Der Betrieb an den osthessischen Schulen läuft bislang rund.
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Der Betrieb an den osthessischen Schulen läuft bislang rund.

Pausemachen in Schichten

Trotz Corona-Auflagen: Unterricht läuft im Kreis Fulda rund - Schulleiter loben zusätzliche Busse

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Der Betrieb in den osthessischen Schulen läuft bislang rund – soweit die Corona-Vorsichtsmaßnahmen das erlauben. Es gab bisher auch keine Ansteckungen an Schulen im Kreis. Dazu beigetragen haben die Disziplin von Schülern und Lehrern und der Einsatz zusätzlicher Schulbusse.

Kreis Fulda - „Man weiß nie, welche neuen Probleme oder neuen Vorgaben der nächste Morgen bringt. Aber bisher funktioniert der Präsenzunterricht in den Klassen sehr gut“, sagt Markus Bente, Direktor des Wigbert-Gymnasiums in Hünfeld.

In den Schulgebäuden im Landkreis Fulda gelten in der Corona-Krise Einbahn-Regelungen auf den Fluren und in den Treppenhäusern, um Begegnungen von Schülern zu minimieren. Außerdem gelten neue Corona-Regeln: Neben einer Maskenpflicht auch am Sitzplatz hat der Landkreis beschlossen, dass es keinen Sportunterricht mehr gibt. An der Johannes-Kepler-Schule in Neuhof werden die Schüler zum Ende der Pause von ihrem Lehrer abgeholt, um auch beim Betreten des Gebäude Begegnungen zu reduzieren, erklärt Schulleiterin Karin Schneider. Nach der Pause waschen sie sich die Hände.

An der Wigbertschule sind die Schulhöfe aufgeteilt: „Jede Jahrgangsstufe hat ihr eigenes Feld“, berichtet Bente. In dem Gymnasium startet auch die große Pause zu unterschiedlichen Zeiten, damit sich Schüler weniger begegnen. „Es gibt zwei Pausengongs: Die Schüler mit geraden und mit ungeraden Raumnummern starten mit fünf Minuten Unterschied in der Pause“, berichtet Bente.

Trotz Auflagen: Unterricht läuft im Kreis Fulda rund - Schulleiter loben zusätzliche Busse

„Natürlich gilt auch in der Pause Maskenpflicht“, berichtet Dr. Ulf Brüdigam, Direktor des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Fulda. Er hat auch die „dringende Empfehlung“ ausgesprochen, während des Unterrichts eine Maske zu tragen. „Die allermeisten Schüler und Lehrer halten sich daran. Eine verbindliche Anordnung zum Maskentragen dürfte nur das Gesundheitsamt erlassen“, berichtet Brüdigam.

Die gleiche dringende Empfehlung zum Maske-Tragen im Unterricht hat Bente am Montag dieser Woche ausgesprochen. „Gut die Hälfte der Schüler und Lehrer befolgt das“, berichtet der Direktor.

Ein großes Thema vor den Herbstferien war die Enge in den Schulbussen. Im Raum stand, viele Klassen vormittags erst später beginnen zu lassen, um die Busse zu entlasten. Das stieß bei Elternvertretern und Schulleitern auf Widerstand. Die Lösung: Der Landkreis Fulda setzt seit dem Ende der Ferien kreisweit 22 zusätzliche Schulbusse ein – allein fünf davon fahren das Schulviertel in Hünfeld an.

In der Corona-Krise ist der Unterrichtsbeginn an einigen Schulen verschoben

„Das ist eine gute Lösung. Die Busse sind vertretbar gefüllt – wobei allerdings derzeit noch 150 Schüler der Jahnschule fehlen, die im Praktikum sind“, sagt Bente. Solange es möglich sei, wolle er auf das Verschieben des Unterrichtsbeginn verzichten.

Die Heinrich-von-Bibra-Schule in Fulda hingegen hat für zwei komplette Jahrgangsstufen den Schulbeginn verschoben: „Seit den Herbstferien bis Ende Januar 2021 werden die 9. und 10. Klässler werden täglich von 9.45 Uhr bis 15 Uhr unterrichtet“, berichtet Rektor Thorsten Retzlaff. Von Februar bis Ostern 2021 werden die Acht- und Neuntklässler täglich von 9.45 Uhr bis 15 Uhr unterrichtet. Für die Schüler, deren Unterricht erst zur dritten Stunde beginnt, werden verschiedene Betreuungsangebote geschaffen.

Die Stein-Schule hat einen Strauß von Maßnahmen ergriffen, um die Zahl busfahrender Schüler zu senken: Von den elf Klassen der Stufen 9 und 10 beginnen mindestens zwei erst zur zweiten Stunde; die erste Stunde wird in die siebte Stunde verschoben; der Schulelternbeirat hat mehr Fahrgemeinschaften organisiert; die „Eltern-Taxis“ halten in drei Bereichen, die die Schülervertretung ausgewiesen hat. Schüler, die das letzte Stück des Schulweges vom Bahnhof oder vom ZOB bisher mit dem Bus zurücklegten, gehen diesen Weg nun zu Fuß. „Kommt es dadurch zu Verspätungen, ist das entschuldigt“, sagt Brüdigam.

Die Schüler machen Pause in Schichten

Die Kepler-Schule mit vielen Schülern mit langen Anfahrtswegen hatte schon bisher drei Anfangszeiten: 7.30, 8.20 und 9.25 Uhr. „Die Aufteilung war schon bisher eine Notwendigkeit. Auf vier Linien fahren jetzt zusätzliche Busse. Das ist gut. Die Schüler haben wir ermahnt, auch die neu angebotenen Buslinien zu nutzen“, berichtet Schulleiterin Schneider.

Die Hygienemaßnahmen sind erfolgreich: Der Kreis Fulda hatte zwar schon mehr als ein Dutzend Klassen vorsichtshalber in Quarantäne geschickt - aber weil sich ein Schüler zu Hause infiziert hatte. Bislang hat sich kein Schüler im Unterricht infiziert.

Dennoch wissen die Schulen, dass mehr Unterricht per Internet wieder ein Option sein könnte. Fast alle Schulen haben deshalb ihre technischen Plattformen gestärkt.

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