Therapiehunde)

Vertrauen zu Beginn wichtig - Jeder Patient erhält Bezugsbetreuer

Die Beschulung während der Aufenthalte erfolgt durch die angebundene Klinikschule St. Lioba. In der Tagesklinik stehen Räumlichkeiten für Einzel- und Familientherapie, Ergo- und Bewegungstherapie, Spielzimmer sowie große Gruppenräume und eine Küche für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen Außenbereich mit Spielflächen und einer Multifunktionshalle. Zudem gibt es freizeitpädagogische Angebote, darunter Ausflüge in die Region.

Behandelt werden die Patienten teilstationär zwischen 8 und 16.30 Uhr. Der Tagesablauf ist strukturiert; dabei sollen psychische und soziale Kompetenzen sowie die Übernahme von Verantwortung erlernt werden. Eine Anmeldung für die Klinik erfolgt meist über die Institutsambulanz der Abteilung durch die Sorgeberechtigten, kann aber ebenso durch einen Facharzt geschehen. (sam)

Das könnte Sie auch interessieren