Sollen in Fulda vermehrt Fahrradstraßen ausgewiesen werden? Darüber müssen die Verantwortlichen im Zuge der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts in den nächsten Monaten entscheiden.
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Sollen in Fulda vermehrt Fahrradstraßen ausgewiesen werden? Darüber müssen die Verantwortlichen im Zuge der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts in den nächsten Monaten entscheiden.

Es wird zu Diskussionen kommen

Konzept für Fahrradverkehr in Fulda wird geprüft: Weniger Platz für Autos und Tempo 30?

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Der Fuldaer Stadtpolitik stehen in den Monaten bis zur Kommunalwahl hitzige Diskussionen ins Haus. Thema: der Radverkehr in Fulda.

Fulda - Die Stadt will ihr Radverkehrskonzept fortschreiben. Mit im Boot ist das Planungsbüro RV-K aus Frankfurt. Die Fachleute zeichnen bereits für Projekte in anderen Kommunen in der Region verantwortlich und arbeiten auch mit dem Landkreis zusammen. Mit Blick auf die Stadt Fulda ist im Verkehrsausschuss am Donnerstagabend der erste Aufschlag gemacht worden. Klar ist: Es wird in den nächsten Monaten viele Diskussionen geben.

Zu einzelnen Maßnahmen oder Projekten äußerten sich die Verkehrsplaner nicht. Sie ließen aber erkennen, dass sie für ein Umdenken in der Stadt – vor allem in der Kernstadt – plädieren. Von Fahrradstraßen war die Rede, von neuen Verbindungen abseits der Hauptverkehrsstraßen und auch von einer Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. „Mit durchgängig Tempo 30 wäre für Radfahrer schon viel gewonnen“, so die Experten.

Radverkehr in Fulda: Leipziger Straße als Gefahrenherd

Als Gefahrenherd machte das Planungsbüro unter anderem die Leipziger Straße aus. In einer Simulation zeigte RV-K weitreichende Lösungsvorschläge auf: Sie reichten von der Reduzierung der Pkw-Fahrspuren von vier auf zwei bis hin zur Streichung der Parkplätze. In beiden Fällen gebe es mehr Platz für Radfahrer. Die Experten erklärten, ihre Vorschläge seien „bewusst ambitioniert“.

Das Papier von RV-K soll im nächsten Schritt mit den Verkehrsplanern der Stadtverwaltung und der Verkehrsbehörde abgestimmt werden. Und auch die Fraktionen sollen im Detail über die Konzeption informiert werden. Dann gilt es zu diskutieren und zu priorisieren. Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) hofft, dass die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts bis zur Kommunalwahl im Frühjahr in trockenen Tüchern ist.

Muss auf Fuldas Straßen eine Fahrspur für den Radverkehr weichen?

Die Wortbeiträge der Stadtpolitiker im Fachausschuss ließen darauf schließen, dass das Thema Radverkehr bis zur Wahl – und damit auch im Wahlkampf – eine große Rolle spielen wird. „Das Konzept geht viel weiter, als ich erwartet hätte“, freute sich Knut Heiland (Grüne). „Sehr spannend“, nannte Hans-Joachim Tritschler (SPD) den Vortrag der Planer. Er schlug vor, in Heinrich-, Rabanus- und Lindenstraße zugunsten des Radverkehrs eine Pkw-Fahrspur zu streichen.

Für die CDU verwies Heike Kleemann auf zuletzt bereits erreichte Verbesserungen und warnte davor, Konzepte aus Großstädten wie Frankfurt auf Fulda übertragen zu wollen. Kleemann trat ein Stück weit auf die Bremse: „Wir sind offen für Ideen und werden sehen, was machbar ist.“

Lesen Sie hier: Fuldas Stadtverordnete entscheiden, ob Daniel Schreiner Stadtbaurat bleibt.

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