Die Bildungsmesse findet in diesem Jahr online statt.
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Die Bildungsmesse findet in diesem Jahr online statt.

Ausbildungssuche

Fast auf der Zielgeraden: So bereiten sich junge Menschen auf die digitale Bildungsmesse vor

Der Landkreis Fulda erklärt, wie Schülerinnen und Schüler sich am besten auf die digitale Bildungsmesse vorbereiten. Unsere Zeitung hat nachgefragt, welche Strategien die jungen Leute bei der Ausbildungssuche verfolgen.

Kreis Fulda - Die Bildungsmesse findet in diesem Jahr wegen Corona digital statt. Was das für die Schülerinnen und Schüler bedeutet, die einen Ausbildungsplatz suchen, hat unsere Zeitung an der Biebertalschule in Hofbieber, an der Eduard-Stieler-Schule und am Marianum in Fulda erfragt.

Der Landkreis Fulda gibt Tipps, wie sich junge Leute auf ihren Besuch bei der digitalen Bildungsmesse vorbereiten. Ulrich Nesemann vom Amt für Arbeit und Soziales erklärt, dass sich Interessierte auf der Plattform berufsorientierung-fulda.de registrieren können. Dort werden Arbeitsblätter zur Verfügung gestellt, die bei der Vorbereitung auf den Besuch der Messe helfen können. „Schon vor Jahren konnten die jungen Leute gezielt durch die Messehalle laufen. Jetzt klicken sie sich halt durch die Plattform.“ Dabei setze der Kreis vor allem auf die Unterstützung durch die Lehrkräfte.

Fulda: So bereiten sich junge Menschen auf die digitale Bildungsmesse vor

Habe man sich bei einem Unternehmen in den Live-Chat geklickt, solle man möglichst schnell ein Gespräch entwickeln, rät Nesemann. „Man muss sich vorher informieren, was ein Unternehmen so macht“, so dass man gezielt Fragen stellen könne. „Auf der Präsenzbildungsmesse ist die Hemmschwelle da, jemanden anzusprechen. In den Chat zu gehen, fällt den meisten nicht schwer – hier kommt es darauf an, aktiv zu sein. Was das betrifft, sind wir auch gespannt.“ Eine digitale Bildungsmesse sei für alle neu. In den Chat-Gesprächen mutig sein und Fragen stellen, sei in jedem Jahr wichtig – auch ohne Corona-Pandemie.

Beiden Seiten, also den Schülerinnen und Schülern, die nach einer Ausbildung suchen, wie den Unternehmen, die Lehrstellen haben, „empfehlen wir, sich mit ganz konkreten Fristen zu verabschieden. Wir wollen, dass möglichst Ausbildungsverträge zustande kommen.“ Einen wichtigen Tipp speziell für die Corona-Zeit hat Nesemann noch: „Den Schülern wird empfohlen, sich in der nächsten Zeit um ein Praktikum zu bemühen. Praktika waren seit Herbst nicht möglich, die Erfahrung fehlt den Jugendlichen.“

Von ihren Erfahrungen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz haben Schülerinnen und Schüler aus Fulda und Hofbieber berichtet. Einige von ihnen wissen bereits, wo die berufliche Reise hingehen soll. Sie erzählen von ihren Strategien, mit denen sie die Suche nach einer Ausbildung während der Coronakrise angegangen sind. (Lesen Sie hier: Büro, Bank, Verwaltung oder Handwerk: Landkreis Fulda startet Online-Plattform zur Berufsorientierung).

Ulrich Nesemann: Den Schülern wird empfohlen, sich in der nächsten Zeit um ein Praktikum zu bemühen

Auf die Frage, als was Dennis Vogel aus Hofbieber später gerne arbeiten möchte, antwortete er direkt: Industriefachmann. Er wurde durch seinen Vater auf den Beruf aufmerksam. „Ich habe ein zweiwöchiges Praktikum in einer Firma gemacht und gemerkt: Das macht mir Spaß“, sagt der 16-Jährige. Seit einem Dreivierteljahr steht seine Entscheidung fest. Obwohl er sich mit seinem Beruf bereits sicher ist und einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, würde er die digitale Bildungsmesse zur Information interessant finden.

Im Gegensatz zu ihm wird die 15-jährige Magdalena Fischer vom Nüsterrasen bei Obernüst nach dem Hauptschulabschluss an die Eduard-Stieler-Schule wechseln. Sie darf die Ausbildung zur Altenpflegerin erst mit 16 Jahren beginnen: „Ich wollte erst in die Ausbildung, aber das ist so auch in Ordnung. Da kann ich mich besser vorbereiten.“ Die Schülerin möchte anderen Menschen helfen und kann gut mit ihnen umgehen. „Als ich ein Praktikum für zwei Wochen gemacht habe, wurde ich überzeugt“, berichtet sie.

Marcel Goldbach besucht die Eduard-Stieler-Schule. Der 18-Jährige aus Schmalnau erinnert sich zurück an eine vergangene trendmesse, auf der ihm die persönlichen Gespräche weitergeholfen hätten. Der Schüler wiederholt gerade das Schuljahr, um seinen Notendurchschnitt anzuheben. Diese Entscheidung sei für ihn richtig gewesen: „Meine Leistung hat sich deutlich verbessert, und ich konnte die Zeit nutzen, um meinen Weg zu finden“, erzählt er. Im vergangenen Jahr seien viele seiner beruflichen Perspektiven durch Corona ins Wasser gefallen. Nun habe er sich orientiert und als Bankkaufmann beworben. Auch eine Ausbildung zum Justizfachwirt sei für ihn attraktiv.

Miriam Gofryk: Ich kann jedem empfehlen, sich in Corona-Zeiten im Internet über die Berufe zu informieren

Der 16-jährige Marlon Möller aus Blankenau freut sich darauf, nach der Schule eine Ausbildung zum Dachdecker zu absolvieren. „Mein Vater ist Dachdeckermeister und ich bin schon in jungen Jahren mit ihm mitgefahren“, erklärt der Schüler des Fuldaer Marianums, wie er mit dem Beruf in Berührung gekommen ist. Zudem hatte sich der 16-Jährige für die Ausbildungen zum Zimmermann und zum Maurer interessiert. Über Jobperspektiven habe er sich – ähnlich wie seine Klassenkameraden – hauptsächlich über das Internet informiert. Die Corona-Pandemie mache die Berufswahl schwer, da keine Praktika möglich seien, sagt er. Als Tipp könne er anderen Schulabgängern eines mitgeben: „Das Allerwichtigste ist, dass es Spaß macht.“

Für Miriam Gofryk aus Großenlüder war die Sache schnell klar: Nach der Schule will sie mit Menschen arbeiten. „Ich wollte kein Abitur machen. Also habe ich angefangen, mich übers Netz zu informieren.“ Dort stieß die Schülerin des Marianums auf die Berufe Heilerziehungspflege und Ergotherapie. Aufgrund der Pandemie habe die 16-Jährige aber nicht in die Beruf reinschnuppern können. So entschloss sie sich mit einer Bekannten, die die Ausbildung zur Ergotherapeutin bereits begonnen hatte, zu sprechen. „Die Begeisterung ist dabei direkt übergeschwappt“, sagt die Schülerin. Nach einer Bewerbung hat sie nun einen Ausbildungsplatz sicher. „Ich kann jedem nur empfehlen, sich in Zeiten von Corona im Internet über die Berufe zu informieren. Es gibt tolle Videos dazu.“ Bei der digitalen Bildungsmesse wird die Schülerin dennoch reinschauen. „Das könnte noch einmal interessant werden, auch wenn ich schon versorgt bin.“ (akh, lh, lwe, kom)

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