Das Kreuz in Horas ist an die Abstands- und Hygieneregeln angepasst worden und wurde zum Teil renoviert.
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Das Kreuz in Horas ist an die Abstands- und Hygieneregeln angepasst worden und wurde zum Teil renoviert.

Corona-Krise

Macht das Kreuz in Fulda dicht? - Jetzt äußern sich die Chefs zu den Gerüchten

  • Anne Baun
    vonAnne Baun
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Wie geht es in Zeiten des Coronavirus mit dem Kulturzentrum Kreuz in Fulda weiter? Die Vorsitzende Katja Schmirler-Wortmann und Geschäftsführer Wolfgang Wortmann haben mit unserer Zeitung über die Lage während der Corona-Krise gesprochen und sich zu einem Gerücht geäußert.

Fulda - Stimmt es, dass das Kreuz in Fulda zumacht? Über diese Frage muss Katja Schmirler-Wortmann erstmal lachen, obwohl ihr im Moment eigentlich nicht danach ist. „Was, schon wieder?“, fragt ihr Mann Wolfgang Wortmann schmunzelnd. „Erstmal muss man sich ja fragen: Welches Kreuz ist überhaupt gemeint“, sagt Schmirler-Wortmann. „Die Location in Horas oder unser Kulturzentrum?“

Fakt ist jedenfalls: Obwohl die Zeiten für Kulturschaffende und Veranstalter hart sind, wird nichts geschlossen, betonen die beiden Geschäftsführer. „Tatsächlich beleben wir das Kreuz gerade wieder, weil es von der Größe passt“, sagt Wortmann. „Der Kulturkeller ist zu klein, den bespielen wir im Moment nicht. Deswegen bleibt der jetzt erstmal geschlossen.“

Macht das Kreuz in Fulda zu? - Vorsitzende und Geschäftsführer schildern ihre Lage in der Krise

Das Kreuz in Horas hingegen ist unter den derzeitigen Abstands- und Hygienebedingungen ideal. Die großen Fenster zu beiden Seiten lassen sich öffnen und sorgen somit für die nötige frische Luft. Zudem hat das Kreuz-Team die Corona-Phase genutzt und in Horas umgebaut. „Wir sind jetzt barrierefrei, und die Künstlertoiletten wurden renoviert“, sagt Schmirler-Wortmann.

Ansonsten versinken die Mitarbeiter gerade in Anträgen für Fördermittel und halten sich auf dem Laufenden, wie die aktuellen Vorgaben bei kulturellen Veranstaltungen aussehen. Und sie üben sich in Flexibilität. „Eigentlich wäre das Duo Suchtpotenzial am 8. Oktober im ausverkauften Kulturkeller aufgetreten“, erzählt Wortmann. „Doch das geht natürlich nicht, also haben wir die Show nun ins Kreuz verlegt und zu zwei Veranstaltungen gemacht; eine um 18 Uhr und eine um 21 Uhr. Und jeweils ohne Pause.“

Katja Schmirler-Wortmann und Wolfgang Wortmann sind gespannt.

Lesen Sie hier: 3000 Gäste bei 75 Veranstaltungen von „Kultur.Findet.Stadt.“

Doch nur, weil das Kulturzentrum wieder Veranstaltungen anbietet, ist das Elend, das das Virus der Kultur auferlegt hat, längst nicht überwunden. „Wenn wir weiter bestehen wollen, bräuchten wir eigentlich eine 100-Prozent-Unterstützung“, sagt Schmirler-Wortmann zerknirscht. „Es gibt tatsächlich Institutionen, die eine 90-Prozent-Förderung erhalten. Wir haben einen sehr hohen Eigenfinanzierungsanteil.“ Nicht mal die Open-Air-Reihe „Kultur. Findet. Stadt.“ im Sommer habe da viel gebracht.

Kreuz-Termine

8. Oktober: Suchtpotenzial. 18 Uhr und 21 Uhr. 19,70 Euro im Vorverkauf. 23. Oktober: Sebastian 23 mit „Cogito, ergo dumm“. 20 Uhr. 14,20 Euro. 25. Oktober: Kindertheater „Rotkäppchen“ mit Dieter Malzacher. 15 Uhr. 6,50 Euro. 30. Oktober: Timo Wopp. 20 Uhr. 23 Euro. 31. Oktober: Turnalar Quintett. 20 Uhr. 15,30 Euro. 1. November: Kindertheater „Uli im Märchenwald“ von Andreas Wahler. 15 Uhr. 6,50 Euro. 4. November: Franz Habersack. 20 Uhr. 14,20 Euro. 5. November: Franz Habersack. 20 Uhr. 14,20 Euro. 8. November: Gankino Circus. 20 Uhr. 16,40 Euro. 13. November: Andy Strauß. 20 Uhr. 17,50 Euro. 15. November: Kindertheater „Tigerwild“ vom Theater Con Cuore. 15 Uhr. 6,50 Euro. 19. November: Miss Allie. 20 Uhr. 20,80 Euro. 20. November: ONAIR. 20 Uhr. Ab 29,60 Euro. 21. November: Jan Philipp Zymny. 20 Uhr. 17,50 Euro. 29. November: Theaterfest für Kinder mit Zauberer Gerrit. 15 Uhr. 6,50 Euro. 3. Dezember: Quichotte. 20 Uhr. 16,40 Euro. 5. Dezember: Bene Reinisch. 20 Uhr. 17,50 Euro.

Wortmann: Es geht nicht ums Geldverdienen

„Es ging da nicht ums Geldverdienen“, betont Wortmann. „Wir wollten zeigen, dass wir noch da sind und natürlich unseren regionalen Künstlern eine Plattform bieten.“ Im Kreuz jedenfalls sind ab Oktober wieder Veranstaltungen geplant (siehe Kasten). Ab Mitte Oktober soll auch wieder das beliebte Winterzeitkino starten, und es gibt viel Kindertheater.

Doch die Räumlichkeiten werden auch anderweitig genutzt. „Hier proben ein Chor und eine Theatergruppe, außerdem gibt es Kooperationsveranstaltungen, zum Beispiel mit der Buchhandlung Ulenspiegel“, zählt Wortmann auf. „Und im Herbst wird das Kreuz auch für Mitgliederversammlungen genutzt.“

Video: Auftakt von „Kultur.Findet.Stadt“ in Fulda

Ob das Ehepaar Wortmann der Krise auch etwas Positives abgewinnen kann? „Wir drucken keine Programmhefte mehr, und im Moment gibt es auch keine Flyer und keine Plakate von uns, alles läuft online“, sagt Wortmann. „Wegen der Nachhaltigkeit würden wir das tatsächlich gerne beibehalten.“

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