Luftbild vom Aueweiher in Fulda.
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Für die Landesgartenschau 2023 in Fulda wird unter anderem der Aueweiher umgestaltet. (Archivbild)

Motto „Fulda verbindet“

Landesgartenschau 2023: So wird sich Fulda für das Hessen-Fest verändern

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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„Fulda verbindet“ lautet das Motto für die Landesgartenschau, die 2023 in Fulda stattfindet. Welche Ideen dahinter stecken und wie sie sich auf dem Gelände widerspiegeln werden, erklärt Geschäftsführer Marcus Schlag.

Fulda - „Fulda liegt in der Mitte Deutschlands – im Dreiländereck von Hessen, Thüringen und Bayern. Die Stadt hat eine gute Verkehrsinfrastruktur, und als Oberzentrum schafft sie die Verbindung zu den Gemeinden im Umland sowie zu Rhön und Vogelsberg“, stellt der Geschäftsführer der Landesgartenschau, Marcus Schlag, fest.

Eben diese verknüpfenden Elemente – auch in die Region hinein – wollen er und sein Team in zwei Jahren aufgreifen. Schon jetzt sei festzustellen, dass das Motto „Fulda verbindet“ unglaublich vielseitig sei und bei einzelnen Projekten mal ganz bewusst, mal ganz zufällig und auch immer wieder unter unterschiedlichen Aspekten auftauche.

Fulda: So wird sich die Stadt für die Landesgartenschau 2023 verändern

Ganz konkret, so berichten Schlag und Presse- und Öffentlichkeitsreferentin Patricia Bickert, sieht das Konzept vor, dass innerhalb Fuldas Verbindungen geschaffen werden und dass die Verbindung von Stadt und Natur aufgezeigt wird.

Am augenscheinlichsten ist die Anbindung des jungen Stadtteils Fulda Galerie und der Brückenschlag der beiden Teile von Neuenberg – nördlich und südlich der Sickelser Straße. Damit dockt die neu entstehende Gartenschaufläche denn auch direkt an die Fuldaaue und somit das Areal der Ausstellung von 1994 an.

Zudem spannt sie den Bogen von einer Landwirtschaftsausstellung auf voraussichtlich sechs Hektar Fläche in der Nähe des Heimattiergartens bis zu den Industriegebäuden an der Frankfurter Straße. Ein grünes Band zieht sich somit bis hin zum Aueweiher, wo der Haupteingang des Areals entstehen wird.

Fotostrecke: „Fulda verbindet“ - So sieht das Konzept der Landesgartenschau aus

Eine hügelige Wiesenlandschaft entsteht im nordwestlichen Teil des Gartenschaugeländes. Diese Fläche sollen sich die Besucher erschließen und sie entdecken können.
Eine hügelige Wiesenlandschaft entsteht im nordwestlichen Teil des Gartenschaugeländes. Diese Fläche sollen sich die Besucher erschließen und sie entdecken können. © Landesgartenschau
Offene Wiesenflächen sollen das Gartenschaugelände prägen. Auf Spiel- und Aktionsflächen werden verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausstellungen geboten. Sie ziehen sich wie lange Bänder über das Areal.
Offene Wiesenflächen sollen das Gartenschaugelände prägen. Auf Spiel- und Aktionsflächen werden verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausstellungen geboten. Sie ziehen sich wie lange Bänder über das Areal. © Landesgartenschau
Das WeidElipsium dient als Schattenspender und Veranstaltungsort, in dem bis zu 150 Personen Platz finden können. Unter die Weidenbögen wird noch ein Segeltuch gespannt.
Das WeidElipsium dient als Schattenspender und Veranstaltungsort, in dem bis zu 150 Personen Platz finden können. Unter die Weidenbögen wird noch ein Segeltuch gespannt. © Landesgartenschau
Eine Brücke überspannt die Sickelser Straße und verbindet den SonnenGarten an der Fulda Galerie mit dem Kulturgarten in Neuenberg.
Eine Brücke überspannt die Sickelser Straße und verbindet den SonnenGarten an der Fulda Galerie mit dem Kulturgarten in Neuenberg. © Landesgartenschau
Spielmöglichkeiten sollen die Landesgartenschau für Familien interessant machen. Dabei achten die Macher darauf, dass keine herkömmlichen Kombi-Spielgeräte verbaut werden, sondern Möglichkeiten geschaffen werden, mit denen Kinder beispielsweise die Motorik schulen können – so wie hier im zukünftigen KulturGarten am Engelshaus.
Spielmöglichkeiten sollen die Landesgartenschau für Familien interessant machen. Dabei achten die Macher darauf, dass keine herkömmlichen Kombi-Spielgeräte verbaut werden, sondern Möglichkeiten geschaffen werden, mit denen Kinder beispielsweise die Motorik schulen können – so wie hier im zukünftigen KulturGarten am Engelshaus. © Landesgartenschau
An der Sickelser Straße müssen bis zu 30 Höhenmeter überwunden werden. Um dies zu ermöglichen, wird gerade an einem Zick-Zack-Weg gebaut. Dazwischen werden auch treppenartige Abkürzungen angelegt. Insgesamt hat das Landesgartenschaugelände zwischen dem WasserGarten am Aueweiher und dem SonnenGarten an der Fulda Galerie 40 Meter Höhenunterschied.
An der Sickelser Straße müssen bis zu 30 Höhenmeter überwunden werden. Um dies zu ermöglichen, wird gerade an einem Zick-Zack-Weg gebaut. Dazwischen werden auch treppenartige Abkürzungen angelegt. Insgesamt hat das Landesgartenschaugelände zwischen dem WasserGarten am Aueweiher und dem SonnenGarten an der Fulda Galerie 40 Meter Höhenunterschied. © Landesgartenschau

Das macht laut Schlag auch den Unterschied zu den vorangegangen Gartenschauen in Bad Nauheim oder Bad Schwalbach aus, wo für die Ausstellung hauptsächlich die Kurparks genutzt und aufgehübscht wurden. „Wir entwickeln hier ganz neue Flächen und ziehen eine Spur durch die Stadt, die auch dauerhaft bleiben soll“, betont der Geschäftsführer.

Im Gegensatz zu den drei großen Flächen „WasserGarten“ am Aueweiher, wo die Stadt aktuell noch Vorarbeiten leistet, „KulturGarten“ an der Sickelser Straße und „SonnenGarten“, wird der Bereich der Landesgartenschau von vor 27 Jahren nicht umfassend neu gestaltet. „Die Besucher sollen sehen können, „was von damals“ im Stadtbild und in den Auen geblieben ist. (Lesen Sie hier: Millionenprojekt mit Langzeitwirkung - Das Tor zum neuen Heimattiergarten)

Die Landesgartenschau 2.023 will den Stadtteil Fulda-Galerie an die Kernstadt anbinden und schlägt mit ihrem Areal einen Bogen von dort zum Aueweiher. Gegliedert ist sie in drei Themengärten. Im Nordwesten laufen die Arbeiten bereits.

„Fulda ist die einzige Stadt, die diese Möglichkeit hat. Keine andere Stadt war zweimal Gastgeber. Und: Wir waren schon 1994 nachhaltig, als der Begriff noch gar nicht so gebräuchlich war“, sagt Schlag, der in Geisenheim Landschaftsarchitektur studierte. Und das soll auch jetzt wieder der Fall sein. „Das Gros des Gartenschaugeländes wird bleiben – auch die Brücken, die Spielplätze und die Spiel- und Aktionsflächen. Zurückgebaut werden nur die Schaugärten“, kündigt Schlag an.

Hintergrund

Nach der Premiere 1994 in Fulda fand die Landesgartenschau in Hanau (2002), Bad Wildungen (2006), Bad Nauheim (2010), Gießen (2014) und Bad Schwalbach (2018) statt. Die Barockstadt ist der erste doppelte Gastgeber der Schau, bevor 2027 Oberhessen mit Schotten, Gedern, Nidda, Büdingen und Hirzenhain an der Reihe ist. Die Jahreszahl 2023 schreiben die Veranstalter bewusst mit Punkt: 2.023. Dies beinhaltet neben dem Veranstaltungsjahr und der „2“ vor dem Punkt, welche die zweimalige Ausrichtung symbolisiert, noch eine weitere Anspielung. In Anlehnung an die Versionsnummerierung bei Softwareprodukten soll sie für eine Weiterentwicklung des Konzepts und digitale Ansätze darin stehen.

Für die Nachhaltigkeit und die Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung haben die Macher der Gartenschau in ihrem Logo einen Punkt gesetzt. Landesgartenschau 2.023 soll darauf verweisen, dass Fulda zweimaliger Gastgeber ist und die Schau weiterentwickeln will. „Wir wollen zum Beispiel so wenig Papier wie möglich verwenden. Vor 27 Jahren haben wir viele von den Programmheften weggeworfen“, erinnert sich Patricia Bickert.

Video: Startschuss für Umgestaltung des Aueweihers in Fulda

Stattdessen soll eine App zum Einsatz kommen und der Rundgang mit dem Smartphone möglich sein. „Dabei wollen wir mit QR-Codes arbeiten, sodass die Besucher sich vom Smartphone leiten lassen und die Informationen abrufen können“, erläutert Schlag. Mit derlei Lösungen will das aktuell neunköpfige Gartenschau-Team ein jüngeres Publikum ansprechen – und auch mit entsprechenden Veranstaltungen.

„Wir werden hier kein Rockkonzert veranstalten. Die Gartenschau-Events sind eher stillerer Natur und schließlich gibt es ja ergänzend in der Stadt große Veranstaltungen auf Dom- und Uniplatz, im Schloss- und Museumshof“, sagt der Landschaftsarchitekt und die Pressereferentin fügt hinzu: „Die Landesgartenschau soll ein Stück weit auch ein grünes Klassenzimmer werden.“

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