Jurymitglied Susanne Kienhorrn (links) und die Gewinnerin des Ideenwettbewerbs von 2018, Amelie Hellmann, moderierten die Veranstaltung.
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Jurymitglied Susanne Kienhorrn (links) und die Gewinnerin des Ideenwettbewerbs von 2018, Amelie Hellmann, moderierten die Veranstaltung.

Neun Teams haben teilgenommen

Ideenwettbewerb der Hochschule Fulda: Joghurt aus Kartoffeln gewinnt

Sofia Kraas Koermandy, Studentin im Fachbereich Lebensmitteltechnologie, hat die Jury überzeugt: Mit ihrer Joghurtalternative aus Kartoffelprotein „Khurt“ hat sie den diesjährigen Ideenwettbewerb der Hochschule Fulda für sich entschieden.

Fulda - Die Idee, aus einem Nebenprodukt der Kartoffelstärkeherstellung einen veganen, allergenfreien Joghurt herzustellen, entwickelte die Studentin im Anschluss an eine Projektarbeit, in der sie mit Kommilitoninnen Maisprotein als Fleischersatz untersuchte, schreibt die Hochschule in einer Pressemitteilung. In der Literatur fand Sofia Kraas Koermandy den Hinweis, dass Kartoffelprotein als guter Ersatz für das Milchprotein Casein funktioniert, das hauptsächlich für die Textur von Joghurt verantwortlich ist. Das schreibt die Hochschule Fulda in einer Pressemitteilung.

Durch den Einsatz üblicher Joghurtkulturen erfolgt die Fermentation des Gemischs aus Kartoffelprotein, Wasser, Zucker und Pflanzenfett. Der Zucker wird zu Milchsäure abgebaut, und es bildet sich ein dreidimensionales Netzwerk, ein sogenanntes Sol-Gel, erklärt die Hochschule. Dieser Vorgang entspricht der Dicklegung von Milch bei der Herstellung von Joghurt. Vorteile des entstehenden Produkts sind die geschmackliche und farbliche Neutralität, die viele Geschmacksvarianten zulässt, sowie die biologische Wertigkeit durch den hohen Gehalt an leicht verdaulichen Proteinen und essentiellen Fettsäuren. Die Studentin durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro freuen. (Lesen Sie hier: Apps, Tee und Tofu-Ersatz: Spannende Vorschläge beim Ideenwettbewerb der Hochschule 2020)

Fulda: Ideenwettbewerb der Hochschule - Joghurtalternative aus Kartoffelprotein gewinnt

Auf den mit 750 Euro dotierten Platz zwei schaffte es ein interdisziplinäres Team aus zwei Studierenden aus den Fachbereichen Angewandte Informatik und Wirtschaft mit der „MySkillsetBox“, berichtet die Hochschule. Kevin Pergam und Pia Henning entwickelten ihre Idee als Reaktion auf die pandemiebedingten Lockdown-Phasen, in denen viele Freizeitbeschäftigungen und Ausgehmöglichkeiten weggefallen sind. Studierende verbringen in der Folge nicht nur ihre Zeit für das Studium am Computer und Mobiltelefon, sondern auch ihre Freizeit. Die MySkillsetBox gibt Anregungen für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und ermöglicht spaßerfülltes Erlernen neuer Fähigkeiten in einer Community.

Der dritte Preis in Höhe von 500 Euro ging an Lu Gao, eine Promovendin aus dem Fachbereich Oecotrophologie. Ihre Idee „Plant-Food“ ermöglicht die Anreicherung pflanzlicher Bio-Lebensmitteln mit Vitamin B12, und zwar so, dass es den Vorgaben der Bio-Verordnung entspricht, erklärt die Hochschule. Denn die chemische Anreicherung mit Vitaminen ist für Bio-Lebensmittel untersagt.

Erstmal die mit 750 Euro dotierte „Green Food Startup Trophy“ vergeben - Ideenwettbewerb der Hochschule

Das „Green Food Cluster - Netzwerk Nachhaltige Lebensmittel-Wirtschaft (Hessen)“ hat laut Hochschule erstmals die mit 750 Euro dotierte „Green Food Startup Trophy“ vergeben und damit jene Idee ausgezeichnet, die im Hinblick auf nachweisbare Nachhaltigkeit in der Erzeugung, Verarbeitung, Verpackung, Technik oder Logistik überzeugte. Das Gewinner-Team Team FairFood besteht aus Carolin Steinborn, Gloria Basoeki, Philip Hagest und Stefan Habbig, die Digitale Medien im Fachbereich Angewandte Informatik der Hochschule Fulda studieren.

„Wir haben das Fair-Food-Konzept ausgewählt, weil es bezüglich des Designs sehr professionell ist, weil es sehr weit ausgearbeitet ist und weil es das Tierwohl sowie die Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung betont. Die Idee von Fast Food in der gelungenen Kombination aus „fairem Fleisch“ und veganen Produkt-Innovationen finden wir gut, weil es flexitarische Genüsse für Alle bietet“, so Cluster-Manager Armin Kullmann zur Auswahl der Trophy-Gewinner.

Fast Food in der Kombination aus „fairem Fleisch“ und veganen Produkt-Innovationen

Für das Green Food Cluster gehöre eine extensive, ökologische und naturschutzgerechte Nutztierhaltung zu einer nachhaltigen Ernährungswirtschaft; diese sollte erhalten bleiben, die konventionelle Massentierhaltung nicht. „In Kombination mit einer stärker pflanzenbasierten Ernährung wird daraus ein sinnvoller neuer Mix. Die drohende Klimakatastrophe und die globale Zerstörung der Natur fordern diesen von uns allen ein“, erklärt Cluster-Manager Kullmann die Philosophie des Food Clusters.

Insgesamt neun Teams präsentierten ihre Ideen am Mittwoch bei der digitalen Preisverleihung. Das Publikum konnte wie immer per Live-Abstimmung einen eigenen Preis vergeben, so die Hochschule. Er ging an Neat6 - tiefgefrorene Pancakes aus Kichererbsenmehl, Buchweizenmehl und Haferflocken in süßer und herzhafter Geschmacksrichtung (Moritz Konstanski, Elena Zlatinov, Kim Probst, Daniel Wohlers, Martina Wasem, Moritz Speeter aus dem Fachbereich Oecotrophologie). Sie dürfen sich auf einen Rundflug über die Wasserkuppe freuen.

Weitere Ideen, die vorgestellt wurden:

Honey & Ko - Be(e) produktive - koffeinhaltige Honigbonbons mit Kolanuss gegen das Mittagstief (Luisa Hehn-Mark & Jule Seufert, Fachbereich Wirtschaft)

Kapiert! - App, die komplizierte Texte in leichte Sprache übersetzt und damit Barrieren abbaut. (Lorena Denise Wetzel, Ronja Maren Helmchen, Laura Corazza, Kassanda Jonescheit, Fachbereich Pflege und Gesundheit)

Hirsefalafel - hochwertige Proteinquelle aus mehreren, regional angebauten Hirsearten (Bernadette Lange, Fachbereich Oecotrophologie)

StopFire - Drohne, die mit Wärmebildkameras und einem speziell entwickelten Algorithmus Waldbrände ortet. (Geosvany Cafasso, Hayden Kulle, Fachbereich Angewandte Informatik)

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