Der Hamburger Immobilien- und Asset-Manager Captiva kauft von der KAP AG, der Muttergesellschaft der Mehler AG, das 14,5 Hektar Betriebsgelände in Fulda.
+
Der Hamburger Immobilien- und Asset-Manager Captiva kauft von der KAP AG, der Muttergesellschaft der Mehler AG, das 14,5 Hektar Betriebsgelände in Fulda.

Neuer Eigentümer

Hamburger Gesellschaft kauft 14 Hektar großes Mehler-Gelände in Fulda

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
    schließen

Solch große Grundstücke wechseln in Fulda nur sehr selten den Eigentümer: Der Hamburger Immobilien- und Asset-Manager Captiva kauft von der KAP AG, der Muttergesellschaft der Mehler AG, 14,5 Hektar Betriebsgelände.

Fulda - Käufer und Verkäufer hatten diesen Eigentümerwechsel schon im März 2021 angekündigt. Danach rüstete das Unternehmen Mehler in einigen Betriebshallen noch den Brandschutz nach. Jetzt wurde der Kauf vollzogen. Die Mehler hatte die Produktion an dem Standort vor einem Jahr eingestellt - das bedeute das Aus für 80 Beschäftigte.

Danach überlegte die KAP, ob sie das Gelände verkaufen sollte, um zusätzliche Finanzmittel für Investitionen freizubekommen. „Der Zufluss der Erlöse bietet uns finanziellen Spielraum für den im Rahmen unserer Konzernstrategie geplanten weiteren Ausbau unserer industriellen Kernsegmente“, äußert Eckehard Forberich, Mitglied und Sprecher des Vorstands der KAP AG.

Fulda: Hamburger Gesellschaft kauft 14 Hektar großes Mehler-Gelände

Der Verkaufserlös bewege sich „im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“, teilt die KAP AG mit, also irgendwo zwischen 40 und 60 Millionen Euro. Der Kauf wurde durch die französische Großbank BNP Paribas vermittelt.

Auf dem Gelände befinden sich Werkshallen und Büros mit einer Gesamtfläche von 85.000 Quadratmetern. Sie wurden und werden langfristig von der KAP AG und deren Tochtergesellschaften sowie weiteren Firmen angemietet. (Lesen Sie hier mehr: KAP-Holding behält das Mehler-Areal – Entscheidung gegen einen Verkauf)

Was hat Captiva mit dem Gelände in Fulda vor? Das Unternehmen gibt nur vage Antworten: „Captiva wird mit einem die Gebäude mit einem aktiven Asset Managements entwickeln und repositionieren. Unser genereller Fokus liegt auf Investments mit Wertsteigerungspotential, etwa über die Schaffung von Plan- oder Baurecht“, erklärt das Unternehmen im Internet.

Unserer Zeitung erklärt eine Sprecherin: „Wir werden das Gelände in enger Abstimmung mit der Stadt und den anderen Beteiligten weiterentwickeln und modernisieren. Zu zukünftigen Nutzungsarten können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskunft geben.“ (Lesen Sie hier mehr: Mehler will Labor in Fulda erweitern - Neue Arbeitsplätze in Entwicklung und Vertrieb)

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) sieht den Eigentümerwechsel gelassen: „Nach unserer Kenntnis sind die Gebäude langfristig von der bisherigen Eigentümerin und den bisherigen Nutzern angemietet. Gegenüber der Stadt hat die KAP-AG erklärt, mit den ansässigen Firmen dem seit 1887 bewährten Industrie- und Gewerbestandort Fulda treu bleiben zu wollen.“

Das sei ein positives Signal, denn die Stadt sei auf Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen, ihrer Innovationskraft und ihren Gewerbesteuerzahlungen angewiesen. „Die Stadt hat keinerlei Hinweise darauf, dass eine andere Nutzung als Industrie und Gewerbe geplant ist. Dies wäre rechtlich auch nicht ohne weiteres möglich“, sagt Wingenfeld.

Hintergrund: Das ist der Immobilien- und Asset-Manager Captiva

Käufer des Mehlergeländes ist der Hamburger Immobilien- und Asset-Manager Captiva. Er wickelt Immobilieninvestitionen für institutionelle Kapitalanleger, insbesondere Versicherungen, Versorgungswerke, Pensionskassen und Banken ab.

Das Unternehmen hat das Ziel, die erworbenen Immobilien weiterzuentwickeln, um den Wert zu steigern. Seit der Gründung 2001 hat Captiva für seine Kunden Transaktionen mit einem Marktwert von mehr als 15 Milliarden Euro begleitet, davon rund sechs Millionen Euro in Deutschland.

Ergänzend erklärt die Stadt: Das Areal sei im Flächennutzungsplan und zum Teil auch im Bebauungsplan als Gewerbe- oder Industriegebiet ausgewiesen. Einzelhandel und Wohnungsbau sind dort nach geltendem Baurecht nicht möglich. Die Captiva strebe, so die Kenntnis der Stadt, derzeit keine Umwidmung an, sondern führt die gewerbliche Nutzungen fort.

Das könnte Sie auch interessieren