1. Fuldaer Zeitung
  2. Fulda

Hosenfelds Altbürgermeister Müller wieder im Büro - Foto-Ausstellung im alten Rathaus

Erstellt:

Von: Marcus Lotz

Für einen Tag nahm Eckhardt Müller (links) im Beisein von Peter Malolepszy seinen Posten im alten Rathaus wieder ein – hier im ehemaligen Standesamt, stilecht mit Zigarre.
Für einen Tag nahm Eckhardt Müller (links) im Beisein von Peter Malolepszy seinen Posten im alten Rathaus wieder ein – hier im ehemaligen Standesamt, stilecht mit Zigarre. © Marcus Lotz

Das neue Rathaus in Hosenfeld ist seit Oktober Sitz der Gemeindeverwaltung. Mit coronabedingter Verzögerung wurde es am Freitag feierlich eingeweiht. Gleichzeitig nahm im alten Rathaus Altbürgermeister Eckhardt Müller seinen Posten wieder ein – zumindest für einen Tag.

Hosenfeld - „Endlich können wir das neue Rathaus der Öffentlichkeit zeigen“, freute sich Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) Freitagnachmittag. Rund 80 Besucherinnen und Besucher waren zum „Tag der offenen Rathaustür“ in die Hainzeller Straße in Hosenfeld (Kreis Fulda) gekommen.

In seiner Rede ließ Malolepszy die Historie des Umbaus der ehemaligen Metzgerei auf dem einstigen Brähler-Areal Revue passieren. Denn das Rathaus am Kirchpfad war in die Jahre gekommen – das Dach war undicht, die Räumlichkeiten für die wachsende Verwaltung zu klein und so manches Anliegen von Bürgerinnen und Bürger musste draußen im Auto erledigt werden, weil betagtere Menschen nicht mehr die Stufen hochsteigen konnten.

Fulda: Neues Rathaus in Hosenfeld eingeweiht

Eine Sanierung und Erweiterung oder ein Neubau wäre zu teuer gewesen. Gleichzeitig schloss der Familienbetrieb Brähler Gaststätte und Metzgerei. Die Bauherrengemeinschaft Heiko Merz & Manuel Habicht interessierte sich für das Objekt, suchte aber noch nach einer Verwendung. So kam es, dass die Gemeinde Anfang Oktober als Mieterin in das umgebaute Gebäude zog. „Das verlangte unserem Team alles ab“, sagte Malolepszy, der seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich für diesen Kraftakt dankte.

Der Trakt direkt neben der Tagespflege besteht aus zwei Etagen im ehemaligen Metzgerei-Teil im Erdgeschoss und dem früheren Fremdenzimmer-Bereich im Obergeschoss mit einer Gesamtfläche von rund 550 Quadratmetern. Im Eingangsbereich befindet sich das Bürgerbüro, zudem gibt es ein Kassenbüro, ein größerer Sitzungsraum im Erdgeschoss sowie ein kleinerer Besprechungsraum im Obergeschoss, zwei Teeküchen und neun Einzelbüros. Zusätzlich stehen im Dachgeschoss Archivräume zur Verfügung.

Pfarrer Sebastian Latsch von der katholischen Kirchengemeinde St. Georg Großenlüder stellte bei der anschließenden Segnung fest: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Diesem Anfang soll auch ein Segen innewohnen.“ Offene Türen stünden symbolisch für Zugewandtheit, sagte Pfarrer Stefan Bürger von der Kreuzkirche. „Ich wünsche mir, dass die Menschen hier offene Türen finden und glücklich wieder hinausgehen.“

Bürgermeister Malolepszy: „Das verlangte unserem Team alles ab“

Nach der Segnung bestand nicht nur die Möglichkeit, die Räumlichkeiten im „neuen“ Rathaus zu besichtigen. Auch im alten Rathaus nur wenige Meter entfernt gab es etwas ganz Besonderes zu bestaunen: Eckhardt Müller, ehemaliger und erster Bürgermeister von Hosenfeld, bezog dort wieder Posten, und zwar im alten Standesamt.

„Hier haben sie alle damals ,Ja‘ gesagt – zumindest die meisten“, scherzte der 84-Jährige, eher er hinter dem Schreibtisch Platz nahm. Neben einer Schreibmaschine und einem alten Diktiergerät stand dort auch ein altes Telefon. Unter dem Gelächter der Anwesenden griff Müller nach dem Hörer, sprang auf und meldete gehorsam in den Hörer: „Jawoll, Herr Landrat!“

Spannend war Müllers Rückschau auf die Anfänge der Gemeinde, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert: „Wir hatten damals nichts, keine Satzung, kein Ortsrecht. Wir mussten für die Verwaltung erst mal Stühle kaufen. Ich war die Hebamme der Gemeinde.“

Im weiteren Gebäudetrakt befanden sich dicke Ordner und Stellwände mit alten Fotos, etwa von der Unterzeichnung der Grenzänderungsverträge im Jahr 1971, die von den Gästen neugierig in Augenschein genommen wurden. Im Anschluss ging es wieder zurück zum neuen Rathaus, wo es Kaffee, Kuchen und Gegrilltes gab.

Auch interessant