Aufstellung der Informationstafel am NSG- und FFH-Gebiet „Zeller Loch“ in Fulda
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Aufstellung der Informationstafel am NSG- und FFH-Gebiet „Zeller Loch“ in Fulda mit (von links): Patrick Hüpeden (Forstamt Fulda), Georg Günder (Ortsvorsteher Zell), Dr. Ute Lange (ehrenamtliche Gebietsbetreuerin), Heike Godt (Obere Naturschutzbehörde, RP Kassel), Madeleine Bosold (Untere Naturschutzbehörde, Stadt Fulda).“

1500 Euro Zuschuss

Neue Informationstafel im Naturschutzgebiet „Zeller Loch“ aufgestellt

Lange gab es schon entsprechende Planungen, nun wurde am Naturschutzgebiet Zeller Loch (Fulda) eine Informationstafel aufgestellt. Das Zeller Loch ist eines von vier Naturschutzgebieten im Fuldaer Stadtgebiet – und ein naturschutzfachliches Kleinod.

Fulda - Bereits 1938 wurde das Zeller Loch Bestandteil der Liste schutzwürdiger Naturdenkmäler, 1986 erfolgte die Ausweisung als Naturschutzgebiet. 2000 erfolgte zusätzlich die Meldung als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat). Bislang wiesen vor Ort nur die bekannten dreieckigen grünen Hinweisschilder auf das Naturschutzgebiet im Südwesten Fuldas hin, heißt es in einer Mitteilung des RP Kassel.

Die Idee zur Aufstellung einer Infotafel bestand schon länger. Nach einer erneuten Anfrage auf der Gebietskonferenz Anfang 2020 wurden die konkreten Planungen in die Hand genommen; nun erfolgte schließlich die Aufstellung an der Zuwegung, die südlich am Zeller Loch vorbeiführt. Die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel hat die Gestaltung und den Aufbau mit rund 1500 Euro aus dem Naturschutzetat bezuschusst.

Fulda: Neue Infotafel im Naturschutzgebiet „Zeller Loch“ aufgestellt

Auf der Tafel finden Besucher und Spaziergängerinnen nun unter anderem Wissenswertes zur geologischen Geschichte des Zeller Lochs und zu den vorhandenen seltenen Tier- und Pflanzenarten: Das fünf Hektar große Gebiet liegt in einer Mulde südwestlich von Fulda. (Lesen Sie hier: Klimawandel setzt Wald zu: Förster nennen Gründe - und machen Lösungsvorschläge)

Hintergrund

Um den Schutz dieses einzigartigen Biotopes zu gewährleisten, kaufte 1973 der Verein für Naturkunde in Osthessen (VNO) das Zeller Loch. Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet 1986 übernahm das Land Hessen offiziell die Betreuung des Gebietes. Die ehrenamtliche Betreuung blieb jedoch bestehen und wird seit 2001 von Frau Dr. Ute Lange übernommen. Die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen erfolgt durch die Obere Naturschutzbehörde beim RP Kassel zusammen mit HessenForst (hier dem Forstamt Fulda). HessenForst hat auch den Maßnahmenplan für das Zeller Loch als FFH-Gebiet erstellt. Gehölzrücknahmen in den südwestlichen Randbereichen erfolgten Anfang 2021, die Rücknahme von Birken im Zentrum zur Verbesserung der Moorlebensräume steht noch aus, da die Umsetzung nur bei länger anhaltendem Frost durchgeführt werden kann. Für die Grünlandflächen bestehen über das Forstamt Pflegeverträge. Neben dem Schutz des Gebietes soll wissenschaftliche Forschung unterstützt werden. So untersucht die Universität Hamburg Zieralgen und die Universität Frankfurt/M. unternimmt pollenanalytische Untersuchungen zur Vegetationsgeschichte.

Im Kern findet sich Birkenmoorwald sowie kleine Bereiche typischer Hochmoorvegetation mit entsprechenden Torfmoosarten und dem Moorteich („Moorauge“, „Seeloch“). Umgeben ist der zentrale Bereich mit Großseggenrieden, Röhrichtgürteln, Gehölzbeständen und Feuchtgrünlandflächen. (ah)

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