Gläubige bei einem Gottesdienst im Fuldaer Dom
+
Das Bistum Fulda zählte zum Jahresende 2020 6951 weniger Mitglieder als im Vorjahr.

Auswirkungen der Pandemie

Starker Mitgliederschwund: Bistum Fulda und Evangelische Kirchen in Hessen kämpfen mit Austritten

Sowohl die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) als auch das Bistum Fulda verzeichneten im vergangenen Jahr einen Rückgang der Mitgliederzahlen. Auslöser sei neben der Corona-Pandemie auch die demografische Entwicklung.

Fulda - Die Corona-Pandemie hat sich im vergangenen Jahr auch auf die Mitgliederzahlen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ausgewirkt. Einfluss habe 2020 hier unter anderem die deutlich geringere Zahl an Taufen gehabt, teilte die EKHN am Mittwoch mit. Ihre Zahl habe sich im Vergleich zum Vorjahr mit 5131 fast halbiert. Insgesamt verzeichnete die EKHN zum Stichtag 31. Dezember 1.446.971 Mitglieder in gut 1100 Gemeinden und damit 2,5 Prozent weniger als noch 2019.

Im vergangenen Corona-Jahr seien die Kirchenaustritte um zwölf Prozent auf gut 18.000 zurückgegangen. Allerdings seien auch die Kircheneintritte rückläufig. Die Zahlen sind der EKHN zufolge aber nur eingeschränkt aussagekräftig, aufgrund der langen Schließung von Behörden durch Corona. Taufen, Trauungen oder Konfirmationen hätten deutlich unter den Corona-Einschränkungen gelitten. Die EKHN erstreckt sich über Teile Hessens und Rheinland-Pfalz. Sie vertritt in Hessen 1,16 Millionen Gläubige und im Nachbarland 280.000.

Fulda: Bistum verliert fast 7000 Mitglieder - Corona sorgt für Austritte

Zum Jahresende 2020 zählte das Bistum Fulda 369.854 Katholiken, das waren 6951 weniger als im Vorjahr, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte. Neben der demografischen Entwicklung seien auch die Austritte dafür verantwortlich: Insgesamt registrierte das Bistum 3486 Kirchenaustritte, das waren 239 weniger als im Vorjahr. (Lesen Sie hier: Die Corona-Pandemie führt zu einem Einbruch bei der Kollekte)

Die Zahlen folgten dem bundesweiten Trend und bestätigten den eingeschlagenen Weg der Kirchenentwicklung und Neuausrichtung der Diözese, hieß es. Wie die gesamte katholische Kirche in Deutschland stehe das Bistum Fulda vor großen Herausforderungen: „Geringer werdende Ressourcen, sinkende Haushaltsmittel und wachsende Aufgaben stehen heute einer Gesellschaft gegenüber, die sich immer schneller bewegt und die säkularer und aufgeklärter als je zuvor nach Antworten auf die Fragen ihrer Gegenwart sucht.“

Video: Katholische Kirche - Gläubige fordern Reformen

Eine wesentliche Aufgabe für die Zukunft sei deshalb, „den Kern kirchlichen Handels deutlich zu machen“. Das seien neben dem Sendungsauftrag auch sozial-caritative Projekte, erläuterte das Bistum. „So fordere der Kirchensteuerrat, dass sich die Diözese nach kritischer und ausführlicher Abwägung von Unternehmungen und Strukturen trennt, die zu viele finanzielle Mittel binden.“

Das Bistum sei „in einer Phase des Aufbruchs, der sich in Strukturveränderungen, aber vor allem im Kulturwandel zeigt“, so das Bistum. Es gehe um die Suche nach neuen Formen und Antworten sowie um die „Umsetzung des kirchlichen Auftrages, auch morgen noch zukunftsfähig, innovativ und lebendig zu sein“. (ah)

Das könnte Sie auch interessieren