Der Bauausschuss hat eine Veränderungssperre für das Areal des früheren Kaufhauses beschlossen.
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Der Bauausschuss hat eine Veränderungssperre für das Areal des früheren Kaufhauses beschlossen.

Innenstadt-Gestaltung

Fulda friert Kerber-Areal ein: Ehemaliges Galeria-Kaufhof-Gebäude darf nicht verändert werden - zumindest vorerst

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Mindestens zwei Jahre lang darf auf dem Areal des ehemaligen Kaufhauses Kerber nichts verändert werden. Der Bauausschuss hat am Dienstagabend eine entsprechende Veränderungssperre beschlossen. Ziel ist es, unerwünschte Nutzungen in dem seit Oktober geschlossenen Kaufhaus-Gebäude zu verhindern.

Fulda - Mit diesem baurechtlichen Instrument wollen die Stadtverordneten in Fulda ihre Hand über das leerstehende Gebäude legen. Das heißt: Erst einmal darf sich hier nichts verändern, um später umso mehr entwickeln und für alle Beteiligten ein gutes Ergebnis erzielen zu können. Denn der aktuell gültige Bebauungsplan für das knapp ein Hektar große Areal zwischen Rabanus-, Bahnhofs- und Lindenstraße gibt kaum Einschränkungen vor: Außer der Errichtung von Vergnügungsstätten, Bordellen und Tankstellen wäre hier fast alles erlaubt. Der Vorsitzende des Bauausschusses, Walter Krah (CDU), erläuterte das näher: „Hier könnten nach der Schließung von Kerber Dinge entstehen, die wir nicht wollen.“ Denkbar sei derzeit beispielsweise, dass das ehemalige Kaufhaus als Lagerhalle genutzt werde. „Doch das würde keine Besucherfrequenz in die Innenstadt bringen, die wir eigentlich wollen. Wir möchten eine belebte Innenstadt“, sagte Krah.

Fulda: Stadt friert Kerber-Areal ein: Galeria-Gebäude darf nicht verändert werden

Die Stadt Fulda strebt deshalb eine Änderung des Bebauungsplans an, um die künftige Entwicklung zu steuern. Gemeinsam mit den Eigentümern der Immobilie und anderen ansässigen Innenstadt-Akteuren sollen Festsetzungen erarbeitet werden, die den „Gebietscharakter“ erhalten und zur Stärkung der Innenstadt beitragen. Neben dem Einzelhandel in Verbindung mit Gastronomie könnte die Innenstadt auch als Arbeits- oder Wohnstandort gestärkt werden. Auch ein Ausweiten von kulturellen und Freizeitangebote wäre möglich, heißt es in der Beschlussvorlage für die Stadtverordneten.

So könnte ins Kaufhaus-Gebäude in Fulda dann zum Beispiel unten wieder Handel einziehen und in den oberen Stockwerken Wohnen möglich sein, überlegte Krah. „Wir wollen auf jeden Fall mitbestimmen, was dort vor sich geht. Wir wollen das Heft des Handelns in der Hand behalten.“

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Das bestätigte auch Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos): „Wir müssen die künftige Entwicklung in der Hand haben, um Fehlentwicklungen frühzeitig vermeiden zu können.“ Eine Veränderungssperre habe es in der Vergangenheit beispielsweise auch beim Praktiker-Markt gegeben: „Damit schaffen wir die Möglichkeit, Bauanträgen zu widersprechen.“

Den Beschluss trugen die Mitglieder des Ausschusses einstimmig mit. Die Veränderungssperre gilt vorerst für zwei Jahre, sie kann verlängert werden. Knut Heiland (Grüne) bezeichnete die Schließung des Kaufhofs zwar als einen „Schlag für Fulda“, aber auch als Chance für eine neue Entwicklung. Ein Runder Tisch mit allen Betroffenen sei sinnvoll, um „die Innenstadt ganz neu zu denken“.

Gleiches hatte Anfang der Woche Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) in seinem Fünf-Punkte-Programm vorgeschlagen: Alle Betroffenen, von City Marketing über IHK und Gastronomie, sollen sich mit Ideen für die Innenstadtentwicklung einbringen. Der ehemalige Kerber dürfte dafür eine bedeutende Rolle spielen.

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