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„Es ist etwas ganz Schlimmes passiert“: 77-Jährige erhält Schockanruf - Betrüger fordern 40.000 Euro

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„Schockanruf“
Die Betrüger erzählten der Seniorin am Telefon, dass ihre Tochter einen schweren Unfall verursacht hätte und gegen eine Kaution von 40.000 Euro bei der Polizei „freigekauft“ werden könnte. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Mit Schockanrufen wollen Betrüger an das Geld ihrer Opfer kommen. Die Polizei warnt, dass diese Masche in der Region aktuell zunimmt – prompt erreicht unsere Zeitung eine solche Meldung aus Ebersburg. Eine 77-Jährige bekam einen Schockanruf. Es ging um ihre Tochter. 

Ebersburg - Die Tochter heißt Susanne B. Sie möchte nicht, dass ihr voller Name veröffentlicht wird. Die 49-Jährige berichtet unserer Zeitung, was ihrer Mutter (77) am Mittwoch (26. Oktober) passiert ist: Die Seniorin wurde gegen 10 Uhr von einer unterdrückten Nummer angerufen. Eine weinende Frau habe zu ihr gesagt: „Es ist etwas ganz Schlimmes passiert“. Dann meldete sich ein Mann am Telefon und sagte, er sei von der Polizei und ob sie Kinder habe.

Fulda: Mehrere Schockanrufe in Region - Betrüger fordern 40.000 Euro

„Meine Mutter sagte, dass sie eine Tochter hat. Daraufhin fragte der Polizist den Namen und Wohnort ab und sagte dann, dass es sich um diese Person handeln würde. Ich hätte einen schweren Unfall verursacht und würde jetzt in Haft gehen. Gegen eine Kaution von 40.000 Euro könnten meine Eltern mich wieder ‚frei kaufen‘“, schilderte uns die 49-jährige Susanne B. das, was ihrer Mutter in Ebersburg am Telefon erklärt wurde. (Lesen Sie auch: Mehrere tausend Euro bei Schockanruf erbeutet - Seniorin fällt auf Betrugsmasche herein)

„Meine Mutter war zu Tode erschrocken“, sagt sie. „Sie hat den Anrufer gefragt, ob sie mich sprechen kann. Das wurde verneint, ich sei in psychologischer Behandlung und könne mit niemandem sprechen.“ Schließlich habe ihre Mutter sie an der Arbeit angerufen und Susanne B. konnte ihr bestätigen, dass es ihr gut gehe und ihr nichts passiert sei. Daraufhin rief die 77-Jährige bei der Polizei an und bekam die Auskunft, sie solle zukünftig einfach auflegen, wenn so ein Anruf kommt.

Diese Schilderung passt zu der Mitteilung der Behörde, die am Mittwoch versendet wurde und vor Schockanrufern warnt. Solche Anrufe mehren sich derzeit im Landkreis Fulda, berichtet die Polizei. „Dabei wechseln die Anrufer ständig ihre Masche: Sie treten als vermeintliche Enkel oder Verwandte in einer finanziellen Notlage oder auch als falsche Polizeibeamte auf. Teilweise berichten sie ihren Opfern von schweren Verkehrsunfällen, und dass Angehörige verstorben sind oder im Sterben liegen“, beschreiben die Beamten die perfiden Maschen der Betrüger. „Aber Achtung: Dies ist eine Falle“, warnen sie.

„Schockanrufe sollen die Angerufenen stark verunsichern und in ihrem Handeln zur Herausgabe von Geld oder Schmuck beeinflussen. Bislang haben glücklicherweise alle Angerufenen den Betrug erkannt, das Gespräch beendet und die Polizei informiert“ – so wie die 77-Jährige aus Ebersburg. Tipps von der Polizei gibt es im Internet. (jeb)

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