Sind stolz auf 60 Jahre Institut für Pathologie am Klinikum Fulda (von links): Verena Böhmer, Nicole Sturm, Thomas Menzel, Guido Rieck und Gabriele Köhler.
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Sind stolz auf 60 Jahre Institut für Pathologie am Klinikum Fulda (von links): Verena Böhmer, Nicole Sturm, Thomas Menzel, Guido Rieck und Gabriele Köhler.

Geschichte des Instituts

„Arbeit für die Lebenden“ - Institut für Pathologie am Klinikum Fulda wird 60 Jahre alt

Das Institut für Pathologie am Klinikum Fulda wird 60 Jahre alt. Professorin Dr. Gabriele Köhler nutzte die Gelegenheit, auf die Institutsgeschichte zurückzublicken und gleichzeitig auf den Stellenwert dieser medizinischen Fachrichtung hinzuweisen. 

Fulda - Fällt der Begriff Pathologie, ist schnell an Ärzte in ihren weißen Kitteln gedacht, die in Kellern von Krankenhäusern Verstorbene untersuchen. Die Realität ist jedoch eine andere, wie die Direktorin der Pathologie am Klinikum Fulda, Gabriele Köhler, beim Pressegespräch gestern verdeutlichte. Denn die Pathologie stelle vielmehr die „Arbeit für die Lebenden“ dar. Einfach ausgedrückt gehe es immer um die „diagnostische Zuordnung von Gewebe“. Dies komme insbesondere bei der Tumorbestimmung und -therapie zum Tragen.

Auf diesen Punkt macht auch Privatdozent Dr. Thomas Menzel, Vorstandssprecher des Klinikums Fulda, aufmerksam: „Die Pathologie ist heute eine in der Diagnostik und Therapie von Patienten entscheidende Fachrichtung, ohne die beispielsweise eine Tumordiagnose oder Tumortherapie nicht erfolgen kann.“ Insbesondere die Molekularpathologie eröffne mit ihren „differenzierten und patientenindividuellen Ergebnissen“ eine „neue Dimension der Diagnostik“ und schaffe die Voraussetzungen für eine personalisierte Medizin. (Lesen Sie auch: Drei Ärzte des Klinikums Fulda als Top-Mediziner ausgezeichnet)

Fulda: Institut für Pathologie am Klinikum wird 60 Jahre alt

Gegründet wurde das Institut vor mehr als 60 Jahren, am 1. Oktober 1961. Zunächst wurden dort überwiegend Obduktionen vorgenommen, später kamen die diagnostischen Untersuchungen von Präparaten aus Operationen und Biopsien dazu. Heute wird im Institut für Pathologie das gesamte Spektrum moderner Untersuchungen angeboten: von der mikroskopischen Diagnostik, über komplexe immunhistochemische Analysen bis hin zu innovativen molekularpathologischen Techniken.

Doch die Geschichte reicht eigentlich noch weiter zurück: Bereits im Jahr 1805 gab es im damaligen Landkrankenhaus Fulda in der heutigen Busekstraße eine „Totenkammer“ mit einem „Sezierplatz“, der bis in die 1950er Jahre erhalten blieb. Im Jahr 1961 wurde dann am Städtischen Klinikum Fulda ein Pathologisches Institut eingerichtet, dessen Gründungsdirektor Professor Dr. Friedrich Prinz war. Das Institut war zunächst in den Kellerräumen des Krankenhauses untergebracht. Später erfolgte der Umzug in eine Holzbaracke. Nachfolger von Prinz wurde im Jahr 1972 Professor Dr. Roland Bässler, der im Jahr 1976 mit dem Pathologischen Institut in das neue Städtische Klinikum umzog und das Institut dort erheblich vergrößerte.

Die Geschichte des Institutes für Pathologie am Klinikum Fulda

Neben der diagnostischen Pathologie wurde im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten das „Mammaregister“ für Erkrankungen der weiblichen Brust aufgebaut. Zudem wurden die diagnostischen Methoden ausgebaut. Überdies wurden – neben der Obduktionstätigkeit – die Untersuchungen an Gewebematerial erweitert und neue Untersuchungstechniken eingeführt.

Von 1993 bis 2013 führte Professor Dr. Hartmut Arps das Institut für Pathologie, das sodann nach einer kurzen kommissarischen Interimsphase unter der Leitung von Dr. Wibke Alt seit 1. April 2014 von Professorin Dr. Gabriele Köhler geleitet wird.

Seither wird das Institut stetig ausgebaut, modernste Untersuchungstechniken werden etabliert: Hierzu zählt etwa die im Jahr 2014 eingeführte Molekularpathologie. (mal)

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