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Lehrerinnen und Lehrer aus der Ukraine gesucht - für Ukrainisch-Unterricht in Fulda

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Von: Volker Nies

Tatjana Yahodka, erste geflüchtete ukrainische Lehrkraft an Hamburger Schulen, schreibt einem Klassenzimmer „Herzlich Willkommen“ auf ukrainisch an die Tafel.
Tatjana Yahodka, erste geflüchtete ukrainische Lehrkraft an Hamburger Schulen, schreibt einem Klassenzimmer „Herzlich Willkommen“ auf ukrainisch an die Tafel. © Markus Scholz/dpa

Fast 2000 Menschen aus der Ukraine haben sich bislang bei Behörden im Landkreis Fulda gemeldet. In den Schulen von Stadt und Kreis sind 300 Schüler angekommen. Im Unterricht bemüht sich das Schulamt jetzt um eine Neuerung.

Fulda - Fast jeden Tag kommen Ukrainer an, die im Landkreis Fulda Schutz suchen. Die Aufnahme läuft rund. „Die ukrainischen Schülerinnen und Schüler werden an allen Schulen herzlich und mit großem Engagement der Lehrkräfte und der ganzen Schulgemeinde aufgenommen“, berichtet Harald Persch, stellvertretender Leiter des Schulamts Fulda.

Die 300 Schüler, die im Kreis ankamen, seien gut verteilt worden, berichtet Persch: Die meisten ukrainischen Schülern befinden sich derzeit an der Von-Galen-Schule in Eichenzell (18), der Konrad-Adenauer-Schule in Petersberg (16), der Don-Bosco-Schule in Künzzell (15), der Domschule in Fulda (15), der Heinrich-von-Bibra-Schule in Fulda (11), der Geschwister-Scholl-Schule in Fulda (11), der Rhönschule in Gersfeld (11) und der Jahnschule in Hünfeld (10).

Fulda: Lehrer aus der Ukraine gesucht - für Ukrainisch-Unterricht an Schulen

Ihr Unterricht soll nach den Plänen des Hessischen Kultusministeriums auch durch schutzsuchende ukrainische Lehrkräfte unterstützt werden, die jetzt von den Schulämtern gesucht werden (lesen Sie auch hier: Brüdergemeinden in Fulda bieten aktuell Hilfe für 122 Ukraine-Flüchtlinge).

Ein Link mit den Ansprechpartnern in den Schulämter befindet sich auf der Internetseite des Kultusministeriums (kultusministerium.hessen.de). „Auch mit Unterstützung dieser Lehrkräfte aus der Ukraine soll es ein ergänzendes Zusatzangebot zur Sprach- und Kulturvermittlung in ukrainischer Sprache geben“, kündigt Persch an. „Einen ukrainischsprachigen Unterricht wird es sicher auch im Schulamtsbezirk Fulda geben.“

Als frühester Starttermin für den Unterricht auf Ukrainisch gilt für die Grundschulen die Zeit nach den Osterferien und für die weiterführenden Schulen der 1. Juni, da das ukrainische Schuljahr am 31. Mai endet und es Bestrebungen der Ukraine gibt, ab dann Online-Unterricht anzubieten. „In unsere Schulen kommen die Kinder und Jugendlichen natürlich sofort“, sagt Persch.

Ukrainische Kinder, die im August 2022 eingeschult werden sollen, können – sofern die Schulen Kapazitäten haben – schon jetzt in Vorlaufkurse aufgenommen werden (lesen Sie auch hier: Betreuung für ukrainische Flüchtlingskinder - welches Problem sich aus dem Gute-Kita-Gesetz ergibt).

Ukrainisch wird auch in den Schulen in Stadt und Kreis Fulda schon bald einen höheren Stellenwert erhalten.
Ukrainisch wird auch in den Schulen in Stadt und Kreis Fulda schon bald einen höheren Stellenwert erhalten. © Peter Kneffel/dpa

„Der ukrainischsprachige Unterricht soll dazu dienen, unterschiedliche Unterrichtsgegenstände und Fächer aus dem Heimatland Ukraine aufzugreifen, um den Bezug für die vielen Schutzsuchenden, die sobald wie möglich wieder dorthin zurückkehren möchten, nicht verlieren“, erläutert Persch.

Pro Woche sollen vier Stunden ukrainischsprachiger Unterricht erteilt werden. Da nicht klar ist, wie viele ukrainische Lehrer sich melden, wird es dieses Angebot nicht überall geben können, sagt Persch (Mit unserem News-Ticker bleiben Sie über Hilfsaktionen in Osthessen und Reaktionen zum Ukraine-Krieg informiert.)

Für das Land hat jedoch der reguläre Unterricht auf Deutsch „im Rahmen des Gesamtsprachförderkonzeptes“ Priorität. Die Schüler sollten in die Lage versetzt werden, sich in deutscher Sprache in ihrem neuen Umfeld zurechtzufinden, in der Schule neue Freunde zu finden und vielleicht sogar hier einen Schulabschluss erreichen.

Video: Flüchtlingsintegration - Schüler und Lehrer aus der Ukraine an Schulen aufgenommen

Insgesamt haben sich bislang rund 1800 Geflüchtete aus der Ukraine beim Landkreis Fulda registrieren lassen, berichtet Leoni Rehnert, Sprecherin des Landkreises Fulda. Dazu kommen rund 120 Personen, die über die Erstaufnahme dem Landkreis Fulda zugewiesen worden sind.

Zwei Drittel der hier angekommenen Geflüchteten sind Frauen. Gut die Hälfte der Personen sind zwischen 19 und 65 Jahre alt. Angekommen sind etwa 250 Kinder zwischen 0 und 6 Jahren, 560 sind zwischen 7 und 18 Jahre alt. In allen Kommunen des Landkreises haben geflüchtete Personen Wohnraum gefunden. In der Stadt Fulda sind es 680, in Künzell 180, in Petersberg 160 und in der Stadt Hünfeld 120. 

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