Bei zwei Bränden im Mai 2016 wurden unter anderem an drei Wohnwagen, einem Aufsitzrasenmäher, einem Radlader, einem am Wirtschaftsgebäude abgestellter Kleinbus angezündet worden; zudem war im Waschmaschinenraum Feuer gelegt worden.
+
Bei zwei Bränden im Mai 2016 wurden unter anderem an drei Wohnwagen, einem Aufsitzrasenmäher, einem Radlader, einem am Wirtschaftsgebäude abgestellter Kleinbus angezündet worden; zudem war im Waschmaschinenraum Feuer gelegt worden.

Wohnwagen angezündet

Brandstiftung und versuchter Mord auf Campingplatz in Hosenfeld - Jetzt startet Gerichts-Prozess in Fulda

Es hatte für Aufsehen und Entsetzen gesorgt: Im Sommer 2016 hatte es auf dem Campingplatz in Hosenfeld gebrannt. Nun steht der Fall vor der juristischen Aufarbeitung: Ein Strafprozess beginnt.

Hosenfeld/Fulda - Es ist fast fünf Jahre her, dass ein Mann versucht haben soll, im Mai 2016 einen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Hosenfeld anzuzünden. Anfang September 2020 hatte das Verfahren gegen ihn unter anderem wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Fulda beginnen sollen. Doch der Angeklagte erschien nicht vor Gericht.

Dem damals 23 Jahre alten Mann nicht aus der Region stammenden ehemaligen Bewohner des Campingplatzes wird nun zur Last gelegt, vor vier Jahren auf dem Gelände versucht zu haben, einen Wohnwagen anzuzünden, obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass sich darin ein Mensch befunden habe. Der Brand wurde gelöscht, niemand wurde verletzt.

Fulda: Brandstiftung und versuchter Mord auf Campingplatz - Jetzt startet Prozess

Im September des vergangenen Jahres, als der Mann wiederholt nicht vor Gericht erschien, beschloss die Kammer, nach ihm suchen zu lassen. Es sei ein Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen worden, wie Landgericht-Pressesprecher Patrick Krug auf Nachfrage erklärte. Inzwischen sei der Mann gefunden worden und befinde sich in Haft.

Ein Antrag auf Haftbefehl der Staatsanwaltschaft wenige Wochen nach der Tat hatte das Amtsgericht Fulda abgelehnt. Die Behörde hatte demnach im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft keinen dringenden Tatverdacht gesehen.

In der Nacht auf den 20. Mai 2016 war – so berichtete es der betroffene Camper damals – an gleich sechs Stellen eines ausgebauten und erweiterten Wohnwagens Feuer gelegt worden. Nachts, während er schlief. „Ich hätte umkommen können“, sagte er damals unserer Zeitung. Es war damals nur deswegen nichts passiert, weil ein Nachbar das Feuer bemerkt und Alarm geschlagen hatte. Und weil die brennenden Gegenstände, die der Täter verteilt und durch ein gekipptes Fenster in die Behausung geworfen hatte, von alleine erloschen.

Nach Feuer auf Campingplatz in Hosenfeld startet Prozess in Fulda - Angeklagter befindet sich in Haft

Ein zweiter – verheerender – Brand ereignete sich in der Nacht auf den 9. Juni: Dabei waren auf einer Wiese des Campingplatzes zwei Wohnwagen, ein Aufsitzrasenmäher, ein Radlader, ein am Wirtschaftsgebäude abgestellter Kleinbus angezündet worden; zudem war im Waschmaschinenraum Feuer gelegt worden. Die Fahrzeuge und die Wohnwagen brannten aus. Das Feuer im Waschmaschinenraum erlosch.

Verletzt wurde in jener Nacht niemand. Ein Anwohner war durch die 40.000 Quadratmeter große Camping-Anlage gelaufen und hatte die Bewohner geweckt – und damit wohl Schlimmeres verhindert. Der Schaden betrug nach Polizeischätzungen rund 50.000 Euro. Das Verfahren vor dem Landgericht Fulda wegen Brandstiftung und versuchten Mordes soll am Donnerstag, 4. Februar, beginnen. (han, nz)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema