Fulda: Auf einem Feldweg bei Poppenhausen-Sieblos wurden die Meerschweinchen entsorgt.
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Auf einem Feldweg bei Poppenhausen-Sieblos wurden die Meerschweinchen entsorgt. Einige von ihnen konnten noch lebend eingefangen werden.

In Poppenhausen-Sieblos

Mehr als 60 tote Meerschweinchen gefunden - Entsetzen im Netz: „Habe Tränen in den Augen“

  • Selina Eckstein
    VonSelina Eckstein
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Beim Anblick des Fotos stellt sich unweigerlich diese Frage: Wer macht so etwas? Auf einem Feldweg bei Poppenhausen-Sieblos sind unzählige Meerschweinchen von Unbekannten wie Müll abgeladen worden. Ein Großteil der Tiere ist tot.

Poppenhausen-Sieblos - Es ist ein schrecklicher Fund, den ein Landwirt aus Poppenhausen-Sieblos im Kreis Fulda am vergangenen Freitag, 6. August, gemacht hat: Etwa 75 Meerschweinchen lagen an einem Feldweg vor einer Maschinenhalle in der Verlängerung der Struttstraße. Ein Großteil der Tiere war bereits tot, lediglich zehn Meerschweinchen lebten noch. Eine herbeigerufene Streife der Polizeistation Hilders informierte unverzüglich das Veterinäramt. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurden die Tiere in das Tierheim Fulda-Hünfeld gebracht.

Als Petjana Baumann, die gerade Urlaub in Poppenhausen-Sieblos machte, vom Fund der Tiere erfuhr, eilte sie zu dem Feldweg. Gemeinsam mit einer Freundin gelang es ihr, sechs weitere Meerschweinchen einzufangen, berichtet sie im Gespräch unserer Zeitung. Vier davon päppelte Petjana Baumann, die früher in Sieblos wohnte und nun in Berlin lebt, auf, ehe die Tiere ebenfalls ins Tierheim gebracht werden konnten.

Fulda: 70 Meerschweinchen wie Müll weggeworfen - etliche Tiere sterben

Nun steht die Frage im Raum, wer so etwas getan haben könnte. Die Polizei hat hierzu bislang noch keine Erkenntnisse. Petjana Baumann, die im Tierschutz aktiv ist, äußert eine Vermutung: „Es könnte ein Reptilien- oder Schlangenbesitzer sein. Denn es wurden viele Albinos, also weiße Meerschweinchen mit roten Augen, dort abgelegt.“ Diese Tiere werden häufig an Reptilien und Schlangen verfüttert.

Im Internet wurde ein Foto der toten Meerschweinchen auf der Facebook-Seite der Tierrechtsaktivisten von vegan heute veröffentlicht. Das Entsetzen der User unter diesem Post ist groß. „Mir fehlen die Worte“, lautet der einheitliche Tenor. „Ekelhafte Tierquälerei. einfach nur krank!!!“, schreibt eine Userin. „Ich habe wirklich Tränen in den Augen“, drückt eine weitere Userin ihre Gefühlslage aus. Der Beitrag wurde bereits 1445 Mal geteilt (Stand 9. August, 16.30 Uhr).

Unbekannte entsorgen Meerschweinchen - Aufregung bei Facebook-Usern

Das Tierheim Fulda-Hünfeld berichtet, dass es sich bei den Meerschweinchen um ein Erwachsenes und 14 Jungtiere (zwischen vier und sieben Wochen alt) handelt. „Einige säugen sogar noch an der Mutter“, erzählt Silvia Pietrek gegenüber unserer Zeitung. Den Meerschweinchen gehe es den Umständen entsprechend gut, sie seien in Sicherheit und würden erstmal vom Tierarzt untersucht und wenn notwendig behandelt.

Die Meerschweinchen, die überlebt haben, sollen nun an neue Besitzer vermittelt werden.

Demnächst suchen sie alle ein Zuhause. Wer einen Platz freihat, kann die Meerschweinchen kennenlernen und sich an das Tierheim Fulda-Hünfeld unter der Telefonnummer (0661) 607413 oder unter kleintiere@tierheim-fulda.de wenden, um einen Termin zu vereinbaren. 

Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Das Polizeipräsidium Osthessen teilt unterdessen mit, dass die Polizei Hilders die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen hat. Außerdem bittet die Polizei Zeugen, sich zu melden.

Wer am Freitag oder den Tagen zuvor im Bereich der entsprechenden Maschinenhalle verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich an das Polizeipräsidium Osthessen unter der Telefonnummer (0661) 105-0, jede andere Polizeidienststelle oder die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de zu wenden.

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