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Großer Friedensgottesdienst: Karnevalisten feiern in Fuldaer Stadtpfarrkirche

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Von: Anja Trapp

In der Fuldaer Stadtpfarrkirche fand am Sonntag der traditionelle Friedensgottesdienst der Karnevalisten statt.
In der Fuldaer Stadtpfarrkirche fand am Sonntag der traditionelle Friedensgottesdienst der Karnevalisten statt. © Ralph Leupolt

Eindringliche Worte, gewaltige Musik – alles im Zeichen Gottes. Die Innenstadtpfarrei, die Florengäßner Brunnenzeche und viele Fastnachter feierten am Sonntag den Friedensgottesdienst der Karnevalisten.

Fulda - Als Volker Schmitt, Leiter des Musikvereins Niesig zum Mikrofon griff und das Lied der Toten Hosen, „An Tagen wie diesen” anstimmte, waren die Besucher des Gottesdienstes ergriffen, um dann aber zu schunkeln und zu klatschen. Es war einer der vielen Momente, die diesen Gottesdienst jedes Jahr aufs Neue zu etwas besonderem machen.

Sei es der Einzug der Fahnenabordnungen der Rand- und Bundesstaaten von Fulda sowie der Fahne der Bürger- und Prinzengarde der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG), oder der Einzug der Tollitäten. Wenn auch in diesen Tagen es nur fünf Mannschaften waren. Oder die Aktiven, die in ihren Uniformen gekommen waren sowie die Musik des Musikvereins Niesig und des Organisten Hans-Joachim Rill.

Fulda: Karnevalisten feiern großen Friedensgottesdienst in Stadtpfarrkirche

Gleich zu Beginn legten die närrischen Regenten ihre Insignien, wie Zepter, Kelch oder Lepp am Altar ab, um zu verdeutlichen, dass an diesem Tag nicht sie, sondern nur Jesus Christus den Ton angibt.

Anschließend wurde traditionell die Friedenskerze entzündet, um Gottes Beistand zu erbitten. Und das Thema „An Tagen wie diesen” wurde auch in den Fürbitten der Tollitäten sowie in der Lesung von Brunnenherr Michael Rutkowski aufgegriffen.

So wurde unter anderem für die Kraft gebeten, die Freude weiter zu tragen, da schließlich jede Minute zähle. Susi Süssemilch dankte in ihrem „Gespräch” mit Gott, das er zuhöre und an Tagen wie diesen merke sie die Unendlichkeit von Sorgen, Nöten und die Angst, aber auch dass der wichtigste Moment im Leben die Gegenwart sei.

Pfarrer Stefan Buß predigt in Reimform

Stadtpfarrer Stefan Buß betonte in seiner Predigt, die dieses Jahr nur zum Teil in Reimform zu hören war, dass zwar Corona seit März 2020 alles auf den Kopf stelle, aber dass die Menschen im Hier und Jetzt leben und sich über jede Kleinigkeit freuen, die möglich sei. So rief auch er es aus mit den Toten Hosen: „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit, an Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit”. (Lesen Sie hier: Der „ausgebremste“ Schaude - Corona-Zwangspause für Hünfelder Fastnacht)

Und dann doch noch in Reimform: „Ich wünsch euch heut beim Gottesdienst des Karneval viel Gottessegen überall. Helau sag ich, seid froh von Herzen. Vergesst bei allem nicht zu scherzen. Vielleicht ist ja im nächsten Jahr die Fulder Foaset wieder voll da. Jetzt sag ich wieder Amen – an Fastnacht heut im kleinen Rahmen”.

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