Fuldaer Krippenweg: Seit 1998 baut Norbert Tuffek an der Barockkrippe. In der Geburtsszene hat er sich auch selbst verewigt (ganz links).
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Seit 1998 baut Norbert Tuffek an der Barockkrippe. In der Geburtsszene hat er sich auch selbst verewigt (ganz links).

Ausstellung im Vonderau Museum

Krippenweg führt erstmals durch Fuldaer Innenstadt - Barockkrippe als Höhepunkt

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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Mit dem ersten Advent beginnt an diesem Wochenende die Vorweihnachtszeit und damit auch die Zeit der Krippen. An 25 Orten in Fuldas Innenstadt sind szenische Darstellungen auf dem Krippenweg zu sehen.

Fulda - Für das vergangene Jahr hatten die Fuldaer Krippenfreunde bereits eine Ausstellung im Vonderau Museum geplant. Dann machte die Corona-Pandemie dem Verein einen Strich durch die Rechnung.

Es blieb bei fünf Darstellungen im Lapdarium des Museums. „Aber das ist richtig gut angenommen worden“, sagt der Vorsitzende der Krippenfreunde, Jochen Happel. Schon 2020 hätte der Höhepunkt der Ausstellung die Krippe des Nürnberger Künstlers Tuffek sein sollen.

Fulda: Krippenweg führt erstmals durch Innenstadt - Das ist das Highlight

Mit einem Jahr Verspätung steht das beeindruckende Werk mit seinen zwölf Einzelszenen und mehr als 300 Figuren im Vonderau Museum. Vier Wochen lang hat er diese im Durchgang zum Museumshof und in der Kapelle aufgebaut. Einen Lastwagen sowie ein Auto samt Anhänger benötigten Tuffek und Happel, um die Krippe, die in einer Garage und in seinem Werkstatt-Keller lagert, nach Fulda zu bringen.

Alljährlich baut der Franke sein Werk an einem anderen Ort auf. Im Kloster Scheyern hatte Krippenfreunde-Vorsitzender Happel dieses einst gesehen und den Kontakt zu dem Künstler gesucht. Dieses Jahr nun ist die Verkündigung an Maria im Durchgang zum Museumshof zu sehen. Die übrigen elf Bilder – von Maria bei Elisabeth über die Herbergssuche und die Geburt Jesu bis hin zur Hochzeit in Kanaa – hat Tuffek in der Kapelle wie einen Wandelgang entlang der Wände aufgebaut. (Lesen Sie auch: Neuer Adventsweg in Rasdorf soll Kindern die Weihnachtszeit nahebringen)

„Die Form des Raumes war schon eine Herausforderung, aber vom Ambiente passt die Krippe natürlich wunderbar hier hinein“, sagt der Holzbildhauermeister. Angesiedelt ist die Szenerie der Weihnachtsgeschichte in seiner Darstellung in der fränkischen Heimat und im Barock. „Die Figuren tragen zum Beispiel fränkische Tracht. Außerdem sind das Porträtfiguren, deren Gesichter echten Personen nachempfunden sind“, verrät Tuffek.

Seit 1998 baut Norbert Tuffek an der Barockkrippe.

Freunde, Bekannte und die Familie stehen Modell. Er selbst ist in der Szene der Geburt Christi ebenfalls zu sehen – mit dem Holzbildhauer-Werkzeug in der Hand. „Damals hatte ich noch Haare und 20 Kilogramm weniger. Das ist ja das schöne, dass sich die Figuren nicht verändern“, scherzt der Holzbildhauer-Meister, dessen Hauptgeschäftszeit in diesen Tagen beginnt.

Stationen und Künstler

Die 25 Stationen des Krippenweges: Klosterkirche Frauenberg, Langebrückenstraße 36B, Pavillion vor dem Stadtschloss Fulda, Klosterladen der Benediktinerinnen St Maria, Stadtpfarrei (Bürofenster), Köhler Mode (Altes Rathaus), Stadtpfarrkirche, Löwen-Apotheke, Meid, Jörg Büchner (Atelier für Restaurierungen), Marienheim ( Kanalstraße), Mutterhaus der Vinzentinerinnen, Stoffburg, Leibergers Knopfparadies, Schuhhaus Ebert, Altstadt-Apotheke, Vermessungsbüro Eckstein, Sandras Hair Design, Mail Boxes etc., Regio Point Fulda, Bettenhaus Köhler, Sparkasse, Vonderau Museum (Kapelle und Durchgang Museumshof; täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, Eintritt 1 Euro; 2G-Regel), Haarstudio X-Style.

Norbert Tuffek wurde 1972 in Nürnberg geboren. Nach der Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Bischofsheim/Rhön, gründete er 1995 seine Werkstatt in seinem Heimatort Wendelstein und schloss die Meisterschule in München an. 1998 begann er die Arbeit an der Fränkischen Krippe im Barockstil.

In Fulda stellt er erstmals sein Werk aus. Die nächsten Jahre sind bereits ausgebucht: Scheyern, die Museumskirche im fränkischen Bad Windsheim und Ingolstadt. Ob er noch einmal in die Barockstadt zurückkehrt, ist ungewiss. Ob es den Krippenweg in den kommenden Jahren noch einmal geben wird, steht ebenfalls noch nicht fest.

Denkbar jedoch ist es. „Wenn es gut angenommen wird, bestimmt“, stellt Happel in Aussicht, der die 25 Stationen in der Innenstadt aber nicht als Konkurrenz zum Großenlüderer Weg oder der Ausstellung in Sargenzell verstanden wissen will. Wer sich für das Thema interessiert, wird sich die anderen Angebote ebenfalls anschauen, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt.

Wird es den Krippenweg in Fulda im kommenden Jahr wieder geben?

Die Organisation in der Stadt, so berichtet Happel, sei gut gelaufen. Lediglich zwei Anfragen nach Ausstellungsflächen seien abgelehnt worden. Dass der Frauenberg in dem Weg, der ab dem Wochenende bis zum 9. Januar zu sehen ist und dessen Ausstellungsstücke bis 21.30 Uhr beleuchtet sind, eine zentrale Rolle spielt, kommt nicht von ungefähr.

Immerhin war mit Professor Dr. Ewald Müller ein Franziskanerpater aus dem Kloster Impulsgeber. Bis heute stellen die Krippenfreunde die Darstellung auf dem Frauenberg auf – in diesem Jahr erstmals auch eine Passionsdarstellung zu den Kar- und Ostertagen.

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