Beiträge sparen
+
Die Hochschule Fulda befragt 2000 Senioren zu ihren Lebensumständen in der Barockstadt.

Studie der Hochschule

Wie ist das Leben in Fulda? 2000 Senioren werden befragt

Eine Umfrage unter älteren Bewohnern der Stadt führt die Hochschule Fulda in den kommenden Monaten durch. Ziel der Studie ist es, ihre Lebensqualität in der Region zu verbessern und sie in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen.

Fulda - Wer in der Kernstadt Fulda lebt und älter als 65 Jahre ist, fällt automatisch in den Lostopf: Gemeinsam mit der Stadt Fulda versendet die Hochschule am 1. September 2000 Fragebögen per Post an ältere Bürger. Diese haben anschließend 14 Tage lang Zeit, die Fragen stellvertretend für ihre demografische Gruppe zu beantworten. Die Daten werden dabei anonymisiert erhoben.

Mithilfe der repräsentativen Befragung soll erfasst werden, wie die zufällig ausgewählten Senioren ihren Alltag in Fulda bewältigen. So werden unter anderem Informationen zu Einkauf, Mahlzeiten, Mobilität und Gesundheit erfragt. Die Verantwortlichen erhoffen sich von dem Projekt, den Bürgern eine bessere Unterstützung bei der selbstständigen Bewältigung ihres Alltags gewährleisten zu können. Das Thema beschäftigt Wissenschaft und Politik auch über die Region hinaus. Da der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft zunimmt, stehen viele Kommunen vor ähnlichen Herausforderungen.

Fulda: Leben in der Barockstadt - 2000 Senioren werden befragt

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt bei Professor Dr. Jana Rückert-John und Professor Dr. Christine Küster, die an der Hochschule Fulda in den Bereichen Ernährungssoziologie und Sozialökologie des privaten Haushalts tätig sind. (Lesen Sie hier: Hochschule Fulda veranstaltet Gesundheitsrallye für Jugendliche)

„Wir stellen die Alltagsversorgung der Menschen in den Fokus“, erklärt Küster. Insbesondere Ernährung und Essen strukturierten den Alltag von Senioren. Ebenso seien auch Wohnumgebung und soziales Umfeld zentrale Lebensaspekte, die in der Studie berücksichtigt werden müssten. Sie ergänzt: „Unterstützung zur Selbstständigkeit und Selbstbestimmung ist laut aktueller Studien ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit im Alter – aber leider nicht selbstverständlich.“

Daran soll nun in der Region Fulda gearbeitet werden. Gemeinsam mit den Stadtteilbüros, Bürgerzentren und dem Seniorenbüro haben sie den Fragebogen ausgearbeitet. Rückert-John und Küster sind dankbar für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. „Wir haben vorab einige Interviewstudien durchgeführt, manche Gespräche dauerten dabei mehrere Stunden. Dabei haben sich bereits erste relevante Themen herauskristallisiert, jedoch können wir diese nicht verallgemeinern. Daher erheben wir nun Daten auf breiterer Basis“, erläutert Rückert-John.

Das Projekt wird ab sofort mithilfe von Flyern und Plakaten in der Stadt und den Bürgerzentren beworben. Die Verantwortlichen wollen dadurch Projekt und Ansprechpartner sichtbar machen und bewirken, dass möglichst viele Auserwählte an der Befragung teilnehmen. Außerdem sollen so Anlaufstellen in den Blickpunkt der älteren Menschen gerückt werden, die ihnen alltägliche Unterstützung und Anschluss vermitteln können. (Lesen Sie auch: Warum der Förderverein der Hochschule Fulda mehr Stipendien vergeben möchte)

Das Projekt

Bei den Senioren handelt es sich um eine Zielgruppe, die demografisch an Bedeutung gewinnt und zu Pandemiezeiten schwer erreicht werden kann. Mittels der Befragung sollen nun datenschutzkonform Informationen zur Tagesstruktur der älteren Bürger erhoben werden, um Verbesserungspotenzial in der Region aufzudecken. Sie findet über das Regionale Innovationszentrum für Gesundheit und Lebensqualität (RIGL) Fulda statt und wird von der Hochschule Fulda sowie der Stadt Fulda betreut. Die Fragebögen werden ob ethnischer Zusammensetzung der Zielgruppe in den Sprachen Deutsch, Russisch und Türkisch an 2000 Fuldaer versendet. Unterstützend wird eine Telefon-Hotline in allen drei Sprachen angeboten.

Die Auswertung der Umfrage soll bis zum Frühsommer 2022 erfolgen. Bürgermeister Dag Wehner (CDU) betont das gemeinsame Interesse von Wissenschaft und Praxis am Projekt. Er hofft, dass die zufällig auserwählten Bürger die Chance nutzen und Missstände aufdecken, um die Lebensqualität von Senioren in der Region zu verbessern. Eine freiwillige Teilnahme an der Umfrage ist nicht möglich. (von Sophie Brosch)

Das könnte Sie auch interessieren