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Stammzellspende für Professor Huth: 942 Menschen lassen sich an Aktionstag der Hochschule registrieren

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Fulda: Hochschule unterstützt bei Stammzellspende für Professor Huth
Vor dem Raum S001 im Student Service Center hat sich eine Schlange zur Registrierung gebildet. © Hochschule Fulda

Prof. Dr. Michael Huth aus dem Fachbereich Wirtschaft an der Hochschule Fulda ist lebensbedrohlich an Blutkrebs erkrankt und benötigt dringend eine passende Stammzellspende. Deswegen fand am Mittwoch eine Registrierungsaktion auf dem Campus statt.

Fulda - Insgesamt haben sich während der Aktion am 21. Dezember von 8 bis 18 Uhr 942 potenzielle Spenderinnen und Spender registriert und in die weltweite Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen lassen, wie die Hochschule Fulda in einer Pressenotiz mitteilt. Demnach haben sich auf dem Campus 415 Personen registrieren lassen, über die Online-Aktion 527.

Fulda: Hochschule unterstützt bei Stammzellspende für Professor Huth

„Es ist toll, dass sich so viele beteiligen“, sagt Professor Dr. Jozo Acksteiner, ein Kollege vom Fachbereich Wirtschaft. Er hat gemeinsam mit dem hochschulübergreifenden Organisationsteam – Prof. Marc Birringer, Peter Diehl, Tim Rodrian und Prof. Dr. Dominik Skauradszun – die Registrierungsaktion organisiert. „Wir danken allen, die sich heute haben registrieren lassen. Mit der Aktion machen wir auf das Thema Stammzellspende aufmerksam – für Michael und alle anderen Betroffenen.“

Um 8 Uhr sind laut Pressemitteilung die ersten vor der Arbeit beziehungsweise Vorlesung zur Neuregistrierung auf den Campus gekommen. Unter den Registrierten seien unter anderem Studierende und Mitarbeitende der Hochschule sowie Angestellte regionaler Unternehmen, mit denen Professor Huth als Logistikexperte kooperiert und im engen Austausch steht. Neben der Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), der Hochschule Fulda und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) haben unter anderem auch die Firmen EDAG, Jumo, Tegut, Zufall und der Logistikmanagement-Stammtisch auf die Registrierungsaktion hingewiesen.

„Mit 415 Neuregistrierungen auf dem Campus haben wir so viele Menschen erreicht wie bei keiner bisherigen Registrierungsaktion“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar. „Hinzukommen die vielen Personen, die sich zusätzlich über die Online-Aktion registriert haben. Für uns als Hochschulleitung ist es selbstverständlich, dass wir unseren Kollegen bei seiner Suche nach einer passenden Stammzellspende unterstützen.“ (Lesen Sie auch: Hessischer Gesundheitspreis für die an der Hochschule Fulda entwickelte App „Nebolus“)

Registrierung bei der DKMS

Auch privat kann man sich ohne großen Aufwand ein Registrierungsset über die Seite der DKMS kostenlos zuschicken lassen. Die Registrierung kostet die DKMS jeweils 40 Euro, finanziert wird der Betrag durch Geldspenden von Privatpersonen, Vereinen, Unternehmen und Stiftungen. Die Spenden werden auch genutzt, um die Forschungsarbeit und Internationalisierung der DKMS voranzutreiben.

Nach Angaben der DKMS fehlt aktuell jedem*r zehnten Blutkrebspatient*in die passende Stammzellspenderin oder der passende Stammzellspender, obwohl weltweit bereits mehr als 11 Millionen potenzielle Spender*innen bei der DKMS registriert sind.

Die Proben der aktuellen Registrierungsaktion werden von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) innerhalb der nächsten vier bis fünf Wochen ausgewertet und die Person als potenzielle Stammzellspender*in pseudoanonymisiert in die Datenbank aufgenommen.

Bereits 2013 und 2018 fanden an der Hochschule Fulda Registrierungsaktionen auf dem Campus statt. Während der Aktion 2013 haben sich insgesamt 286 Personen als potenzielle Spender registrieren lassen, drei von ihnen sind als passende Spender identifiziert worden und konnten Stammzellen spenden, berichtet die Hochschule. 2018 hätten sich insgesamt 230 Personen registriert, von denen eine Person bereits spenden konnte. Während der Corona-Pandemie habe es 2020 eine Online-Aktion gegeben, bei der sich weitere 45 Personen als mögliche Spender registriert hätten.

Michael Huth ist seit 2006 Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Fulda. Während eines beruflichen Aufenthalts in Südafrika verschlechterte sich sein Gesundheitszustand im September plötzlich drastisch, die Ärzte vor Ort vermuteten nach den ersten Untersuchungen Blutkrebs. Nach seinem Rückflug nach Deutschland bestätigte sich der Verdacht. Aktuell befindet sich Michael Huth im Krankenhaus, nur mit einer Stammzellspende hat er eine Chance auf Genesung. (sob)

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