Zwei Investoren übernehmen Druckerei „ppm Fulda“ - mit allen Mitarbeitern

Die Fuldaer Druckerei „ppm Fulda GmbH & Co. KG“ hat wieder eine langfristige Perspektive: Die Investoren „Pentapart Beteiligungs GmbH“ und „Aurona Capital GmbH“ haben das sanierte Traditionsunternehmen übernommen.
Fulda - Wie aus einer Mitteilung am Donnerstag hervorgeht, haben die neuen Investoren das Unternehmen mit allen 109 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erworben. Auch der Standort Fulda bleibe erhalten. Die Restrukturierung des Unternehmens erfolgte über eine sogenannte „Plansanierung“.
Fulda: Zwei Investoren übernehmen Druckerei „ppm Fulda“
Die auf Rollenoffsetproduktion spezialisierte Druckerei hatte im November 2022 ein Schutzschirm-Verfahren begonnen, um sich einer grundlegenden Restrukturierung zu unterziehen. „Seitdem hat die Geschäftsführung gemeinsam mit den Gläubigern ein umfassendes Sanierungskonzept (‚Insolvenzplan‘) verhandelt, dem die Gläubiger gestern einstimmig zugestimmt haben“, heißt es weiter. Damit sei das Sanierungsverfahren im Wesentlichen abgeschlossen. „Die Gläubiger erhalten eine Quote, die deutlich über dem Durchschnitt liegt“, so das Unternehmen.
Pentapart und Aurona sind auf Unternehmensübernahmen in Sonder- und Nachfolgesituationen spezialisiert, zum aktuellen Beteiligungsportfolio gehören Unternehmen der Leuchtwerbetechnik sowie des Ladenbaus. Ziel ist es, gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Tobias Kehm die Kundenbeziehungen weiterzuentwickeln, den Vertrieb und die Prozesse zu verbessern und das Unternehmen langfristig als Basis für weitere Akquisitionen in der Branche aufzustellen.
„Die erfolgreiche Sanierung der ‚ppm Fulda‘ hat viele Mütter und Väter“, betonte Martin Schoebe, Geschäftsführer der Druckerei und zugleich Geschäftsführer des zwischenzeitlichen Unternehmenseigentümers Greenmarck. „Unsere Kunden haben unseren Sanierungsprozess von Beginn an unterstützt. Kein Kunde hat einen Auftrag reduziert oder gar zurückgezogen. Auch die Lieferanten hielten uns die Stange. Vor allem aber haben unsere Mitarbeiter die ganze Zeit an die Zukunft ihres Unternehmens geglaubt und mit nie nachlassendem Engagement ihre Arbeit verrichtet“, so Schoebe.
Gleich nach Beginn des Schutzschirmverfahrens leiteten Geschäftsführung und Berater notwendige Sanierungsmaßnahmen ein. Zudem starteten die Verantwortlichen die Suche nach geeigneten Investoren. „Von Anfang an war klar, dass ‚ppm Fulda‘ einen starken Partner braucht, der den Zukunftskurs des Unternehmens unterstützt“, heißt es weiter.
In der Zeit vor dem Schutzschirmverfahren hatte die Druckerei seit 2019 zwar Auslastung und Umsätze sogar steigern können und auch neue Kunden gewonnen. Infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges hatten sich jedoch die Beschaffungspreise dramatisch erhöht, nicht zuletzt bei Papier, Rohstoffen und Energie. Unter diesen Bedingungen war ein kostendeckender Betrieb der Druckerei ohne geeignete Sanierungsmaßnahmen nicht mehr möglich. Martin Schoebe habe deshalb auf das bewährte Instrument des Schutzschirmverfahrens gesetzt, um „ppm Fulda“ neu aufzustellen.
Überwacht wurde der Sanierungsprozess von dem gerichtlich bestellten Sachwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther. Zugleich wurde die Geschäftsführung von der Kanzlei Jobe sowie von Restrukturierungsspezialisten der Sanierungsberatung Wellensiek beraten. (lio)