Wo zunächst nur ein Baustellenschild Auskunft über das Projekt „Park überm Engelshaus“ gibt, rollen jetzt die Baumaschinen an. Für die Geschäftsführer der LGS gGmbH, Markus Schlag und Jürgen Werner (von links), beginnt mit diesem ersten Teilbereich die heiße Phase für die Umsetzung der Planungen zur siebten Hessischen Landesgartenschau in Fulda.
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Wo zunächst nur ein Baustellenschild Auskunft über das Projekt „Park überm Engelshaus“ gibt, rollen jetzt die Baumaschinen an. Für die Geschäftsführer der LGS gGmbH, Markus Schlag und Jürgen Werner (von links), beginnt die heiße Phase für die Umsetzung der Planungen zur Landesgartenschau in Fulda.

Bagger rollen an

Neuer „Park überm Engelhaus“ - Baumaßnahmen für die Landesgartenschau in Fulda beginnen

Es wird ernst: Mit dem ersten Spatenstich für den ersten Teilabschnitt – dem „Park überm Engelshaus“ im Fuldaer Stadtteil Neuenberg – beginnen offiziell die Baumaßnahmen zur Landesgartenschau 2023 in Fulda.

Fulda - „Dieser neuen Grünfläche kommt eine entscheidende Bedeutung bei der Anbindung des Stadtteils Neuenberg an die Innenstadt und das Naherholungsgebiet Aueweiher zu. Zusammen mit dem ,Garten am Sprengelsrasen‘ und der neuen Brücke über die Sickelser Straße entsteht ein durchgängiger Grünzug sowie eine Rad- und Fußwegeverbindung von Fulda-Galerie bis zum Aueweiher“, erläutert Gartenschau-Geschäftsführer Marcus Schlag die Konzeption.

Ab dem 23. November rollen auf der ehemaligen landwirtschaftlichen Fläche oberhalb der Neuenberger Straße und entlang der Sickelser Straße die Baumaschinen, wie die Verantwortlichen ankündigen.

Landesgartenschau 2023 in Fulda: Baumaßnahmen beginnen

Aus dem prämierten Wettbewerbsbeitrag vom Mai 2019 entwickelte das Büro A24 Landschaft mit Sitz in Berlin gemeinsam mit den Verantwortlichen der LGS gGmbH um die Geschäftsführer Marcus Schlag und Jürgen Werner detaillierte Ausführungspläne. Nach europaweiter Ausschreibung und Prüfung der Angebote erhielt die Firma August Fichter aus Raunheim den Zuschlag. (Lesen Sie hier: Für Fuß- und Radbrücke über die Sickelser Straße in Fulda: Vom Land Hessen gibt es Geld).

Besonderes Merkmal des neuen Parks sei die topografische Gestaltung, heißt es in einer Pressemitteilung. Vom Zugang in der Neuenberger Straße führt eine Rampen- und Treppenanlage zu einem Panoramaweg. Dabei wird ein Höhenunterschied von rund sieben Metern barrierefrei überwunden. Die Terrassierung des Geländes und die Fassung der Rampen erfolgt mit Betonmauern, die eine gestaltete Oberfläche aufweisen. Auf den Zwischenpodesten laden Bänke an abwechslungsreichen Staudenbeeten zum Verweilen ein, Bäume und Sträucher spenden Schatten.

Oberhalb der Rampen schließt sich ein serpentinenartiger Weg an, der auf die Anhöhe führt. Die gesamte Strecke – insbesondere an exponierten Stellen – bietet herrliche Ausblicke auf die Stadt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Panoramaweg in Fulda: Zugang in der Neuenberger Straße wird barrierefrei

Entlang des Weges finden sich verstreut „Klimawandelbäume“, ein Modellprojekt, das die LGS gGmbH in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) durchführt. Hier werden zukunftsweisende Arten und Sorten gepflanzt, die auch unter den besonderen Bedingungen des Klimawandels in den Städten gedeihen.

Für Radfahrer entsteht entlang der Sickelser Straße ein asphaltierter Weg, der direkt zur „Brücke überm Engelshaus“ führt und die Anbindung über die Sickelser Straße und den unteren Bereich der Hohle zum Tiergarten und dem Landwehrweg ermöglicht. Großzügige Blumenwiesen, die für die heimische Fauna ein wichtiges Habitat bilden, ein Aktionsband mit bunten Pflanzbeeten sowie vielfältige Aufenthalts-, Spiel- und Sportangebote, aber auch Ruheoasen runden die Konzeption der neuen Grünanlage ab. Neben Holzdecks, Hängematten, Liegen und anderen Sitzmöglichkeiten gibt es Trampoline, Tischtennisplatten und einen Balancierparcours. Offene Plätze mit wassergebundener Oberfläche ermöglichen Boulespiel oder dienen als Treffpunkt.

Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hessen: Nachhaltige Veränderung für die Kommune

Für Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hessen, ist der erste Spatenstich als Auftakt für die Gestaltung der Landesgartenschau 2023 in Fulda ein Ereignis, dem sie gerne persönlich beigewohnt hätte. „Gartenschauen sorgen für nachhaltige Veränderungen in den Kommunen und sind daher mehr als nur temporäre Veranstaltungen. Sie bringen mehr Grün und Erholungsräume in die Städte, die dauerhaft bleiben. Damit steigt die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Gleichzeitig ist es auch eine touristische Werbung für den jeweiligen Ort, es werden mehr Besucherinnen und Besucher angezogen. Ich freue mich, dass mit dem offiziellen ersten Spatenstich die Bauphase für die Landesgartenschau 2023 in Fulda beginnt. Leider kann aufgrund von Corona kein gemeinsamer Termin vor Ort stattfinden, an dem auch ich gerne teilgenommen hätte. Ich wünsche dennoch allen Beteiligten für die anstehenden umfangreichen Arbeiten und Baumaßnahmen viel Erfolg und bin gespannt auf das Ergebnis.“

Auch Fuldas Oberbürgermeister, Dr. Heiko Wingenfeld, betont den Stellenwert für die Stadt: Hier zeige sich, wie die Projekte der Landesgartenschau nachhaltig zur Stadtentwicklung beitragen. Und Stadtbaurat Daniel Schreiner äußert sich hocherfreut über die konzeptionelle Umsetzung: „Aus einer bisher intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche entsteht nun eine barrierefreie grüne Verbindung zwischen der Innenstadt und den Bereichen Neuenberg und Fulda-Galerie.“

„Park überm Engelshaus“ wird größte Teilfläche der Landesgartenschau 2023 in Fulda

Solange es die Witterung zulässt, sollen zunächst die Vor- und Erdarbeiten durchgeführt werden. Im Frühjahr folgen dann der Wegebau und die Pflanzarbeiten, während bereits Mitte 2021 mit dem Einbau der Ausstattungsgegenstände die Maßnahme fertiggestellt werden soll. Parallel zu den Bauarbeiten im Parkgelände erfolgt die Errichtung der Rampenanlage, die ebenfalls nächsten Sommer abgeschlossen sein wird.

Mit 3,6 Hektar stellt der „Park überm Engelshaus“ die größte Teilfläche der Landesgartenschau 2023 dar und auch der Höhenunterschied von rund 30 Metern ist einzigartig auf dem gesamten Gartenschauareal, heißt es in der Mitteilung abschließend. (hoß)

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