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Bischof Gerber kritisiert den Krieg in der Ukraine scharf - „menschenverachtende Ideologie“

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Am Wallfahrtsort Maria Ehrenberg auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken kam Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber mit den Menschen ins Gespräch.
Am Wallfahrtsort Maria Ehrenberg auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken kam Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber mit den Menschen ins Gespräch. © Marzena Seidel/Bistum Fulda

Zum 77. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs in Europa äußert Bischof Dr. Michael Gerber aus Fulda sich am Sonntag (8. Mai 2022) mit klaren Worten gegen den Krieg in der Ukraine und „die dahinter stehende menschenverachtende Ideologie“.

Fulda - 77 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in Europa hat Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber am Sonntag den Krieg in der Ukraine scharf kritisiert. „In einer menschenverachtenden Ideologie“ würden das Schicksal und das Leben des Einzelnen dort „brutal den Interessen einiger Mächtiger untergeordnet“.

Das sagte Gerber am Wallfahrtsort Maria Ehrenberg auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken in Unterfranken. Daher gehe es in der Ukraine nun um die Zukunft des Kontinentes und der Weltgemeinschaft insgesamt. Der Marienwallfahrtsort im Nachbarbistum Würzburg feiert aktuell sein 500. Jubiläum

Fulda: Scharfe Kritik von Bischof Michael Gerber - „Angriffskrieg“ in der Ukraine“

Es war ein besonderer Tag an einem besonderen Ort: Am Sonntag, dem 77. Jahrestag des Kriegsendes in Europa, besuchte Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber den Marien Ehrenberg. In einem Gottesdienst an dem auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken bei Bad Brückenau in der fränkischen Rhön liegenden Wallfahrts erinnerte Bischof Gerber an das Ende des zweiten Weltkrieges.

Gleichzeitig blickte der Bischof aus Fulda auf den aktuellen Krieg in der Ukraine sowie auf das Schicksal und das Leiden der Menschen: Auf die Verletzten, Traumatisierten, auf die Flüchtenden und auf „die, denen durch rohe Gewalt alles genommen“ wird (lesen Sie auch hier: „Die Leute haben Angst“: Ukrainischer Pfarrer berichtet über russische Angriffe).

„Im Krieg in der Ukraine zeigt sich die Auseinandersetzung mit einer menschenverachtenden Ideologie, bei der das Schicksal und das Leben des Einzelnen nichts zählt, sondern brutal den Interessen einiger Mächtiger untergeordnet wird“, sagte er. „Insofern geht es in diesem Krieg tatsächlich um die Zukunft unseres Kontinents, ja um die Zukunft der Weltgemeinschaft insgesamt.“

Bei einem Besuch am Wallfahrtsort Maria Ehrenberg fand Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber klare Worte gegen den Krieg in der Ukraine und die dahinterstehende „menschenverachtende Ideologie“.
Bei einem Besuch am Wallfahrtsort Maria Ehrenberg fand Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber klare Worte gegen den Krieg in der Ukraine und die dahinterstehende „menschenverachtende Ideologie“. © Marzena Seidel/Bistum Fulda

Seine Kritik an dem Angriffskrieg - so seine Formulierung - und seine Solidarität mit der Ukraine hat Bischof Michael Gerber in den vergangenen Wochen bereits mehrfach deutlich geäußert. Zwischen dem Bistum Fulda und dem ukrainischen Bistum Iwano-Frankiwsk bestehen laut dem bischöflichen Generalvikariat langjährige freundschaftliche Verbindungen.

Das Bistum Fulda unterstütze seine Partner in der Ukraine sowie Geflüchtete, die nach Fulda gekommen sind, gemeinsam mit diözesanen Partnern wie der Caritas, den Maltesern und dem Kolpingwerk. Hilfe, Solidarität und Verbundenheit im Gebet sollen den Angaben zufolge auch während der Pfingstaktion des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis eine Rolle spielen, die in diesem Jahr in Fulda eröffnet wird.

Stichwort Maria Ehrenberg

Maria Ehrenberg liegt an der Grenze zwischen den Bistümern Fulda und Würzburg mitten auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken und nicht weit entfernt von der ehemals deutsch-deutschen Grenze. Traditionell wird hier während der Marienwallfahrten auch für Frieden und Einheit gebetet. 2022 holt der Marienwallfahrtsort sein 500-jähriges Bestehen nach: Das Jubiläum sollte eigentlich bereits im Vorjahr gefeiert werden, musste wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt und auf dieses Jahr verschoben werden.

Aufgrund der langjährigen Verbindungen zwischen Fulda und dem Wallfahrtsort in der Diözese Würzburg werden in den kommenden Wochen Weihbischof Karlheinz Diez (15. Mai) und Generalvikar Prälat Christof Steinert (22. Mai) den Wallfahrtsort besuchen. Zum Festgottesdienst des Jubiläumsjahres wird am 3. Juli zudem der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erwartet.

Der Wallfahrtsort auf dem Truppenübungsplatz ist an jedem Sonntag von Mai bis Oktober zwischen 10 und 17 Uhr zugänglich. Die Zufahrt erfolgt über die ausgeschilderte Abzweigung von der B27 durch das Westtor bei Kothen.

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