Das Hessentagspaar Vera Vogt und Max Dudyka.
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Das Hessentagspaar Vera Vogt und Max Dudyka.

Veranstaltung trotz Corona?

Straßenumfrage zum Hessentag: Das sagen Fuldaer zur Idee, das Fest zu verschieben

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Keine Frage, der Hessentag ist für die ausrichtende Stadt Konjunkturprogramm und Fördergeldbringer in einem. Das Landesfest ist aber auch, und das nicht zuletzt, ein Ort der Begegnung, der Unterhaltung und des gemeinsamen Erlebens. Wie bewerten Fuldaer Bürger und Bürgerinnen die Idee, die Veranstaltung wegen der Pandemie zu verschieben?

Fulda - Soll die traditionsreiche Großveranstaltung im Mai stattfinden – oder doch lieber erst im Herbst oder gar noch später, wenn mehr Menschen geimpft sind? Darüber diskutiert die Fuldaer Stadtpolitik. Wir haben nun nach der Meinung der Bürger und Bürgerinnen gefragt.

„Die Gesundheit geht vor“, sagt Ralf Jestädt, der daran erinnert, dass gestern mehr als 1000 Tote innerhalb eines Tages gemeldet wurden. „Das ist erschreckend.“ Daher hält er die Ausrichtung des Hessentags im kommenden Mai für zu früh: „Im August oder September beispielsweise gibt es ja auch noch schöne Tage.“

Hessentag: Das sagen Fuldaer Bürgerinnen und Bürger zur Idee, das Fest zu verschieben

Ähnlich sieht das auch die Fuldaerin Ortrud Tornow-Griebel: „Ich bin der Meinung, dass der Hessentag in den Herbst verlegt werden sollte, wenn genügend Menschen geimpft sind und sich die Situation stabilisiert“, erklärt sie. Doch auch dann sollte das Fest eher kleiner gehalten werden, findet die Fuldaerin: „Und es sollen sich insbesondere die hiesigen Gastronomen daran beteiligen können.“

Die drei Freundinnen Jutta Pötzl (Fulda), Regina Blau (Künzell) und Christine Kreitner (Heppenheim) hingegen finden, dass mit Hygienemaßnahmen und entsprechenden Vorschriften auch im Frühjahr schon viel möglich sein kann. „Wir haben ja jetzt den Impfstoff, und es gibt für alles ein Konzept“, sagt Pötzl. Blau fügt hinzu, dass Sicherheitskräfte dann die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren sollten. Alle drei weisen darauf hin, wie sehr sie das „normale Leben“ vermissen: „Momentan ist ja alles dicht.“

Hans-Jürgen Weide: „Im Mai ist es noch zu früh“

Eher skeptisch ist Isabel Koch aus Fulda. Eine Veranstaltung im Mai kommt zu früh, glaubt sie. Im Sommer könnte sich die Lage zwar „halbwegs entspannt“ haben, dennoch wäre es ihr am liebsten, wenn der Hessentag ins Jahr 2022 verlegt wird. Sie erinnert daran, dass auch andere Veranstaltungen, beispielsweise Fasching, abgesagt wurden.

„Im Mai ist es noch zu früh“, sagt Hans-Jürgen Weide ebenfalls. Auch, weil die Stadt Fulda derzeit noch viel vorbereiten müsste, glaubt er.„Man sollte den Hessentag daher in den Herbst verschieben.“

Video: Vera Vogt und Max Dudyka sind das Fuldaer Hessentagspaar

Kompromisse finden und das Beste daraus machen

„Wir würden schon gerne am Hessentag teilnehmen“, betont Uwe Schanz. „Es wäre schön, wenn wir mal wieder rauskommen“, ergänzt seine Frau Isabell Schanz. Beide können sich das Landesfest im Mai vorstellen – wenn sich die Veranstaltungen weit über die Stadt verteilen. Sie betonen: „Es ist wichtig, positiv zu denken.“

„Wir dürfen die Brisanz, die wir zurzeit haben, nicht bagatellisieren“, unterstreicht Georg Schwarz. Vor Spätsommer werde wohl kaum Ruhe einkehren, glaubt der Fuldaer. Denn es benötige Zeit, bis die nun angelaufenen Impfungen auch tatsächlich greifen:„Das dauert sicher noch ein halbes oder dreiviertel Jahr.“ Andererseits mahnt er aber auch: „Wir dürfen nicht alles einschlafen lassen.“ Man müsse die Gegebenheiten hinnehmen, Kompromisse finden „und das Beste daraus machen“.

Der 22-jährige Alexander Gerk findet: „Die Corona-Krise und die Krankheit haben wir im Mai sicher noch nicht überstanden.“ Daher ist er für einen späteren Hessentag: „Aber auch im August könnte es noch nicht so weit sein. Man muss sich immer die aktuelle Situation genau anschauen.“

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