Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam – Hand in Hand über den Tellerrand“ haben 14 Eduard-Stieler-Schüler in Zusammenarbeit mit der Caritas ein Zeltrestaurant im Innenhof des Priesterseminars in Fulda aufgebaut
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Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam – Hand in Hand über den Tellerrand“ haben 14 Eduard-Stieler-Schüler in Zusammenarbeit mit der Caritas ein Zeltrestaurant im Innenhof des Priesterseminars in Fulda aufgebaut

35 Gäste im Zeltrestaurant

„Gemeinsam statt einsam“ - Hotelfachschüler der Eduard-Stieler-Schule bewirten Gäste der Caritas

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam – Hand in Hand über den Tellerrand“ haben 14 Eduard-Stieler-Schüler in Zusammenarbeit mit der Caritas ein Zeltrestaurant im Innenhof des Priesterseminars in Fulda aufgebaut – für ausgewählte Gäste.

Fulda - Die Freude ist den 35 Gehörlosen auf den Bänken im Zelt im Innenhof des Fuldaer Priesterseminars deutlich anzusehen. Der Applaus in Gebärdensprache macht drückt diese aus. Zusammen mit gut 100 weiteren Gäste werden sie von 14 Studierenden, die den „staatlich geprüften Betriebswirt im Hotel- und Gaststättengewerbe“ anstreben, mit einem Drei-Gänge-Menü bewirtet. Diese haben ihr erstes Jahr an der Eduard-Stieler-Schule hinter sich und sind allesamt schon ausgebildete Köche oder Restaurant- und Hotelfachleute. Das Zeltrestaurant und das asiatisch angehauchte Menü gehören zu einem Projekt, das Teil ihrer Ausbildung ist.

„Aufgaben waren nicht nur das Zubereiten und Servieren des Menüs, sondern die Planung des gesamten Tages, die Dekoration, das Kochen und der Service sowie die Dokumentation und die Nachbereitung“, erklärt die betreuende Lehrerin Sandra Leister, und ihr Kollege Stefan Keßler fügt hinzu: „Die Studierenden bekommen von uns in den ersten zwei Semestern das Handwerkszeug beigebracht, hier schauen wir, ob sie das umgesetzt haben. Denn das Projekt wird freilich auch bewertet.“

Fulda: Hotelfachschüler der Eduard-Stieler-Schüler bewirten Gäste der Caritas

Während die beiden Lehrer noch die Idee erläutern, wird in der Küche des Priesterseminars eifrig und in professioneller Arbeitsteilung gekocht. Im Zelt haben die Gäste unterdessen nach der Bowle als Aperitif an den langen weiß-grau eingedeckten und mit Rosen dekorierten Tafeln Platz genommen und werden bereits bedient: „Wasser oder Apfelschorle, Fisch oder Hähnchen zum Hauptgang?“, der Service im Zeltrestaurant läuft rund.

Im Kreuzgang des Priesterseminars werden die Gäste mit Bowle empfangen.

Auch an die coronakonforme Umsetzung haben die angehenden Betriebswirte gedacht – und zwar nicht nur mit einem Abstands- und Hygienekonzept an den Tischen. „Dass das Menü ausfällt, kam nicht in Frage. Hätte es die Pandemie nicht zugelassen, dann hätten wir es zum Mitnehmen ausgegeben“, sagt Leister. Ohnehin habe Corona die Umsetzung eines solchen praktischen Ausbildungsteils erschwert. „Wir konnten ja in keine Halle gehen. Die Schule war geschlossen. Zudem waren wir im Distanzunterricht“, schildert Keßler, der die Caritas gezielt ausgesucht hat. „Wir haben uns gezielt überlegt, wen wir bewirten können, denn nach dem Lockdown wollten wir den Gastronomen keinesfalls Konkurrenz mit unserem Event machen. Das wäre ein ganz falsches Signal gewesen. Die sollen ihre Gäste bewirten“, ist das Lehrer-Duo überzeugt.

„Gemeinsam statt einsam“ - Wiederholung für Veranstalter denkbar

(Lesen Sie hier: Fuldaer Hotelfachschüler erarbeiten neue Konzepte für Rhönschaf-Genießerwochen)

Darüber, dass tatsächlich eine Präsenzveranstaltung möglich ist, zeigen sich denn auch Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Geschäftsführerin Susanne Saradj erfreut. „Wir waren begeistert und haben die Idee gerne aufgegriffen, als Stefan Keßler vor gut zwei Monaten damit auf uns zugekommen ist. Das war eine gute Gelegenheit, mit den Menschen aus unseren Beratungsdiensten im Bistum Fulda zusammenzukommen. Unsere Gäste heute sind alle irgendwie beeinträchtigt – körperlich oder auch finanziell“, betont Juch, der sich gut vorstellen kann, dass „Gemeinsam statt einsam – Hand in Hand über den Tellerrand“ – auch dieser Titel stammt von den Stieler-Schülern – kein einmaliges Projekt ist.

„Das könnte durchaus regelmäßig stattfinden“, sagt der Caritasdirektor und Geschäftsführerin Saradj ergänzt: „Es ist viel wert, wenn junge Leute hier ihre beruflichen Qualifikationen einbringen. Wir können uns ähnliche Projekte mit anderen Branchen ebenfalls vorstellen. Auch solche Möglichkeiten kann die Caritas, kann Kirche bieten.“

Eine weitere Partnerin ist schon im Boot: Die Schulband der Richard-Müller-Schule „39 minutes to Fulda“ spielt auf der Bühne, als die Vorspeise serviert wird. Und ohne die finanzielle Unterstützung der Hotelfachschule, des Vereins der Köche Fulda und aus Spenden der Caritas wäre das Projekt ebenso wenig umsetzbar gewesen wie ohne die Infrastruktur im Priesterseminar, sagen Juch und Saradj sowie Keßler und Leister dankbar.

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