Der OB-Kandidat Jonathan Wulff (SPD) fordert die Verschiebung des für Anfang Mai in Fulda geplanten Hessentags wegen Corona.
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Der OB-Kandidat Jonathan Wulff (SPD) fordert die Verschiebung des für Anfang Mai in Fulda geplanten Hessentags wegen Corona.

Landesfest 2021 in Fulda

Debatte um Hessentag: Oberbürgermeister-Kandidat Wulff (SPD) legt nach - „Weichen für Verschiebung stellen“

„Im Herbst haben wir eine realistische Chance auf einen echten Hessentag. Wir sollten Sie nutzen!“, mit diesen Worten fordert der OB-Kandidat Jonathan Wulff (SPD) die Verschiebung des für Anfang Mai 2021 in Fulda geplanten Hessentags. Der amtierende Oberbürgermeister und Bewerber der CDU, Dr. Heiko Wingenfeld, bezeichnete dies im Dezember als „nicht hilfreich“. Jetzt legt Wulff nach - und bezieht sich auf Landrat Bernd Woide (CDU).

Update vom 29. Dezember, 14.17 Uhr: In der Debatte um den Hessentag in Fulda legt der Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, Jonathan Wulff, nach. Er erklärt in einer Pressenotiz: „Wir müssen jetzt die Weichen für eine Verschiebung des Hessentages stellen.“

Wulff nimmt dabei Bezug auf eine Äußerung von Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU) im Interview mit unserer Zeitung. Woide hatte erklärt, ihm fehle - als Bürger der Stadt - die Fantasie, wie in gerade einmal fünf Monaten ein großer Hessentag in Fulda stattfinden solle. Wulff erklärt dazu: „Angesichts der nun gestarteten Corona-Impfkampagne haben wir eine echte Chance auf einen tollen Hessentag im Spätsommer/Frühherbst. Wir sollten sie nutzen! Das sind wir insbesondere den Einzelhändlern, Gastronomen und Kulturschaffenden Fuldas schuldig! Aber dazu müssen wir jetzt die Weichen für eine Verschiebung stellen.“

Wulff vermutet, dass inzwischen auch der Magistrat der Stadt Fulda mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) an der Spitze „eine Verschiebung des Hessentages beabsichtigt“. Wulff, der auch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtparlament ist, stützt sich dabei auf Äußerungen Wingenfelds gegenüber den Fraktionen, nach denen die Stadt mit dem Land Hessen und dem Landkreis Fulda in Gesprächen sei und Mitte Januar im Hessentagsbeirat Vorschläge zum weiteren Vorgehen unterbreitet werden sollten.

Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) im Dezember: „Debatte zum jetzigen Zeitpunkt nicht hilfreich“

+++ 18.40 Uhr: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld hält eine wahlkampfmotivierte Debatte um eine mögliche Verschiebung des Hessentages im kommenden Jahr zum jetzigen Zeitpunkt für „nicht hilfreich“. Mit Bezug auf die Aussagen von Jonathan Wulff, SPD-Kandidat für das Amt des Fuldaer Oberbürgermeisters, erklärt Wingenfeld: „Wir haben mit Ausbruch der Pandemie ein flexibles Konzept für den Hessentag entwickelt, welches auch die Unterstützung der SPD gefunden hat. Wir wollen das anbieten, was pandemiebedingt Ende Mai 2021 möglich sein wird.“ Natürlich stehe er zum Hessentag und sehe diesen als große Chance für die Stadt Fulda. Gegenwärtig allerdings stehe sowohl beim Land Hessen als auch bei der Stadt und dem Landkreis die Bewältigung der Pandemie im Fokus.

„Wir stehen in engem Austausch mit der Staatskanzlei und selbstverständlich werden wir uns in den kommenden Wochen eng mit dem Land darüber abstimmen, was möglich sein wird und was nicht“, betonte der Oberbürgermeister. Anfang des kommenden Jahres solle die aktuelle Lage in den städtischen Gremien bewertet und die Optionen beraten werden, kündigte er an. Eine Entscheidung müsse in jedem Falle von der Stadtverordnetenversammlung getroffen werden, die 2017 auch den Beschluss über die Bewerbung zum Hessentag gefasst habe.

Erstmeldung vom 9. Dezember, 14.23 Uhr:

Fulda - Jonathan Wulff (SPD) verweist in seiner Pressemitteilung darauf, dass in den nächsten Wochen mit dem Beginn der Corona-Impfungen gerechnet werde. Es sei wahrscheinlich, dass im Herbst ein Großteil der Bevölkerung immunisiert sei, sodass Großveranstaltungen dann wieder möglich wären.

„Der Hessentag bietet uns die Gelegenheit, Fulda auch überregional als attraktive und lebenswerte Stadt zu präsentieren. Ein Hessentag im Mai könnte diesem Ziel nicht nutzen. Wenn er überhaupt stattfinden darf, kann er sich allenfalls an die Bürgerinnen und Bürger der Region richten“, meint Wulff.

Jonathan Wulff (SPD) fordert Verschiebung des Hessentags in Fulda

Der 45-jährige verweist auch auf den Appell des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD), Veranstaltungen im zweiten Halbjahr 2021 zu planen. Scholz hatte Hilfen für den Fall in Aussicht gestellt, dass Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte coronabedingt abgesagt werden müssen. (Lesen Sie hier: Masken im Hessentag-Look: „Foll geschützt“ für das Landesfest in Fulda).

Video: Vera Vogt und Max Dudyka sind das Fuldaer Hessentagspaar

Aus Wulffs Sicht spreche außerdem der Standort des geplanten Impfzentrums in der Waideshalle des Esperantohotels gegen einen Hessentag im Mai. Der Hessentag solle nämlich unter anderem auf der Ochsenwiese stattfinden. Diese werde aber auch als Parkplatz für Besucher des Impfzentrums benötigt. Für den OB-Kandidaten steht fest: „Wenn ich Oberbürgermeister der Stadt Fulda wäre, würde ich mich jetzt mit der Bitte auf Verschiebung des Hessentages an die hessische Landesregierung wenden.“ (hoß, zen)

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