Geschäftsführer Thomas Stark (links) und Produktmanager Matthias Mehler prüfen Produkte des Unternehmens im eigenen chemisch-physikalischen Analyselabor.
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Geschäftsführer Thomas Stark (links) und Produktmanager Matthias Mehler prüfen Produkte des Unternehmens im eigenen chemisch-physikalischen Analyselabor.

Umweltfreundliche Produkte

Mehler will Labor in Fulda erweitern - Neue Arbeitsplätze in Entwicklung und Vertrieb

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Vor einem Jahr klappte das Unternehmen Mehler ein wichtiges Kapitel der Firmengeschichte zu: Es beendete die Produktion in Fulda und entließ 77 Mitarbeiter. Jetzt geht es wieder aufwärts – auch dank neuer Produkte.

Fulda - „Wir halten die Welt zusammen – auch wenn man unsere Produkte fast nie sieht“, sagt Thomas Stark (57), Geschäftsführer von Mehler Engineered Products. Die Fäden und Gewebe der Firma Mehler aus Polyester, Polyamid, Kohlefasern und Glas landen allein im Auto in so unterschiedlichen Teilen wie Reifen und Luftfedern, Öldruckleitungen und Teilen des Antriebs. Aber auch in schweren Förderbändern, in Unterseekabeln und in E-Bikes, in Medizintechnik und in kleinen Zeppelinen sorgen Mehler-Fäden für Stabilität.

Seit August 2020 führt Stark die Firma. Schon von 2000 bis 2011 war er für Mehler tätig. Nachdem er neun Jahre aus familiären Gründen weg war, ist er jetzt wieder zurück in Fulda. Hier ist der Sitz des Unternehmens – und der Sitz von Vertrieb und Entwicklungsabteilung. Produziert wird hier allerdings seit Ende 2020 nicht mehr.

Mehler will in Fulda investieren - Arbeitsplätze in Vertrieb und Forschung

Mehler Engineered Products ist eine Tochterfirma der börsennotierten KAP AG, der früheren Mehler AG. Die Anteile der KAP AG gehören zu 45 Prozent der Carlyle Group, einer amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft. 52 Mitarbeiter beschäftigt Mehler in Fulda. Weltweit sind es 860, darunter in China, Indien, USA, Portugal, Tschechien – und im nordhessischen Hessisch Lichtenau.

Hier hat Mehler gerade begonnen, eine neue Produktionshalle für die Herstellung technischer Fäden zu bauen. Allein hier arbeiten 80 Frauen und Männer, 110 sollen es werden. Mehler stellt in dem Werk Fäden her, bei deren Weiterverarbeitung die Kunden keine Lösungsmittel mehr einsetzen müssen – ein klares Plus in der Umweltbilanz. Zu den neuen Produkten mit besonders guten Umwelteigenschaften gehört der Klebstoff MSA, der auf biologischer Basis frei von Schadstoffen ist.

Neue Maschinen, neue Produkte - Mehler im wirtschaftlichen Aufschwung

Mehler hat die beiden Jahre im Zeichen der Corona-Pandemie genutzt um kräftig zu investieren – allein zehn bis elf Millionen Euro in Hessisch Lichtenau. „Nach schwierigen Jahren geht es wieder deutlich bergauf“, berichtet Geschäftsführer Stark. „Dafür gibt es mehrere Gründe: Wir haben neue Maschinen gekauft, die schneller laufen und bessere Produkte herstellen; wir haben neue Kunden gewonnen, und wir profitieren davon, dass die Weltwirtschaft wieder anspringt.“ (Lesen Sie hier: Lampenwelt eröffnet neuen Bürostandort in Fulda)

Mehler will weiter investieren – gerade in Fulda. „Unser Labor platzt aus allen Nähten. Hier wollen wir neu bauen“, kündigt Stark an. In der Entwicklungsabteilung und im Vertrieb will Stark zusätzliche Kräfte einstellen. „Wir arbeiten derzeit an 200 unterschiedlichen neuen Entwicklungen – an Fäden, die in bestimmten Eigenschaften noch besser sind. Mit festeren Fäden von uns können etwa Reifen leichter werden. Für solche Entwicklungen benötigt man einen langen Atem. Wir arbeiten in keiner schnelllebigen Branche.“

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