Kinopremiere "Schule der magischen Tiere"
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Viola M. J. Schmidt (links), zusammen mit Romanautorin Margit Auer und Regisseur Gregor Schnitzler bei der Premierenfeier in München.

Jetzt im Kino

Fuldaerin macht Film-Karriere: Viola M. J. Schmidt schrieb Drehbuch für „Schule der magischen Tiere“

  • Anne Baun
    VonAnne Baun
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Eine Osthessin macht Film-Karriere: Die gebürtige Fuldaerin Viola M. J. Schmidt (31) hat das Drehbuch zum Film „Die Schule der magischen Tiere“ geschrieben, der jetzt auch im CineStar Fulda startet.

Fulda/München - Wenn Viola M. J. Schmidt über ihre Arbeit spricht, breitet sich ihr Strahlen sogar über das Telefon aus. Begeistert erzählt sie von dem Moment, als alle Schauspieler ihr Buch das erste Mal in den Händen hielten und die ersten Passagen daraus vorlasen. Besonders von Katharina Thalbach, die die in „Die Schule der magischen Tiere“ ihre Stimme der animierten Schildkröte Henrietta leiht, war Schmidt restlos begeistert. Doch der Reihe nach.

Viola Schmidt, in Fulda geboren und aufgewachsen, hat an der Freiherr-vom-Stein-Schule ihr Abitur gemacht und kann tatsächlich allerlei Parallelen zwischen ihrer eigenen Schullaufbahn und der Filmhandlung ziehen. „Ich hatte es als Kind nicht so leicht in der Schule“, sagt die 31-Jährige. „Ich war nicht besonders gut in Sport, hatte keine Lust, mich zu schminken und wurde ziemlich heftig gemobbt.“ Lachend fügt sie hinzu: „Ich war eher der kreative Querkopf, der nirgends so richtig hingepasst hat.“

Fulda: Viola Schmidt schrieb Drehbuch für Film „Schule der magischen Tiere“

Doch der Einstieg in Schultheaterprojekte und erste selbstgeschriebene Kurzfilme im Englischunterricht, durch engagierte Lehrerinnen wie Frau Schumacher-Etzel und Frau Reifenrath, sollten das ändern. „Das war mein Weg raus aus der Isolation“, sagt sie heute. „Die Schulwelt ist so klein – aber man kann einfach rausgehen und seinen Träumen folgen!“ Auch Film-Hauptperson Ida (Emilia Maier) fühlt sich in ihrer neuen Schule nicht besonders wohl. Sie vermisst ihr altes Zuhause und wird von ihren Mitschülern gehänselt.

Leonard Conrads als Benni und Schildkröte Henrietta.

Doch auch Klassenlehrerin Miss Cornfield (Nadja Uhl) ist neu und stellt den Kindern ihren Bruder, Mister Mortimer Morrison (Milan Peschel), vor, der eine magische Zoohandlung betreibt. Ida und ihr Banknachbar Benni (Leonard Conrads) bekommen als erste Kinder der Klasse ein magisches Tier zur Seite gestellt. Benni bekommt Schildkröte Henrietta und Ida den Fuchs Rabbat (gesprochen von Max von der Groeben).

Die Geschichte basiert auf dem ersten Band der Erfolgsreihe von Margit Auer, und Viola Schmidt war fasziniert von der Vorstellung, dass Kinder, die ein Problem haben, ein magisches Tier bekommen, das ihnen hilft. (Lesen Sie hier: Fulda goes Los Angeles: Robert Wienröder aus Döllbach für Emmy-Award nominiert)

Schmidt hatte zwar kein magisches Tier, doch ihre Karriere ist beachtlich. Sie studierte in Bayreuth Theater, Medien und Anglistik, ging nach Mainz zum ZDF und volontierte bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“, arbeitete als Journalistin in London und Wiesbaden und bewarb sich schließlich an verschiedenen Filmhochschulen. Zwei davon wollten sie gerne aufnehmen. Schmidt entschied sich für München – immerhin saß Doris Dörrie in der Jury und hatte ihr einen „Daumen hoch“ gegeben.

Der Film

Die Schule der magischen Tiere. Deutschland/Österreich 2021. Regie: Gregor Schnitzler. Mit Nadja Uhl, Milan Peschel, Justus von Dohnányi. 94 Minuten. Ohne Altersbeschränkung. Läuft ab 14. Oktober im CineStar Fulda. In einer Filmrezension der Deutschen Presse-Agentur (dpa) heißt es: „Die erste Filmadaption der erfolgreichen Buchreihe ist so unterhaltsam wie auf angenehme Art pädagogisch.“ Das Fazit lautet: „Ein famoser Familienspaß.“

Natürlich kam auch diesem Kinofilm Corona in die Quere. „Die Premiere sollte eigentlich schon letztes Jahr sein“, sagt Schmidt. „Jetzt sind die Kinder, die mitspielen, plötzlich alle Teenager.“ Schmidt selbst ist in dieser Zeit Mama von Töchterchen Mia-Katharina (1) geworden, die während des Telefonates fröhlich im Hintergrund quäkt. (Lesen Sie auch: Schauspieler Andreas Patton verrät, welche Beziehung er zu Osthessen hat)

Klar war die Drehbuchautorin oft selbst am Set, um zu verfolgen, wie ihre schriftlichen Ideen umgesetzt werden. „Es ist schon verrückt. Da schreibe ich einen Satz wie ,Der Fuchs rutscht über das Dach und hält sich an der Regenrinne fest‘, und ich sehe ein Dutzend Menschen herumwerkeln, wie sie das Dach nachbauen und ein komplett in grün gekleideter Mitarbeiter, der den animierten Fuchs ersetzt, dort runterrutscht. So viel Arbeit für einen Satz!“

Video: „Schule der magischen Tiere“: Aufregende Premierenfeier in Köln

Auch mit den Mitarbeitern, die für die animierten Tiere zuständig waren, musste sie immer wieder Rücksprache halten. „Da sitzen plötzlich zehn erwachsene Männer zusammen, die darüber diskutieren, wie ein Fuchs springt“, erzählt Schmidt lachend. „Es sind einfach so viele verrückte, kreative Leute, die für ihre Sache brennen.“ Ganz genau wie sie selbst.

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