Walter Mühlhausen hielt die Festrede zur Eröffnung der Sonderausstellung im Vonderau Museum.
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Walter Mühlhausen hielt die Festrede zur Eröffnung der Sonderausstellung im Vonderau Museum.

100 geladene Gäste

„75 Jahre Verfassung in Hessen und Fulda“ - Sonderausstellung im Vonderau Museum eröffnet

  • Anke Zimmer
    VonAnke Zimmer
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Mit gleich mehreren Plädoyers für den Schutz der nicht selbstverständlichen Demokratie ist gestern die Sonderausstellung im Vonderau Museum Fulda zum Thema „75 Jahre Verfassung in Hessen und Fulda“ eröffnet worden.  

Fulda - „Als die Demokratie zurückkam“: Das große Projekt aus analoger Ausstellung, digitaler Vermittlung, authentischen Zeitzeugenberichten, vielschichtigem Rahmenprogramm und einer Außenraum-Präsentation sollte das „Herzstück des Hessentags“ werden, wie Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) gestern bei einer Feierstunde im Museumshof erklärte.

Auch nach der Corona-bedingten Absage des Landesfestes hielt die Stadt an der Aktion fest. Zumal die hessische Verfassung, die am 1. Dezember 1946 in Kraft trat, ebenso wie der Hessentag auf einem gemeinsamen Grundgedanken basiere: „Menschen zusammenbringen und eine hessische Identität schaffen.“ Und nicht zu vergessen: „Demokratie ist eine historische Errungenschaft, keine Selbstverständlichkeit“, sagte er vor rund hundert geladenen Gästen.

Fulda: 75 Jahre Hessische Verfassung - Sonderausstellung im Vonderau Museum

Dies hob auch Eva Kühne-Hörmann in ihrer Ansprache hervor. Die Hessische Justizministerin betonte, dass es kein Selbstläufer sei, wenn man die Demokratie bewahren wolle. „Eine Verfassung und der Rechtsstaat sind Garanten für unsere Freiheit“, erklärte sie im Hinblick auf die Pandemie, denn „es sind die Instrumente, mit denen Einschränkungen überprüft werden können“. Spannend sei die Ausstellung, da sie, mit dem historischen Hintergrund im Blick, zeige, wie die Verfassung auch heute natürlich eine bedeutende Rolle in unser aller Leben spielt.

„Verfassungstexte allein sind kein Garant für Demokratie.“ Mit deutlichen Worten zielte Dr. Alexander Jehn, Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, darauf ab, dass diese Staatsform nur dank der Beteiligung der Bürger funktioniere. „Freiheit ist die schwierigste Eroberung“, sagte er, „denn sie braucht Mut und Verstand. Freiheit ist harte Arbeit.“ Dass diese Arbeit bewältigt werden könne, habe Hessen nach Kriegsende und trotz eines von Hunger und Elend geprägten Alltags gezeigt. „Ein neues Land wurde aus den Trümmern gezimmert.“ Mit der Verfassung habe sich das „Retortenprodukt Hessen“ ein inneres Gerüst gegeben.

Sonderausstellung im Vonderau Museum - Dr. Walter Mühlhausen hält Festrede

Auf die spezielle Entstehungsgeschichte des Landes ging in seiner Festrede Dr. Walter Mühlhausen ein, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. Unter dem Titel „Wie Phönix aus der Asche“ zeichnete er den Weg nach, den das Bundesland, dessen Grenzen von den Amerikanern nach dem Krieg gezogen worden waren, zurücklegte, bis es über seine Verfassung abstimmen konnte. Innerhalb kürzesten Zeit, erklärte er, wurde „das starke Fundament für Demokratie in Hessen“ geschaffen. „Das verdient unseren Respekt.“

Die Eröffnung wurde musikalisch begleitet von Brigitta Ambs und Daniel Müller von der Musikschule Fulda.

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