Die dreifache Menge an Christbäumen wird in diesem Jahr auf dem Sammelplatz in Maberzell entsorgt.
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Die dreifache Menge an Christbäumen wird in diesem Jahr auf dem Sammelplatz in Maberzell entsorgt.

Reisigsammelplätze sind offen

Hutzelfeuer im Kreis Fulda finden nicht statt: Wohin mit den Christbäumen?

  • vonMarius Scherf
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Viele Gemeinden sagen ihre Hutzelfeuer ab oder verbieten das Abladen der alten Christbäume an den Feuerplätzen. Doch wohin mit den Bäumen, ehe sie all ihre Nadeln im Wohnzimmer abgeworfen haben? Auch in Pandemie-Zeiten gibt es Entsorgungsmöglichkeiten. 

Fulda - Fulda, Eichenzell, Hofbieber, Petersberg, Steinau – die Liste der Kommunen, die das Hutzelfeuer in diesem Jahr absagen, wird immer länger. Die Begründung ist bei allen dieselbe: Die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen und die geltenden Kontaktbeschränkungen machen das Durchführen der Tradition derzeit unmöglich. „Unter diesen Bedingungen werden keine Hutzelfeuer mit Publikum stattfinden können“, sagt Heiko Stolz (CDU), Bürgermeister von Neuhof und Sprecher der Bürgermeister des Landkreises. Die Rathauschefs haben sich besprochen: „Da in jedem Ort das Feuer durch andere Akteure organisiert wird, wollten wir aber keine einheitliche Regelung treffen“, sagt Stolz.

Leoni Rehnert, Pressesprecherin des Landkreises Fulda, meint: „Ein Verbot der Feuer durch den Landkreis erübrigt sich, da per Verordnung öffentliche Veranstaltungen sowieso untersagt sind. Zusammenkünfte sind nur per Sondergenehmigung möglich“, erklärt Rehnert. Dass gerade für die Hutzelfeuer eine solche Genehmigung erteilt werden wird, kann sie sich derzeit nicht vorstellen.

Keine Hutzelfeuer im Landkreis Fulda: Wohin mit den Christbäumen?

Weil jedoch viele Haushalte um den Jahreswechsel ihre Weihnachtsbäume an bekannten Hutzelplätzen entsorgen, haben die Verwaltungen der Kommunen, die ihr Feuer abgesagt haben, das Abladen untersagt.

Aber wohin mit den Bäumen? Entweder sollen die Bürger ihre Christbäume auf ihrem Grundstück behalten und bis zur nächsten Sammlung im Frühjahr warten oder sie auf den umliegenden Wertstoffhöfen und Reisigsammelplätzen entsorgen. Auch das Kleinschneiden der Bäume in die Biotonne ist erlaubt. Ganze Bäume werden von den Abfallentsorgungsunternehmen nicht mitgenommen, so heißt es jedenfalls auf der Homepage der Stadt Fulda. Diese Regelung gelte auch in den anderen Gemeinden des Landkreises.

David Boschmann: „Bäume werden nachts über den Zaun geworfen“

Die Gemeinde Petersberg öffnet im Januar und Februar den normalerweise in dieser Zeit geschlossene Grünabfallplatz in Steinau für die Entsorgung. Die Fuldaer können ihre Bäume auf dem Reisigsammelplatz in Maberzell abliefern. Ein grüner Haufen aus Christbäumen wächst dort bereits in den Himmel. „In diesem Jahr ist es die dreifache Menge. Ich habe sogar schon Bäume gefunden, die nachts einfach über den Zaun des Platzes geworden wurden“, erzählt David Boschmann, der den Platz mitbetreut.

Bei der Feuerwehr Fulda-Kohlhaus brannte Anfang 2020 das Hutzelfeuer.

Wer in den vergangenen Jahren seinen alten Baum nicht selbst zum Hutzelplatz gebracht hat, konnte häufig erleben, dass die Jugendfeuerwehr des Wohnortes den Baum geholt hat. In vielen Gemeinden ist das Abbrennen des Feuers, was den Winter vertreiben Aufgabe der Jugendfeuerwehren.

Jugendfeuerwehren sammeln in diesem Jahr keine Bäume für die Hutzelfeuer

Kreisjugendfeuerwehrwart Steffen Hohmann vermutet, dass in diesem Jahr viele Wehren gar nicht sammeln werden. Das Abbrennen der Bäume könnte laut Hohmann aber auch ohne Publikum stattfinden. „Voraussetzung ist die Genehmigung der Gemeinden.“

Im Hünfelder Stadtteil Mackenzell sammelt die Jugendfeuerwehr zwar nicht, will aber die Bäume kontrolliert niederbrennen. Auch im Schlüchterner Stadtteil Vollmerz ist dies so geplant. Feuer finden also ohne Zuschauer statt, wie viele, sei jedoch nicht zu sagen, sagt Hohmann, viele Gemeinden hätten das noch gar nicht entschieden. In jedem Fall wird es in diesem Jahr bedeutend weniger Hutzelfeuer geben.

Steffen Hohmann: „Das Verbrennen im eigenen Ofen ist machbar“

Darf man aber nun seine eigenen Wintervertreibung im heimischen Garten feiern? Hohmann rät davon ab: „Aus Brand- und Umweltschutzgründen sollte man das nicht tun. Das Verbrennen im eigene Ofen ist hingegen machbar.“ In jeder Gemeinde gelten andere Regelungen über Feuer im eigenen Garten. In Fulda ist ein Feuer zwar erlaubt, muss laut Pressestelle aber angemeldet werden. Strenge Regeln also auch hier – auch ohne Pandemie.

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