In manchen Gemeinden im Kreis Fulda sind die Kita-Plätze knapp. (Symbolfoto)
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In manchen Gemeinden im Kreis Fulda sind die Kita-Plätze knapp. (Symbolfoto)

Ausbau wird vorangetrieben

Engpässe bei Kita-Plätzen im Kreis Fulda? Das sagen die Kommunen

  • Sarah Malkmus
    VonSarah Malkmus
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Unterschiedlicher könnte die Situation im Kreis Fulda kaum sein: Während die einen Gemeinden sich in der glücklichen Lage sehen, allen Kindern einen Kita-Platz anbieten zu können, haben andere mit Engpässen zu kämpfen.

Kreis Fulda - Für den Stadtbereich klärt Magistratspressesprecher Johannes Heller über die Situation auf: „Es gibt in manchen Bereichen im Stadtgebiet eine höhere Nachfrage als Plätze in Kitas in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Verfügung stehen“, sagt er und fügt hinzu: „Wir bemühen uns in solchen Fällen, Plätze in anderen Kitas im Stadtgebiet zu vermitteln.“ Gleichzeitig treibe die Stadt Fulda den Ausbau der Kapazitäten im Stadtgebiet insgesamt voran.

So seien im vergangenen Jahr etwa unter anderem die Kapazitäten in Sickels durch den Neubau der Kita Pippi Langstrumpf erhöht worden. Erweiterungsarbeiten liefen zudem in der Kita Sonnenschein am Aschenberg, die überdies durch die angegliederten Waldkita-Gruppen in den vergangenen zwei Jahren „expandierte“. Weitere Erweiterungsbauten - etwa in Edelzell - seien in Vorbereitung.

Fulda: Kita-Plätze in den Gemeinden - Wo werden sie knapp?

Über Engpässe klagt auch Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig): „Wir haben mit dem Spatzennest eine Kindertagesstätte für fünf Dörfer“, sagt er. Zurzeit gebe es vier Gruppen, in denen insgesamt 84 Kinder betreut würden, alle seien voll belegt. „Damit können wir aber den Bedarf nicht mehr decken“, fügt der Rathauschef hinzu. Für den Übergang gebe es eine Lösung: Zum neuen Kita-Jahr ab September werde es eine neue fünfte Gruppe geben, die im bisherigen Turnraum untergebracht werden soll. Dieser werde dann bis zur Fertigstellung des geplanten Erweiterungsbaus genutzt.

Notlösungen wird es wohl auch in Künzell geben, wie Rainer Kremer, Erster Beigeordneter der Gemeinde Künzell, berichtet. Denn insgesamt fehlten fünf Plätze bis zum Ende des Jahres. „Wir sind dabei, zu prüfen, ob wir eine Notgruppe im alten Feuerwehrhaus in Pilgerzell einrichten können.“ In die Zukunft blickt Kremer jedoch optimistisch, da dieser Tage die Bauarbeiten für den Kindergarten Zauberwald in der Harbach begonnen haben. Dieser soll bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt werden.

Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig), Bürgermeister von Eiterfeld, berichtet indes, dass der Bedarf insbesondere im U-3-Bereich steige. Bei der Bedarfsplanung werde man in den kommenden Jahren daher nachrüsten müssen. Insgesamt fehlten in der Marktgemeinde etwa 30 Plätze. Aus diesem Grund werde der Kindergarten in Arzell aktuell umgebaut. „Dann können dort zehn Kinder mehr betreut werden“, berichtet er. Die übrigen Kindern - so Scheich - müssen dann in Kitas der Nachbargemeinden betreut werden.

In einzelnen Gemeinden Erweiterung der Kapazitäten geplant

Ähnliches berichtet auch Tanns Rathauschef Mario Dänner (parteilos). Er beobachtet ebenso eine steigende Nachfrage der U-3-Betreuung, insbesondere bei Ganztagesplätzen. Zudem ziehen auch Familien laut Dänner mit Kindern vermehrt zu, wodurch auch die letzten Plätze knapp würden. „Perspektivisch werden wir uns Gedanken über eine Erweiterung der Platzkapazitäten machen müssen.“ (Lesen Sie auch: Wegen Anstieg der Baupreise: An- und Umbau der Kita in Thalau wird 400.000 Euro teurer)

In Dipperz habe man sich ob fehlender Kita-Plätze ebenso um eine Notlösung bemüht. Dort habe man den Bewegungsraum des Kindergartens Rhönzwerge zu einer weiteren Gruppe umfunktioniert. Den Raum, der dadurch fehlt, bietet in dieser Zeit das Feuerwehrgerätehaus schräg gegenüber, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos). Ein dritter Kindergarten werde jedoch bis zum Juni 2022 in Dipperz entstehen.

Gersfelds Bürgermeister Steffen Korell (CDU) fehle es bislang noch an belastbaren Daten, berichten könne er jedoch in jedem Fall, „dass die kirchlichen Träger händeringend nach pädagogischem Personal suchen und dieses trotz intensiver Bemühungen nicht finden“. Aus diesem Grunde, so vermutet er, könnte es künftig zu einer Einschränkung des Betreuungsangebotes kommen.

Nachfrage zu hoch - Kinder müssen in Nachbargemeinden betreut werden

In Hünfeld sieht die Situation anders aus, erklärt Helmut Käsmann, Pressesprecher der Stadt Hünfeld: „Es gibt derzeit keine Engpässe in der Versorgung, insbesondere nachdem wir im Frühjahr eine neue zusätzliche Tagesstätte in Betrieb genommen haben und drei weitere Einrichtungen erweitert hatten.“ Allerdings könne nicht in jedem Fall gewährleistet werden, dass der Erstwunsch berücksichtigt wird. (Lesen Sie hier: Einbruch in Fuldaer Kindertagesstätte - Unbekannte sorgen für Sachschaden)

Keine Engpässe verzeichnet auch die Gemeinde Petersberg, wie Sprecher Sebastian Kircher berichtet. Zurückzuführen sei dies auch in dieser Gemeinde auf die Eröffnung neuer Kindergärten - in Petersberg und in Marbach. Florian Fritzsch (SPD), Bürgermeister von Großenlüder, befindet sich ebenso in der glücklichen Lage, dem Anspruch auf einen Betreuungsplatz in allen Fällen nachkommen zu können. Zum neuen Kindergartenjahr ab kommenden Montag geht die neue Kindertagesstätte Sonnenschein in Bimbach in Betrieb, freut sich der Rathauschef.

Video: Kita-Studie: Kinder infizieren sich seltener als Erzieher

„Die Engpässe mit Ausnahme- und Übergangsgenehmigung sind vorüber“, freut sich auch Manfred Helfrich (CDU), Bürgermeister von Poppenhausen. Die Gemeinde biete ein breites Angebot für die Kinderbetreuung. Auch die Gemeinden Flieden, Bad Salzschlirf, Eichenzell, Hosenfeld, Kalbach berichten, allen Ansprüchen gerecht werden zu können.

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