Am Sprengelsrasen im SonnenGarten sind schon die Wege und eine Hügellandschaft zu erkennen.
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Am Sprengelsrasen im SonnenGarten sind schon die Wege und eine Hügellandschaft zu erkennen.

Neuerungen vorgestellt

Landesgartenschau 2023 in Fulda: Pläne für vierten Garten - Nach Sonne, Wasser und Kultur kommt Genuss

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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Noch gut eineinhalb Jahre bleiben bis zum Start der Landesgartenschau (LGS) 2023 in Fulda. Die Verantwortlichen haben jetzt der Stand der Arbeiten und Planungen vorgestellt. Dabei ergeben sich Neuerungen.

Fulda - Gut zwei Dutzend Interessierte fanden unlängst den Weg zum vierten Gartenschau-Forum ins Stadtschloss, wo LGS-Geschäftsführer Marcus Schlag zunächst das Gesamtkonzept für das 20 Hektar große Areal vorstellte. Dabei wartete er durchaus mit einer Neuigkeit auf: Zu den bisherigen drei Teilbereichen Sonnen-, Kultur- und WasserGarten kommt mit dem GenussGarten ein vierter hinzu.

Hier soll sich die Hauptgastronomie befinden, die – anders als bislang bei Gartenschauen üblich – nicht von einem Hauptcaterer, sondern von regionalen Gastronomen betrieben werden soll. „Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen. Die Gespräche dazu laufen gerade“, sagte Schlag. Getreu dem Motto „Fulda verbindet“ soll der GenussGarten, jenes Gelände bei Feuerwehr-Museum und DRK, das schon 1994 zur ersten LGS in Fulda gehörte, eine deutliche Aufwertung im Vergleich zu den bisherigen Plänen erfahren und den Wasser- enger an den KulturGarten anbinden.

Fulda: Landesgartenschau 2023 - Pläne für vierten Garten enthüllt

Im westlich gelegenen SonnenGarten, der an den Park über der Bastion am Rande des Stadtteils Galerie grenzt, sind indes schon die ersten Wege und die gewünschte hügelige Landschaftsstruktur hergestellt, berichtete der Geschäftsführer. Neu sei, dass der Beratungsgarten des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen ebenso eine Nachnutzung erfahren werde wie der Obst- und Beerengarten.

Die Brücke im Tiergarten, dessen Fläche sich um 1,8 Hektar fast verdoppeln wird, ist bereits fertiggestellt.

„Fulda verbindet“ lautet das Motto der Landesgartenschau auch deshalb, weil das Gelände nachhaltig entwickelt werden soll, um den Stadtteil Galerie an die Innenstadt anzubinden. Als zentrales Element stellte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) die Brücke über dem Engelshaus vor. „Hier zeigt sich, dass ,Fulda verbindet‘ wörtlich und ernst gemeint ist“, betonte er.

Mit der Panorambrücke, von der aus sich ein schöner Blick auf die Stadt und die Rhön bieten werde, sollen Sickelser Straße und Schnarre-Hohle überbrückt werden. Aktuell, so Schreiner, würden die Fundamente für die Stützen gesetzt. Letztere sollen noch in diesem Jahr zu sehen sein. Im Februar werde die Rad- und Fußwegebrücke deutlich sichtbar sein. Auch wenn sie temporär genutzt werden könne, solle sie erst mit Integration in die LGS offiziell freigegeben werden.

LGS-Geschäftsführer Marcus Schlag stellte im Fürstensaal des Stadtschlosses den aktuellen Stand der Arbeiten und Planungen für die Landesgartenschau 2023 vor.

Deutlich erkennbar ist bereits das in „vorpatiniertem“ Holz gehaltene Wirtschaftsgebäude für den künftigen Tiergarten. Untergebracht werden hier laut Architekt Stephan Koch Ställe für Esel und Ponys, Quarantäne-Station, Lagerräume und ein überdachter Misthaufen. „Letztlich ist das eine klassische Scheune“, erklärte er.

Neues Konzept für Tiergarten angekündigt: Mensch-Tier-Begegnung statt Futtertüte

Um etwa vier Monate im Verzug seien allerdings die Arbeiten am Torhaus des Tiergartens, das wegen einer Vergrößerung statisch neu berechnet und genehmigt werden musste. In dem gelenkförmigen Bau, der wie das Wirtschaftshaus dem Gelände angepasst und mit begrünten Dachflächen sowie Photovoltaik-Technik ausgestattet wird, werden sich Schulungsraum, Büro, sanitäre Einrichtungen, Außenvoliere und Gastronomie befinden – samt Biergarten.

Attraktionen in Gärten

In den Teilbereichen sind unterschiedliche Attraktionen geplant. Der KulturGarten wird das „gartenschau-typischste“ Areal.

WasserGarten:

Haupteingang, Ausstellung „Haus der Nacht“, Gastronomie, Gärtner- und Handwerkermarkt, Himmelszelt (Kirche), Seeblick, Fuldakanal, grünes Klassenzimmer, Uferbalkon, Auenplatz

GenussGarten:

Blumenschau, Hauptgastronomie, Veranstaltungsbühne, Ausstellung Rückblick 1994

KulturGarten:

Panoramaweg, Klimabaumpfad, Aktions- und Wiesenband, Kletterpflanzengarten, Grabbepflanzung und Grabmale, Gastronomie, Naturbühne im Weidenellipsium, Städtefreundschaft, Gärtnertreff, Balkongarten, Showküche, Schaugärten

SonnenGarten:

Tiergarten, Gastronomie, Spielplatz am Tiergarten, Beratungsgarten des Landes Hessen, Digitale Wetterstation, Insektendorf, Obstwiese, Himmelsschaukeln, Beerengarten, Wildkräuterei, Acker 2.0

Für den Tiergarten kündigte Landschaftsplaner Alexander Sust ein neues Konzept an. „Wir haben nach etwas gesucht, das attraktiver ist, als mit der Futtertüte in der Hand an Gehegen vorbeizulaufen“, sagte Sust. Zudem sollte das Wohl der Tiere gesteigert werden, indem sie weniger Kalorien zu sich nehmen und sich mehr bewegen. Seine Antwort lautet: Mensch-Tier-Begegnung.

Jedoch erfordere das Konzept Geduld – zum einen in der Vermittlung an die Besucher, zum anderen beim Warten auf die Tiere. Die sollten eben nicht mehr mit Futter angelockt und dadurch zum aggressiven Betteln erzogen werden. Stattdessen stünden in dem kulturell innovativen Konzept natürliches Verhalten, Sensibilität und intensiver Kontakt zwischen Mensch und Tier im Fokus.

Video: Startschuss für Umgestaltung des Aueweihers in Fulda

Erreicht werden soll dies laut Planerin Yvonne Winter, durch Trails, auf denen sich Ponys und Esel auf „offenem Weideland“ bewegen. Im bisherigen Tiergarten – einem „lichten Schluchtwald“ – fänden Vögel und Kleintiere ihren Platz, während Schafe und Ziegen in einer „neuen Ackerlandschaft“ erlebbar würden.

Laut LGS-Geschäftsführer Marcus Schlag laufen aktuell zudem die Überlegungen zu Mobilitätskonzepten. Auf der Segelflugbahn entsteht ein temporärer Parkplatz. „Vom Bahnhof werden die meisten Besucher per Bus zum Gelände gelangen“, sagte er. Dazu sei er im Gespräch mit Stadt und RhönEnergie. Für interne Verbindungen würden zudem Modelle mit autonom fahrenden Fahrzeugen geprüft. Die Gedankenspiele stünden aber noch ganz am Anfang.

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