Landrat Bernd Woide (links) lobte die Zusammenarbeit mit Vize-Landrat Frederik Schmitt.
+
Landrat Bernd Woide (links) lobte die Zusammenarbeit mit Vize-Landrat Frederik Schmitt.

Erster Kreisbeigeordneter

Fuldas Vize-Landrat bleibt im Amt: Kreistag wählt Frederik Schmitt wieder - Lob kommt auch aus der Opposition

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
    schließen

Frederik Schmitt (40, CDU) bleibt auch weiterhin Erster Kreisbeigeordneter im Landkreis Fulda. Das haben die Mitglieder des Kreistags während ihrer Sitzung am Montagvormittag mehrheitlich beschlossen.

Update vom 22. Februar, 11.39 Uhr: Der Vize-Landrat skizzierte eingangs der Sitzung seine Erfolge und Aufgabenfelder der vergangenen Jahre. Schmitt, der auch Gesundheitsdezernent ist, ging nicht nur auf die aktuelle Corona-Pandemie ein, sondern unter anderem auch auf die allgemeine gesundheitliche Versorgung im Landkreis sowie auf die guten Entwicklungen im Ausbau der Kinderbetreuung, im Bereich Fachkräfteentwicklung und bei der Förderung von Vereinen.

Erhard Mörmel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, bezeichnete Schmitt als „richtigen Mann am richtigen Ort“. Sein wichtigstes Aufgabenfeld sei derzeit die Bekämpfung der Pandemie: „Und hier benötigt der Landkreis auch in den kommenden Jahren Kontinuität.“ Durch sein Engagement habe Schmitt den Landkreis nach vorn gebracht, und die Zusammenarbeit mit Landrat Bernd Woide (CDU) sei sehr gut: „Zwischen beide passt kein Blatt.“ Die Besetzung der Stelle des Ersten Kreisbeigeordneten mit Schmitt sein Glücksfall für die Region.

Vize-Landrat: Kreistag wählt Frederik Schmitt wieder

Ähnlich äußerte sich auch Mario Klotzsche, Fraktionschef der FDP: „Schmitt hat in der Krise bewiesen, dass er Krise kann.“ Er habe die Situation im Griff. Der Fraktionsvorsitzende von Linke.Offene Liste, Michael Wahl, hingegen erklärte, seine Fraktion werde einer zweiten Amtszeit nicht zustimmen. Seiner Meinung nach hätte eine Wahl erst durch den neuen Kreistag, der sich nach der Wahl am 14. März konstituiert, stattfinden. Diese Kritik hatte auch bereits die SPD-Fraktion in einer bereits am Sonntag verschickten Pressemitteilung geübt.

Letztlich stimmten 53 Kreistagsmitglieder für Schmitt, 9 stimmten dagegen und 15 enthielten sich.

Erstmeldung vom 22. Februar: Künzell - Bereits im September vergangenen Jahres hatten die Koalitionsfraktionen CDU und CWE sowie die FDP die Weichen gestellt und einen Antrag auf eine Wiederwahl Frederik Schmitts beschlossen. Begründet wurde das unter anderem mit der guten Arbeit des Ersten Kreisbeigeordneten und der Bedeutung, die ihm als Gesundheitsdezernent in der Corona-Pandemie zukomme.

Man könne sich glücklich schätzen, einen solch kompetenten Vize-Landrat zu haben, hatte der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende, der im Januar verstorbene Dr. Norbert Herr, erklärt. Schmitt sei der richtige Mann, urteilte auch CWE-Fraktionschef Thomas Grünkorn. Der Kreistag beschloss daraufhin mehrheitlich, Schmitts Stelle nicht öffentlich auszuschreiben.

Fulda: Kreistag stimmt über Frederik Schmitt als Vize-Landrat ab - SPD enthält sich

Bei der Opposition stieß dieses Vorgehen jedoch auf reichlich Kritik. Insbesondere Grüne und SPD hatten dafür plädiert, Schmitt erst durch den neuen Kreistag, der sich nach der Wahl am 14. März konstituieren wird, wählen zu lassen. Die Grünen etwa mutmaßten, dass sich die CDU vor der Kommunalwahl langfristig Posten sichern wolle.

Die vorgegebenen Fristen hätten auch eine spätere Wahl möglich gemacht: Schmitts Amtszeit endet am 14. August, die Wahl muss mindestens drei Monate vorher stattfinden. Bis Mai wäre daher theoretisch Zeit gewesen. Nun steht die Wahl am kommenden Montag auf der Tagesordnung. Die Chancen, dass der 40-Jährige Vize-Landrat bleibt, stehen gut.

SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Busold erklärt nun, dass sich die SPD bei der Wahl enthalten werde. Die Fraktion erkenne an, dass sich Schmitt im Laufe seiner Amtszeit „ordentlich in die von ihm verantworteten Ressorts eingearbeitet“ habe und stets gesprächsbereit sei. Der über Wochen traurige Spitzenplatz bei den Corona-Zahlen des Landkreises Fulda in Hessen, verbunden mit der häufig unglücklichen Kommunikation des Landrats und des Ersten Kreisbeigeordneten, sei für die SPD-Kreistagsfraktion jedoch ein wesentlicher Kritikpunkt.

Fuldaer Kreistag stimmt am Montag auch über Haushalt ab

Abstimmen wird der Kreistag auch über den Haushaltsplan 2021, den Landrat Bernd Woide (CDU) Anfang Dezember eingebracht hatte und der ein Defizit aufweist. Der Haupt- und Finanzausschuss hat bereits grünes Licht für das Zahlenwerk gegeben. Die Fraktionen hatten aber noch zahlreiche Haushaltsanträge eingebracht, insgesamt 53 an der Zahl. So will die CDU-Fraktion das Volumen des Kreisausgleichsstocks auf vier Millionen Euro erhöhen und WLAN an Grundschulen ausbauen. Zudem beantragt die Fraktion ein Gesamtkonzept zum Thema Klima- und Umweltschutz, das laut einer Pressemitteilung „Maßstäbe setzen“ werde.

Die SPD-Fraktion fordert unter anderem einen Kreiszukunftsfonds für finanziell schwächere Kommunen. „Wir wollen, dass sich der Landkreis endlich darauf einlässt, eine Politik für die Zukunft zu machen, anstatt sich wie bisher nur konservativ auf das Ist zu beziehen“, schreibt Fraktionsvorsitzender Michael Busold in einer Pressemitteilung. Die Fraktion Linke.Offene Liste hat Anträge für zusätzliche Schulbusse und eine bessere IT-Betreuung für Schulen eingebracht.

Weiterhin steht ein Sachstandsbericht zur Corona-Pandemie auf der Tagesordnung. Die Sitzung beginnt am Montag, 22. Februar, um 10 Uhr im Gemeindezentrum Künzell.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema