Ein Eichenprozessionsspinner mit langen Brennhaaren.
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Die Brennhaare der Raupe können allergische Reaktionen hervorrufen.

Präventiv gegen den Schädling

Fulda: Kampf gegen Eichenprozessionsspinner gestartet

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Kleine Raupe, großer Ärger: Es ist wieder die Zeit des Eichenprozessionsspinners. Nachdem das Insekt im Jahr 2018 sogar für eine Schulschließung gesorgt hatte, wird der Schädling wie schon 2019 auch in diesem Jahr frühzeitig bekämpft. Die bisherige Erfahrung zeigt: Die Vorsichtsmaßnahmen wirken. 

Fulda - Rotweiße Absperrbänder, Menschen in weißen Schutzanzügen – die Johannes-Kepler-Schule in Neuhof glich im Sommer 2018 mehr einem Tatort als einer Bildungseinrichtung. Statt eines Mörders trieb allerdings eine kleine Raupe ihr Unwesen, die sich überall in der Region rasend schnell verbreitete. Weil die feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners Hautausschläge, Atemwegsreizungen und im Extremfall allergische Schocks verursachen können, wurde die Schule zeitweise geschlossen.

Nach den Erfahrungen aus 2018 hatte die Stadt Fulda im vergangenen Jahr erstmals auf die frühzeitige Bekämpfung der Raupen durch ein Biozid gesetzt und dabei laut Johannes Heller von der Magistratspressestelle gute Erfolge erzielt: Die Zahl der gemeldeten Nester war 2019 deutlich geringer als 2018

Fachfirma besprüht Baumkronen

Wie Heller weiter mitteilt, startet in Kürze und abhängig vom Witterungsverlauf die Bekämpfung der Raupen im Stadtgebiet. An stark frequentierten Eichenstandorten an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, Spielplätzen, Fried- und Schulhöfen sowie Freiflächen von Kindertagesstätten werden deshalb – wie bereits 2019 – über eine Fachfirma biologische Mittel in die Baumkronen ausgebracht. Diese werden anschließend von den Raupen über den Blattfraß aufgenommen.

Im ersten Schritt sollen die Eichen in Gewässernähe behandelt werden. Zur Besprühung der Bäume entlang der Fulda sowie in der Nähe von anderen Oberflächengewässern, kommen Fadenwürmer – natürliche Feinde der Raupe – zum Einsatz.

Auf Hinweisschilder achten

„An allen anderen Eichenstandorten wird das bewährte Bacillus thuringiensis, ein Bakterium, das vor allem im Boden, aber auch an Pflanzen und in Insektenkadavern natürlich vorkommt, eingesetzt werden“, ergänzt Heller. Die Bereiche um die besprühten Eichen werden temporär abgesperrt – die Stadt bittet, die entsprechenden Hinweisschilder zu beachten. Aktuell seien der Stadt keine neuen Nester bekannt.

Nester melden

Entlang öffentlicher Anlagen oder Wege können Nester unter Telefon (0661) 1021772, per E-Mail oder über das Bürgerbüro unter Telefon (0661) 1021111 gemeldet werden.

An den Schulen des Kreises sind bisher keine Nester gesichtet worden, wie Pressesprecherin Lisa Laibach berichtet. „Präventiv wird an der Schloss-Schule, der Johannes-Kepler-Schule und der Florenbergschule das biologische Bekämpfungsmittel ausgebracht. Das hat bereits im vergangenen Jahr bewirkt, dass sich die Tiere nicht weiter ausbreiten und die Nester beseitigt werden konnten. Zudem werden die Bäume an den Kreisschulen weiterhin auf Nester überprüft.“

Raupen müssen frühzeitig abgetötet werden

Auch in Künzell setzt die Gemeinde auf Prävention. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden dort Eichen präventiv mit dem Präparat Dipel ES (Foray) bespritzt. „In diesem Jahr haben wir den Auftragsumfang erweitert und noch mehr Eichen behandelt“, erzählt Martin Görnert vom Bauamt. Insgesamt seien in diesem Jahr rund 280 Bäume behandelt worden. Befallene Bäume würden derzeit nur vereinzelt der Gemeinde gemeldet, so Görnert.

Wie Johannes Heller betont, sei es bei der Bekämpfung der Tiere wichtig, dass die Raupen rechtzeitig, das heißt, vor dem Erreichen des dritten Raupenstadiums, abgetötet werden, bevor die allergieverursachenden Brennhaare ausgebildet sind

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